Das Wesen der Taube

Um Tauben erfolgreich wieder los zu werden, müssen Sie zunächst wissen, wie diese Tiere überhaupt ticken. Es gibt drei Faktoren, warum Tauben schwer zu vertreiben sind: Es sind standorttreue Tiere, die Reviere sind sehr klein und eine genetische Veranlagung sorgt dafür, dass sie schlecht außerhalb der Städte und menschliches Zufüttern leben können. Nun drängt sich der Gedanke auf, durch ein konsequentes Durchsetzen von Fütterungsverboten – also Nahrungsentzug – dafür zu sorgen, dass Tauben einfach aussterben. Praktisch ist das natürlich keine Alternative, denn diese Möglichkeit widerspricht jeglichen ethischen Grundsätzen und dem Tierschutz. Im Laufe der Zeit gab es viele Versuche, die Tiere aus den Städten fernzuhalten – die meisten mit mäßigem Erfolg.

Tauben in den Städten sind eine Plage

Tauben in den Städten sind eine Plage

Taubenvergrämungsmaßnahmen - qualvoller Tod auf dem Dach

Viele Schädlingsbekämpfer setzen mittlerweile auf Vergrämungsmaßnahmen, die, wie der Name schon sagt, dafür sorgen sollen, dass die Tauben ihr Revier nicht mehr mögen. In der Regel werden auf Dächern und Balkonen Kunststoff- oder Plastikspikes angebracht, um ein gemütliches Sitzen der Tiere zu verhindern und sie damit zu zwingen, einen anderen Platz zu suchen. Allerdings haben diese Spikes in der Regel nur eine Folge, nämlich schwer verletzte und verstümmelte Tiere, die dann qualvoll verenden. Auch beliebt sind sogenannte Taubennetze, in denen sich die Tauben verfangen sollen. Auch dies ist eine sehr qualvolle Lösung, die immer mit dem Tod der Tiere endet. Lediglich das Anbringen von Kunststoffraben gilt als tierschutzkonforme Abwehrmaßnahme. Aus der Sicht von Taubenexperten wird das Problem bei sämtlichen Vertreibungsmaßnahmen aufgrund der Standorttreue jedoch nur verschoben - in der Regel auf das Haus des Nachbarn.

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Kunststoffraben als Taubenabwehrmaßnahme sind effektiker, als man annehmen mag. Wichtig ist dabei nur, dass die Plastikvögel beweglich angebracht sind. Den Effekt können Sie erhöhen, wenn Sie zusätzlich Windräder anbringen - die ständige Bewegung verwirrt die Tiere. Aus diesem Grund sind auch die oft verkauften Raben aus Stein nicht geeignet, um die Tauben zu vertreiben.

Das Abschießen der Tiere ist ein sinnloses Unterfangen

Andere Schädlingsbekämpfer wiederum setzen konsequent auf das Töten der Tiere als einzige Möglichkeit. In der Regel werden die Tauben gezielt abgeschossen. Dieses Vorgehen ist zwar weniger qualvoll, als die Tauben in Netzen verrecken zu lassen, jedoch ethisch nicht wesentlich besser. Zudem ist das Abschießen von Tauben nicht immer und überall erlaubt. Es bedarf auf jeden Fall einer behördlichen Genehmigung, die normalerweise auch nur einem zertifizierten Schädlingsbekämpfer ausgestellt wird. Sinn macht dieses Vorgehen allerdings nicht, denn es ist unmöglich, alle Tauben zu erschießen. Aus diesem Grund werden Abschussgenehmigungen auch nur noch in Ausnahmefällen erteilt.

Die clevere Alternative sind Taubenstationen

Das Vergrämen und auch das gezielte Töten der Tiere sind also wenig wirksam. Wie lautet die Alternative, beziehungsweise gibt es sie überhaupt? Schließlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Tauben tagtäglich große Schäden an Bauwerken anrichten und dass diese Schäden für Hausbesitzer und Kommunen oft ein finanzielles Desaster sind. Muss der Mensch sich damit abfinden oder gibt es doch noch eine Lösung für das Problem?

Die gute Nachricht ist, dass das Problem lösbar ist, die schlechte, dass es nicht von heute auf morgen funktioniert und schon gar nicht für Einzelpersonen. Um Taubenplagen in den Griff zu bekommen, bedarf es Hilfe durch die Kommunen. Schon einige Städte in Deutschland betreiben mittlerweile Taubenstationen. Diese Stationen haben langfristig das Ziel, die Population der Tiere zu verringern und somit Verschmutzungen und Beschädigungen zu verringern. Sehr erfolgreich ist die Stadt Erlangen mit fünf Taubenstationen, die ehrenamtlich betrieben und gepflegt werden. Innerhalb weniger Jahre konnte so die Anzahl der Tiere in der Stadt erheblich reduziert werden.

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Wie funktioniert so eine Station?

Taubenstationen sorgen dafür, dass die Tiere immer ausreichend Futter zur Verfügung haben und sich somit einen Großteil der Zeit in den Stationen aufhalten und diese als ihre Heimstätte betrachten. Dies hat zur Folge, dass die Tauben auch in "ihrem" Heim Eier legen und bebrüten. Bevor es jedoch zum Brutvorgang kommt, werden die Eier gegen Gipseier ausgetauscht. Die Tauben bemerken diese Schummelei nicht und bebrüten nun eben Gipseier. Im Laufe der Jahre (das Taubenprojekt gibt es dort nun seit 1995) lässt sich so eine erhebliche Reduktion der Population von verwilderten Tauben erreichen. In Erlangen werden die echten Eier übrigens nicht einfach entsorgt, sondern entleert, gereinigt und dann künstlerisch verziert.

AlphaBeta, am 24.10.2013
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Bildquelle:
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