Teil 3 -

 

Universität: Leibniz Universität Hannover (LUH)

Studiengang: Sozialwissenschaften

Abschluss: Bachelor of Arts (BA)

Modul: Einführung in die Sozialpsychologie

Seminar: Subjekttheoretische Sozialisationstheorien im Vergleich

Art: Essay als Studienleistung

Teil 3

Gerade für junge Leser kann es verständlicher sein, sich mit den Techniken des Fernsehens auseinanderzusetzen, als mit denen des Theaters. Rein aus dem Umstand heraus, dass der Fernsehkonsum durchschnittlich weitaus größer ist, als die durchschnittlichen Theaterbesuche pro Person. Anhand der Zahlen des täglichen Fernsehkonsums stellt sich sogar die These in den Weg, ob über den Fernsehbildschirm mittlerweile von manchen Bevölkerungsgruppen mehr Interaktionen beobachtet werden als im "realen Leben", von Angesicht zu Angesicht auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden ohne laufenden Fernseher. Das Fernsehen, das prägende Medium unserer Zeit.

Schwierig ist unter dieser Perspektive von "dem Fernsehen" zu sprechen. Zu sehr unterscheiden sich verschiedene Sender, Formate und die Bestückung der Sendeplätze je nach Zielgruppe und Zeitpunkt der Ausstrahlung.

So gibt es sehr wohl Sendungen, die unter der Perspektive der Rollenbildung besser mit der Theaterbühne Goffmans verglichen werden können als andere. Grundsätzlich scheinen (Live-)Sendungen mit einem anwesenden Publikum dem Theater besser zu entsprechen, als Filme oder Serien, die komplett unter Ausschluss jeder Öffentlichkeit in einem Filmstudio gedreht wurden.

Spielfilme kommen dem Theater am nächsten, da hier klar ist, dass eine Rolle gespielt wird. Viele andere TV-Formate suggerieren hingegen eine Wirklichkeit, die so nur auf dem Bildschirm existiert.

Eine Sonderstellung beziehen die als "Reality-Show" oder "Real-Dokumentation" bezeichneten TV-Ausstrahlungen. Sie suggerieren, eine besonders authentische Wirklichkeitsabbildung zu liefern. Als sei hier menschliche Interaktion zu beobachten, die außerhalb der Rollenzuschreibungen erfolgt. Doch, was für Tierfilmer gilt, gilt auch für Soziologen und Sozialpsychologen: Jede Anwesenheit einer solchen Person nimmt unweigerlich Einfluss auf die Handlung des Darstellers.

 

Weiter geht es mit Teil 4

textpressi, am 05.04.2010
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