Universität: Leibniz Universität Hannover (LUH)

Studiengang: Sozialwissenschaften

Abschluss: Bachelor of Arts (BA)

Modul: Einführung in die Sozialpsychologie

Seminar: Subjekttheoretische Sozialisationstheorien im Vergleich

Art: Essay als Studienleistung

Teil 5 -

Teil 5

Fernsehen verschleiert stärker das Werden einer Rolle. Verschleiert und verwischt, macht es schwieriger, den Prozess des Schauspiels zu verstehen.

Das Theater an sich hingegen ist etwas zeitloses und sollte als Kulturgut jedem bekannt sein. In vielen Grundschulen ist eine selbst einstudierte Theateraufführung der Schüler im Standardlehrplan enthalten. Auch wenn der Fernseher den Alltag auf Grund der Konsumgewohnheiten vieler Menschen eine gewisse Präsenz erreicht, bietet das Theater das einfacher nachzuvollziehende Bild.

 

Nachdem ich untersucht habe, auf welche Weise die Rollen der Darsteller durch das Fernsehen konstruiert werden und welche Möglichkeiten die Menschen heutzutage haben, sich die verschiedensten Rollen durch Fernsehkonsum "abzuschauen", möchte ich nun analysieren, ob sich der Alltagshandelnde heute eher wie ein Theaterdarsteller oder wie ein Fernsehschauspieler verhält. Wenn eine Klärung im Rahmen dieses Essays nicht vollständig gegeben werden kann, so möchte ich zumindest die wichtigen Fragen stellen und einen Rahmen abstecken, der zu einer endgültigen Klärung beitragen kann.

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Laut Goffman verwenden Menschen ihre Rolle als Darsteller, wenn sie diese einem Gegenüber präsentieren. Diese face-toface-Interaktionen sind also nur möglich, wenn der Darsteller ein Publikum in Form eines anderen Menschen besitzt, dessen Anwesenheit ihm bekannt (oder vermutet wird) ist und mit dem er interagieren kann. Goffman hat face-to-face-Interaktionen zwischen Mensch und Maschine ausgeschlossen. Gerade die technische Weiterentwicklung ist in den vergangenen Jahrzehnten weit voran geschritten. Es wäre zu klären, ob solche face-to-face-Interaktionen auch für Mensch und Maschine angenommen werden können. Dieser Begriff ist aus dem Grunde tückisch, dass Maschinen im Grunde kein Gesicht besitzen und nicht besitzen können. Aber in manchen Konstellationen verhalten sich Menschen so, als sei die Maschine zumindest ein Interaktionspartner. Hinzuweisen ist beispielsweise auf Menschen, die in einem Moment, in dem sie sich unbeobachtet fühlen, einen Geldausgabeautomaten durch gewisse Schauspielkunst oder körperliche Zuwendungen beeinflussen wollen, um doch noch eine Geldauszahlung des überzogenen Bankkontos zu erreichen.

 

Weiter geht es mit Teil 6

textpressi, am 05.04.2010
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Autor seit 6 Jahren
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