Einer muss der Dumme sein!

"There ain't no such thing as a free lunch" (sehr frei vom Artikelautor übersetzt: "Am Ende zahlt immer einer die Zeche") - dieses Zitat unbekannten Ursprungs, das fälschlicherweise dem Ökonomen Milton Friedman untergejubelt wurde, fasst die Essenz dieses Artikels zusammen. Falls Sie an dieses Versprechen quer durch alle Parteien und sämtliche vom Staat finanzierten oder abhängigen Organisationen glauben, lesen Sie bitte nicht weiter. Sie würden sich nur über die kaltherzige, neo-liberale, menschenverachtende Propaganda eine Proponenten des Freien Marktes ärgern. 

Sie sind immer noch hier? Nun gut: Sie wollen es offensichtlich nicht anders. Lassen Sie uns näher beleuchten, welche ungeheuren Lügen uns vom Staat aufgetischt werden - zum Schaden der nachfolgenden Generationen.

 

Die "alternativlose" Griechenlandhilfe

"Wir" müssen "den Griechen" helfen. So tönt es seit Monaten in den staatlichen und den von ihnen abhängigen Medien. Wem tatsächlich "geholfen" wird, bleibt indes unerwähnt. Es wäre auch allzu peinlich, wenn eine fundamentale Lüge des Staates, nämlich jene, den Armen zu helfen, sich als empörender Unsinn erweisen würde. All die von der EU (und somit den noch vorhandenen Leistungsträgern) in den finanziellen Krisenherden verbratenen Milliarden dienen de facto nur zweierlei Zwecken:

1.) Eine Re-Finanzierung von Faulen Krediten hiesiger Konzerne, die ihre Milliardenkredite andernfalls buchstäblich abschreiben könnten. In einem Freien Markt müssten diese Banken und Versicherungen für ihre riskanten Investitionen in Griechenland die Zeche zahlen. Eigentlich logisch und selbst für Kinder, deren Gehirne noch nicht vom Keynesianismus verseucht wurden, nachvollziehbar.

Freilich: In unserem System ist die Politik von Konzernen durchdrungen, die ihre Macht und ihren Einfluss nutzen, um eigene Interessen durchzusetzen. In einer anarchistischen Gesellschaft wäre dies unmöglich, was den tiefen Hass wider die Anarchie erklärt. Weitaus profitabler ist es allemal, sich mit der Politik zu verbünden und solcherart beispielsweise Faule Kredite rückerstattet zu bekommen.

Mit anderen Worten: Der Steuerzahler wird zur Kasse gebeten, um die Gewinne mächtiger Konzerne zu vergrößern. Sehr sozial, nicht wahr?

 

2.) Erhaltung des gesellschaftspolitischen Status Quo. Belohnt wird Misswirtschaft und Korruption, bestraft wird Ehrlichkeit und eigenverantwortliches Handeln.

 

Die Mär vom "Generationenvertrag"

Wann immer die Rede auf das staatliche Rentensystem kommt, folgt unweigerlich das Totschlagstichwort "Generationenvertrag". Demnach bezahlen Kinder die Renten der Pensionisten, im Vertrauen darauf, Jahrzehnte später wiederum ähnlich üppige Renten zu erhalten. Das klingt auf den ersten Blick rührend menschenfreundlich. Auf den zweiten Blick ist es nichts anderes als moderne Sklaverei.

Weshalb dem so ist, lässt sich rasch beschreiben: Das staatliche Rentensystem ist nicht kapitalgedeckt, sondern basiert auf dem Umlageverfahren, was bedeutet: Anders als etwa bei einem Sparbuch werden die Einlagen nicht angesammelt, sondern die Einnahmen werden augenblicklich an andere Leistungsberechtigte ausbezahlt.

Ein solches System funktioniert in Zeiten üppiger Geburtsraten und boomender Wirtschaft hervorragend. Der Haken daran ergibt sich von selbst: Bei stagnierender Geburtenrate wird weniger in die Rentenkassen einbezahlt und "der Staat" muss abermals in die Bresche springen, um die Pensionen zu sichern. Dies geschieht natürlich über höhere Besteuerungen - einerseits der heutigen Steuerzahler, andererseits der noch ungeborenen Neo-Sklaven, deren Einkünfte vorneweg dank ständiger Neuverschuldung als Sicherheit herangezogen wird.

Die dramatischen Konsequenzen für die jüngeren bzw. noch ungeborenen Generationen:

  • Unablässiges Anziehen der Steuerschraube
  • Ungewisse berufliche Zukunft abseits geschützter staatlicher Arbeitsplätze
  • Drohende Altersarmut

Freilich: Niemand schenkt der Jugend reinen Wein ein. Stattdessen wird jeder Hinweis auf die unweigerlich folgende Staatspleite als "Panikmache" oder "rechtspopulistisch" abgetan. Dabei haben selbst wirtschaftliche "Musterstaaten" wie Deutschland und Österreich einen Verschuldungsgrad erreicht, der den Zinsendienst in wenigen Jahren zum unlösbaren Problem machen wird. Der Artikelautor wagt aus seriösen Gründen keine Prognose darüber, wann es soweit sein wird. Dass dies so kommen muss, ist indes Faktum. Ebenso wie eben jene Mär des "Generationenvertrags", den wir alle kraft unserer Geburt abgeschlossen hätten. Ein zynischer und menschenverachtender Unsinn, der wohl nicht zufällig an das nicht minder dümmliche biblische Konzept der Erbsünde gemahnt.

Wir müssen solidarisch sein!

Nein, müssen "wir" nicht. Oder zeigen Sie sich, lieber Leser, privat mit Gaunern, Betrügern oder Dieben solidarisch? Wohl kaum. Dieser rhetorische Trick dient einzig und allein dem Zweck, jede, absolut jede Maßnahme des Eingriffs in die Geldbörse oder das Leben der Untertanen (man vermeide bitte das irreführende Wort "Bürger") zu rechtfertigen.

Im Übrigen zeigen gerade die uns zur Solidarität Zwingenden erstaunlich wenig Sinn dafür, mit gutem Beispiel voranzugehen. Üppige Diäten, allerlei Privilegien und sonstige Annehmlichkeiten lassen sich unsere BeherrscherInnen nämlich trotz sämtlicher Beteuerungen, wonach "wir alle" den Gürtel enger schnallen oder "sparen" müssten, nicht vermiesen. 

Ähnlich inkonsequent agieren Gutmenschen jeglicher Coleur. Da drücken Umweltschützer schon einmal ein Auge zu, wenn es ums eigene Auto oder den Mallorca-Urlaub geht, Antifaschisten bekämpfen den Totalitarismus, indem sie nur ihre eigene Meinung gelten lassen oder offene Gewalt gegen die Feinde schüren, und Multi-Kulti-Aficionados schicken ihre Kinder meist lieber doch auf private statt öffentliche Schulen und wohnen auffallend oft in autochthon geprägten Siedlungen.

 

Projekt: Idealer Untertan!

In früheren Zeiten wurde mit roher und unübersehbarer Gewalt der Untertan geformt. Von diesem Konzept haben sich die Vasallen des Staates längst verabschiedet und setzen auf subtile Methoden, den idealen Untertan zu formen. Dieser wird möglichst bald den Eltern entrissen, unter dem Vorwand, er müsse im Kindergarten, der Krippe oder der Schule sozialisiert werden. In der Schule trichtert man ihm bedingungslosen Gehorsam dem Staat gegenüber ein - ironischerweise parallel zu den ständigen Beteuerungen, "kritisches Denken" fördern zu wollen. Zeigt ein Schüler dieses, gilt er freilich als Störenfried, verhaltensauffällig oder wird zum erneuten Gehirnwaschgang gezwungen.

Um höheres Steuereinkommen zu erlangen und die Abhängigkeit vom Staat zu fördern, werden Frauen mehr oder weniger sanft dazu angehalten, sich in der Arbeitswelt zu verwirklich, anstatt etwa Hausfrau zu werden. Hausfrau! Ein schlimmeres Schimpfwort ist in der westlichen Gesellschaft kaum zu finden, suggeriert es doch geistige Rückständigkeit, Abhängigkeit vom männlichen Partner oder gar den Wunsch, möglichst viel Zeit mit den eigenen Kindern verbringen zu wollen. Kein Wunder also, dass die Emanzipationswelle traditionell politisch links verankert ist, wo der gemeine Untertan als Abschaum betrachtet wird, den es unter den gütigen Händen der Sozialisten zum gewünschten Typ Mensch zu formen gilt, während Kritikerinnen dieser linken Ansichten wie Eva Herman reflexartig in die Faschisten-Schublade gesteckt und somit zur Unperson erklärt werden.

Am Ende der Umformung steht der ideale Untertan: Bedingungslos staatshörig, kreuzbrav seine Ausbeuter und Unterdrücker mit einem X auswählend und somit die Zustimmung erteilend, das gesamte Leben und selbst den eigenen Körper vom Staat verwalten zu lassen. Wer Einwände erhebt oder gar Selbstbestimmung fordert, entlarvt sich selbst als... ach, suchen sie es sich aus: Faschist, Unmensch, Soziopath.

 

Somit ist natürlich der Fortbestand dieses Systems garantiert. Eines Systems, das unablässig von unten nach oben verteilt und dies "Gerechtigkeit" nennt; eines Systems, das auf Generationen hinweg gigantische Schuldenlasten hinterlässt und dies "Generationenvertrag" und "Sozialstaat" nennt; eines Systems, das Freiheit verspricht und in Wahrheit der Feind eben jener Freiheit ist.

 

Geschrieben im Jahr 2011 - und leider von wohl zeitloser Aktualität.

Autor seit 6 Jahren
836 Seiten
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