Die Timmelsjoch Hochalpenstraße

Die Timmelsjochstraße ist weitgehend frei von Lastkraftwagen. Das macht diese Straße zu einer beschaulichen Nord-Süd-Verbindung über die Alpen. An der Straße sind die besonderen Reize der Natur im Hochgebirge zu erfahren. Denn die Fahrt über das Timmelsjoch ist auch eine Reise durch die Vegetationszonen. Das Spektrum reicht von Weinbergen im Passeier über satte Almwiesen und sturmerprobte Zirben bis hin zu der kargen Hochgebirgslandschaft mit Schneefeldern.

Die kurvige Straße bietet Autolenkern und Motorradfahrern besonderen Fahrspaß. So sind auf der Straße häufig sportliche Oldtimer zu bewundern. Dazu kreuzen schon mal Rinder, Schafe, Ziegen und sogar Steinböcke den Weg. Auch Radsportler schätzen diese Straße. Sie bietet eine der längsten durchgehenden Steigungen in den Alpen und ist somit eine beachtliche Herausforderung: fast 1.800 Höhenmeter bei einer etwa 30 Kilometer langen Strecke von St. Leonhard bis zur Passhöhe. Vor allem die letzten fast 800 Höhenmeter durch etliche Haarnadelkurven hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Höhepunkt der Radsaison ist der alljährlich im August veranstaltete Ötztal-Radmarathon über das Timmelsjoch.

Die herrliche Aussicht an vielen Stellen lädt immer wieder zum Verweilen ein. 2011 wurde die Timmelsjoch Hochalpenstraße zur "Erlebnisstraße" und wirbt für sich unter dem Titel "Die Timmelsjoch Erfahrung". Dafür wurden besondere Aussichtspunkte angelegt. An der Mautstation bei Hochgurgl gibt es einen über das Tal ragenden Steg. Der bietet ein einmaliges Panorama mit dem hinteren Ötztal und seinen beeindruckenden Gipfeln. An der Timmelsbachbrücke entführt ein begehbarer Würfel in die abenteuerliche Welt des Schmuggels über das Timmelsjoch. Am Joch ragt das neue Passmuseum wie ein Findling von Tiroler auf Südtiroler Seite hinaus. Die darin angelegte "Eishöhle" erinnert an die Pioniere der Hochalpenstraße. Unterm Scheibkopf bietet sich ein wunderbares Panorama mit dem Naturpark Texelgruppe mit der Fokussierung des Blicks auf Granatkogel und Hohen First. Bei Stuls gibt es einen besonderen Ausblick auf Moos und das hintere Passeiertal. Zwei Granate, sie sind den geologischen Gesteinsformationen des Passeiers nachempfunden, dienen als Schauraum und Aussichtsplattform.

Pyramide am Weg (Bild: haros)

Zur Geschichte von Timmelsjoch und Timmelsjochstraße

Über das Timmelsjoch kamen erste Siedler aus dem Passeierteil in das Ötztal. Der Pass wurde 1241 als "Thymels" erstmalig urkundlich erwähnt. Seit 1320 gab es einen Saumweg über den Pass. Diesen Handelsweg nutzten u. a. auch die Fugger und Welser.

1897 beschloss der Tiroler Landtag den Bau einer Straße über das Timmelsjoch. Doch andere Projekte waren vordringlicher. Mit dem Friedensvertrag von St. Germain trat Österreich 1919 Südtirol an Italien ab. Über das Timmelsjoch verlief danach die Grenze zwischen Österreich und Italien. Der Grenzverkehr über das Joch war unterbunden und das Thema Straße hatte sich erledigt. Nur Schmuggler nutzten weiter die Wege über den Pass.

Ab 1933 wurde auf der italienischen Seite mit dem Bau einer Straße vom Passeier zum Timmelsjoch begonnen. 1936 kam es bei einem Treffen von Hitler und Mussolini zum Abschluss der Achse Berlin-Rom. Danach wurden die Arbeiten an der Timmelsjochstraße eingestellt. Es fehlten noch ganze 2 Kilometer bis zum Joch. Im Frühjahr 1945 wurden deutsche Truppen über das Timmelsjoch aus Italien abgezogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden wieder neue Pläne für den Bau einer Straße über das Timmelsjoch. Zwischen 1955 und 1959 wurde die Straße von Sölden zur Passhöhe gebaut. Doch erst am 15. September 1968 wurde die Straßenverbindung in beiden Richtungen offiziell freigegeben.

Öffnungszeiten und Maut

Die Timmelsjochstraße ist in der Regel von Mitte Juni bis Mitte Oktober von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Hinter Hochgurgl befindet sich die Mautstelle für den mautpflichtigen Teil der Straße.

Mautstation bei Hochgurgl (Bild: haros)

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