Häufigste Ursachen für Haarausfall

Der Ausfall der eigenen Haare ist für sich genommen nicht bedenklich - so lange sich dies jedoch in Grenzen hält. Von einem Haarausfall ist erst die Rede, wenn ein Mensch jeden Tag mehr als 60 bis 100 Haare verliert. Am weitesten verbreitet ist der erbliche Haarausfall, dem eine Überempfindlichkeit gegen DHT (Dihydrotestosteron) zugrunde liegt. Hierbei handelt es sich um ein Abbauprodukt des männlichen Hormons Testosteron. Die Wachstumsphasen nachwachsender Haare werden hierbei derart stark abgekürzt, dass nur noch ein Flaum zurückbleibt. Auch der kreisrunde Haarausfall, welcher seine Ursache in einer Autoimmunerkrankung hat, tritt häufig auf. Hierbei werden die Haare vom eigenen Körper bekämpft, weil sie als Fremdkörper angesehen werden. Bundesweit gehen Mediziner von etwa 1,4 Mio. solcher Fälle aus. Weitere Gründe für einen Haarausfall können Hormonschwankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Bulimie oder Hungerkuren sein.

Besonders Männer sind von Haarausfall betroffen

Welche Methoden sich im Kampf gegen Haarausfall bewährt haben

Sie können heute auf verschiedene Art und Weise gegen Haarausfall vorgehen. Jedoch gilt grundsätzlich: Eine 100%-ige Erfolgsgarantie gibt es nicht. Der erste Schritt sollte stets der zum Hautarzt sein. Dieser kann die Ursache bestimmen und Ihnen etwa im Falle eines Nährstoffmangels schnell weiterhelfen. Mit folgenden Methoden können Sie Ihre Haare am ehesten in den Griff bekommen:

- Immuntherapie
- Methylsulfonylmethan (MSM)
- Finasterid
- Minoxilid
- 17-alpha-Estradiol
- Chinesische Heilverfahren
- Aromatherapie
- Homöopathie
- Stressmanagement
- Ernährung
- Hausmittel

Immuntherapie

Hierbei handelt es sich um eine äußert effiziente Therapie zur Behandlung des kreisrunden Haarausfalls. So genießt die sogenannte "topische Immuntherapie" eine Erfolgsquote von etwa 60%. Mit Hilfe einer Chemikalie wird hierbei eine Immunreaktion ausgelöst, die das Immunsystem gewissermaßen von den Haaren ablenkt. Sie müssen sich hierzu in eine Hautklinik begeben und viel Geduld mitbringen, zumal eine solche Behandlung sehr langwierig und nicht ganz billig ist.

Methylsulfonylmethan (MSM)

Dieser organische Schwefel ist neben festen Fingernägeln und zarter Haut auch für gesundes Haar verantwortlich. Denn die Herstellung von gesundem und schönem Haar hängt vom Protein Keratin ab, dessen Aufbau wiederum am organischen Schwefel geknüpft ist. Bei einem Mangel an Schwefel wird das Haar spröde und verliert an Elastizität. Mit MSM gelingt dem Körper die Regeneration deutlich besser, wodurch das Haar nicht nur kräftiger anwächst, sondern auch einen gesunden Glanz und mehr Volumen erhält. Die Einnahme von MSM kann über Kapseln, Tabletten oder als Gel erfolgen.

Finasterid (Propecia)

Dieser Wirkstoff bewirkt die Hemmung des Enzyms 5-alpha-Reduktase und die Umwandlung von Testosteron in DHT. Eine US-Studie konnte nachweisen, dass zwei von drei Männern nach zweijähriger Anwendung von einer dichteren Behaarung profitierten. Propecia ist über Privatrezept in der Apotheke erhältlich.

Minoxidil

Im Zusammenhang mit der Blutdruckforschung kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass dieser Wirkstoff bei ungefähr 30% seiner Anwender den Haarausfall zu stoppen vermag. Bei 10 bis 20% stellte sich sogar erneuter Haarwuchs ein. Am höchsten sind die Chancen zur Aktivierung ruhender Haarwurzeln dann, wenn der Verlust noch nicht weit fortgeschritten ist. Vertrieben wird Minoxidil unter dem Markennamen Regaine bzw. Rogaine, wobei das Mittel derzeit nur über Auslandsapotheken erworben werden kann. Ein Abkömmling von Minoxidil ist Aminexil, das dem Haarausfall durch seine Eigenschaft, eine Verhärtung von Collagen zu verhindern, entgegenwirkt.

 

Durch Minoxidil kann der Haarwuchs angeregt werden

17-alpha-Estradiol

Dieses synthetische Hormon schützt die Haarfollikel vor dem schädlichen Einfluss männlicher Hormone dadurch, indem es die Bildung von DHT bremst. Eine Untersuchung konnte beweisen, wie bei 17% der Teilnehmer nach zwölfmonatiger Anwendung eine Besserung des Haarausfalls eintrat. Dabei stieg der Anteil der Haare in der Wachstumsphase um 17%. Erhältlich ist 17-alpha-Estradiol
rezeptfrei in Apotheken unter "Ell-Cranell" oder "Pantostin".

Chinesische Heilverfahren

Die traditionelle chinesische Medizin behandelt Haarausfall mit heilkräftigen Pflanzen. Unterstellt wird, dass der Verlust des Haares mit Nieren- und Leberproblemen zusammenhängt. Chinesische Haarausfall-Therapien basieren vor allem auf die Verwendung folgender Pflanzen:

- Teppichknöterich (auch Polygonum affine oder Persicaria affinis genannt)
- Schwarze Maulbeere 
- Gojibeere (Lycium barbarum)
- Dong Quai
- Vielblütige Knöterich
- Ginkgo

Aromatherapie

Zahlreiche Heilpraktiker setzen bei der Bekämpfung von Haarausfall auf ätherische Öle. Hierbei handelt es sich um hochkonzentrierte Extrakte aus Wurzeln, Rinden, Blättern und Blüten verschiedener Pflanzen. Gerne zum Einsatz kommen hierbei:

- Wacholder
- Rosmarin
- Birke
- Zeder
- Salbei
- Meerkiefer
- Kamille
- Cajeput
- Ylang Ylang

Homöopathie

Auch eine individuelle Konstitutionsbehandlung kann zur Normalisierung des Haarzyklus beitragen. Durchgeführt werden sollte diese ausschließlich durch einen qualifizierten und erfahrenen Homöopath. Dieser verordnet diverse homöopathische Präparate, die den akuten Haarausfall beeinflussen können. Kalium phosphoricum wird etwa dann verschrieben, wenn der Haarausfall durch geistige Überanstrengung ausgelöst wird. Bei psychischer Erschöpfung hat sich Acidum phosphoricum bewährt. Sind Strahlentherapien, Medikamente oder erschöpfende Krankheiten der Auslöser, kommt Sulfur in Betracht. Geht eine Schwangerschaft mit Haarausfall einer, entscheidet sich der Homöopath zumeist für Lachesis.

Auch homöopathische Behandlungen kann den Haarwuchs stärken

Stressmanagement

Einen enormen Einfluss auf den Körper haben bekanntlich psychische Probleme sowie seelische Belastungen. Diese äußern sich zumeist in Schlafstörungen und Verdauungsbeschwerden und können über die Ausschüttung des Hormons Noradrenalin der Haarwurzel schaden. Entzündungen können dazu führen, dass das Haar früher als erwartet in die sogenannte Ruhephase übergeht. In einer solchen Ruhephase bleibt ein Haar lediglich 2 bis 3 Monate lang, bevor es ausfällt. Um dem Haarausfall zu begegnen, sollten Sie einen Stressabbau über spezielle Entspannungstechniken in Erwägung ziehen. Durch bestimmte Atemtechniken, Yoga, Autogenes Training, Meditation oder progressive Muskelentspannung geben Sie Ihrem Haar wieder Gelegenheit zur Erholung und zum Nachwachsen.

Ernährung

Eine große Rolle spielt auch eine gute, ausgewogene Ernährung, da der Haarausfall durch eine Mangelernährung bedingt sein kann. Nehmen Sie daher viele frische Gerichte sowie mehr Gemüse und Obst zu sich und verzichten Sie weitestgehend auf Fast Food, viel Fett und Zucker. Der Fleischkonsum sollte angesichts der Hormonbelastung konventioneller Fleischprodukte reduziert werden.

Hausmittel

Obwohl wissenschaftlich nicht bewiesen, schwören nicht wenige Menschen auf die positiven Eigenschaften folgender Hausmittel:

- Spirulina-Algen
- Bockshornklee
- Zink
- Kokosöl

Eine anregende Wirkung auf das Haarwachstum wird auch Knoblauchsaft in Verbindung mit Apfelessig und Salbei nachgesagt.

 

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