Die Konkurrenz schläft nicht - und Sie?

Auch wenn es viele Politiker und Medien anders darstellen: Arbeitslosigkeit ist weder ein unabänderlicher Schicksalsschlag, noch ein Phänomen der Gegenwart. Zwar sind Millionen von Menschen alleine in Mitteleuropa auf Arbeitssuche. Aber nicht wenige von ihnen finden einen neuen Job. Wollen Sie zu diesen Leuten gehören? Dann müssen Sie auch etwas dafür tun!

Wenn Sie diesen Artikel lesen haben Sie aller Voraussicht nach bereits die erste Hürde auf dem Weg zu einer Arbeitsstelle geschafft, indem Sie einen Termin zum Vorstellungsgespräch bekommen haben. Nun gilt es noch die finale Hürde zu überspringen, indem Sie den Personalchef  von Ihren Fähigkeiten überzeugen.

Nachfolgende Tipps zum Vorstellungsgespräch sollen Ihnen eine Hilfestellung geben und natürlich auch Mut machen, dass Sie es schaffen können.

Die Konkurrenz schläft nicht - und Sie?

Vorbereitung ist das A und O - Nichts dem Zufall überlassen

Die drei W der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch

www - das steht nicht nur für "World Wide Web", sondern auch für die drei wichtigsten Fragen vor einem Bewerbungsgespräch. Wer, wann, wo?

  1. Wer?
    Bei wem haben Sie das Vorstellungsgespräch? Je größer das Unternehmen, desto mehr potenzielle Ansprechpartner gibt es. Da wirkt es ganz schön peinlich nicht zu wissen, mit wem man eigentlich verabredet ist! Sollten Sie den Namen des Gesprächspartners vergessen haben, rufen Sie einfach noch einmal an und fragen Sie nach. In der Vorfreude auf das Gespräch könnten Sie schließlich ganz darauf vergessen haben, den Namen zu notieren...
  2. Wann?
    Ebenso wichtig: Das Datum und die Uhrzeit des Termins. Wenn Sie einen solchen Termin vergessen und gar nicht erst erscheinen, können Sie im Regelfall auch den Job vergessen. Wieso sollte ein Unternehmen unzuverlässige Leute aufnehmen? Pünktlichkeit ist oberstes Gebot. Lieber ein paar Minuten zu früh erscheinen, als mit Verspätung aufkreuzen.
  3. Wo?
    Planen Sie die Anfahrt zum Unternehmen wie eine Urlaubsreise. Vielleicht befindet sich das Gebäude ja gleich ums Eck oder in einem Stadtteil, den Sie wie Ihre Westentasche kennen. Falls nicht, ziehen Sie Routenplaner zu Rate oder studieren Sie die Fahrpläne des Öffentlichen Verkehrsnetzes. Tipp: Planen Sie nicht zu knapp, sondern rechnen Sie immer großzügig einige Minuten mehr ein. Es könnte ja ausgerechnet an diesem Tag ein Stau sein oder der Linienbus ausfallen.

Informationen über das Unternehmen einholen

In Zeiten des Internet ein Klacks: Holen Sie Informationen über das jeweilige Unternehmen ein. Dies bedeutet nicht das Auswendiglernen der auf der Firmen-Website präsentierten Umsatzzahlen seit 1990, sondern überhaupt zu wissen, in welcher Branche das Unternehmen tätig ist und welche Produkte oder Dienstleistungen es herstellt bzw. anbietet. Denn eine der beliebtesten Fragen - aus Unternehmenssicht - bei einem Bewerbungsgespräch lautet: "Weshalb möchten Sie bei uns arbeiten?"

Eine gute Frage, auf die Sie eine gute Antwort parat haben sollten. Logisch: Man möchte arbeiten, um Geld zu verdienen und sein Selbstwertgefühl zu heben. Das ist es aber nicht, was der Personalchef hören möchte. Diese Standardfrage dient dazu, das Interesse und das Engagement eines Bewerbers abzuwägen. Gerade in diesem Punkt können Sie sich gegenüber Mitbewerbern positiv abheben. Nehmen Sie diesen Tipp ernst und ziehen Sie Informationen ein! Es kostet Sie höchstens ein paar Minuten, kann aber den entscheidenden Unterschied ausmachen.

 

Dressed for Success: Die passende Kleidung

Unerlässlich: Die Kleidungsfrage! Eigentlich selbstverständlich, denn für eine Hochzeit zieht man ganz andere Kleidung an, als für einen Badetag am See. Passen Sie die Kleidung der ausgeschriebenen Stelle an. Anzug und Schlips sind für einen Job als Reinigungskraft ebenso unpassend, wie ein Hawaiihemd beim Bewerbungsgespräch in einer Bank.

Generell gilt: Saubere Kleidung ohne Löcher, nicht zu leger, aber auch nicht zu overdressed. Ganz wichtig ist es, dass Sie sich darin wohlfühlen und dies auch ausstrahlen.

Tipp: Wählen Sie passende und saubere Kleidungsstücke, die Sie bereits einige Male getragen haben und sich darin wohlfühlen.

Checkliste fürs Vorstellungsgespräch - Haben Sie auch nichts vergessen?

  • Ort, Datum und Gesprächspartner sind bekannt
  • Informationen zum Unternehmen eingeholt, um beim Vorstellungsgespräch nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden
  • Saubere und passende Kleidung liegt bereit
  • Fingernägel geschnitten (für Männer) bzw. allenfalls dezent lackiert (für Frauen)
  • Für alle Fälle Bewerbungsunterlagen in Kopie mitnehmen
  • Gedanklich auf Standardfragen vorbereitet
  • Handy vor dem Vorstellungsgespräch ausschalten

Es wird ernst: Das Vorstellungespräch!

Der erste Eindruck

Sie sind pünktlich zum vereinbarten Termin erschienen, wurden in ein Büro geführt und stehen dem Entscheidungsträger gegenüber. Der große Moment ist also gekommen. Nutzen Sie die Chance und hinterlassen Sie sofort einen guten Eindruck, indem Sie bestimmt, aber nicht zu fest die gereichte Hand drücken. Schenken Sie dem Gegenüber ruhig ein Lächeln, um das Eis zu brechen. Mit verstockten Muffeln unterhält sich niemand gerne - mit freundlichen, offenen Menschen hingegen umso lieber.

 

Was hinter einem Bewerbungsgespräch wirklich steckt

Denken Sie auch daran, dass Sie kein unterwürfiger Bittsteller sind, der um einen Akt der Gnade betteln muss! Ja, Sie wollen diesen Job - andererseits will der Arbeitgeber jemanden, der diesen Job erledigt. Kurzum: Im Grunde handelt es sich bei einem Bewerbungsgespräch um eine Geschäftsanbahnung. Sie haben Ihre Arbeitskraft zu verkaufen, der Arbeitgeber bietet Ihnen dafür einen Arbeitsplatz. Hier begegnen sich zwei Menschen, die auf eine gemeinsame Basis der Zusammenarbeit finden möchten. Im Laufe der nächsten Minuten wird sich herauskristallisieren, ob dies gelingen kann oder nicht.

 

Typische Fragen bei einem Vorstellungsgespräch

Für gewöhnlich wird der Personalverantwortliche kurzen Smalltalk betreiben ("Haben SIe auf Anhieb hergefunden?", "Ziemlich kalt heute, finden Sie nicht auch?"), ehe er auf den Punkt kommt. Natürlich läuft kein Vorstellungsgespräch exakt wie das andere ab. Trotzdem gibt es einige Fragen, die bei Vorstellungsgesprächen häufig gestellt werden. Lesen Sie nachfolgende Fragen genau durch und überlegen Sie, welche Antworten Sie darauf geben würden. Keine davon erfordert besondere Kenntnisse oder ist außergewöhnlich schwierig zu beantworten. Es handelt sich um ganz normale Fragen, über die Sie aber nicht erst dann nachdenken sollten, wenn Sie dem vielleicht künftigen Chef gegenübersitzen.

 

"Erzählen Sie bitte von sich!"

Dies ist keine Aufforderung, beginnend mit dem ersten Kindergartentag zwei Stunden lang Selbstreflektion zu betreiben. Was Ihr Gesprächspartner erfahren möchte ist, welche Lebensstationen für Sie wichtig waren, welche Ziele Sie haben und wer Sie sind. Die "harten Fakten" kennt er längst vom Lebenslauf. Nun möchte der Personalverantwortliche aber den Menschen hinter diesen Zahlen und Daten kennenlernen.

Maximal drei Minuten sollten für diese Kurzbiographie ausreichen. Falls Ihr Gegenüber weitere Informationen wünscht, wird er ohnehin nachhaken. Kalkulieren Sie Nachfragen zu etwaigen Lücken im Lebenslauf ein und bleiben Sie stets ehrlich, anstatt sich in Lügengeschichten zu verstricken. Es ist keine Schande, ein Jahr lang arbeitslos gewesen zu sein oder das Gymnasium geschmissen zu haben. Schließlich wollen Sie ja jetzt einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

 

"Was wissen Sie von unserem Unternehmen?"

SIe erinnern sich an die Vorbereitungen aufs Bewerbungsgespräch? Diese Frage ist einer der Gründe hierfür! Eine peinliche Pause kann Sie rasch aus dem Konzept schmeißen. Es sei denn, Sie haben sich vorab informiert und können ein paar Eckdaten benennen.Diese Frage dient in erster Linie dazu, das Interesse des Bewerbers am Unternehmen auszuloten. Erstaunlicherweise bereiten sich immer noch viel zu wenige Arbeitssuchende auf diese Frage vor, sprich: Das ist Ihre Chance, die Nase vorn zu haben!

 

"Warum haben Sie seit... keine Stelle gefunden?"

Eine vermeintlich fiese Frage, bei der so mancher Bewerber ins Stocken gerät, ausweichende Antworten gibt oder gar mit: "Ich hätte eine Stelle gefunden, aber dort hat man mir zu wenig Geld geboten" antwortet. Sie tun das nicht, denn Sie haben sich auf diese Frage vorbereitet und gehen auf die unangenehme Frage auf positive Weise ein. Das heißt: Sie haben deshalb keinen Job gefunden, weil Sie ihre speziellen Kenntnisse auf dem Gebiet X oder Y bei den angebotenen Stellen nicht hätten einbringen können, was ja nun völlig anders sei, weshalb Sie diese Stelle unbedingt ergattern möchten.

 

 

Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Kein Grund, sich von dieser etwas provokanten Formulierung verunsichern zu lassen. Nutzen Sie vielmehr die Chance, die dieser Frage inne liegt! Sie können Ihre Stärken erneut herausstreichen und betonen, wie Sie diese im Unternehmen einsetzen werden. Vielleicht können Sie sogar praktische Beispiele aus anderen Arbeitsverhältnissen finden, wo Sie diese oder jene Kenntnis für das damalige Unternehmen gewinnbringend einsetzen konnten.

 

Haben Sie Fragen an mich?

Ja, die haben Sie! 

Aber nicht die Frage, ob Sie gleich nächsten Sommer zwei Wochen Urlaub nehmen können oder ob die Arbeitszeiten exakt eingehalten werden, damit Sie den früheren Bus nach Hause erwischen. Stellen Sie Fragen, die Ihr Interesse an der Arbeitsstelle selbst bekunden.

Beispiele hierfür:

  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
  • Wie viele Mitarbeiter umfasst das Team, in dem ich tätig wäre?
  • Mit welchen Abteilungen würde ich zusammenarbeiten?
  • Wird an diesem Arbeitsplatz die Software X oder Y verwendet?
Wichtig ist, dass Ihr ehrlicher Wunsch deutlich wird, diese Stelle zu bekommen.

Nach dem Vorstellungsgespräch - Freundlich bleiben!

Das Vorstellungsgespräch wurde seitens des Personalchefs für beendet erklärt. Natürlich können Sie sofort die Biege machen. Oder noch ein paar zusätzliche Pluspunkte sammeln.

Etwa, indem Sie sich für das Vorstellungsgespräch bedanken und fragen, wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen dürfen. Bringen Sie noch einmal zum Ausdruck, wie sehr es Sie freuen würde, wenn die Entscheidung zu Ihren Gunsten ausfiele und verabschieden Sie sich freundlich, auch falls Sie Zweifel daran haben sollten, sich optimal präsentiert zu haben.

Wichtig: Vergessen Sie beim Verlassen des Gebäudes nicht, sich von anderen Anwesenden zu verabschieden. Dies gebietet nicht nur die Höflichkeit, sondern belegt auch einen freundlichen Umgangston.

Wenn es nicht geklappt hat ...

All dem Aufwand und den betriebenen Mühen zum Trotz erhalten Sie eine Absage. Natürlich wird dies erst einmal für Frust und Verärgerung sorgen. Gut so! Alles ist besser, als sich in einer solchen Situation aufzugeben.

Lassen Sie, nachdem der Ärger abgeflaut ist, das Bewerbungsgespräch noch einmal Revue passieren. Gab es vielleicht eine Frage, die Sie aus dem Konzept brachte? Oder haben Sie Ihr Gegenüber ständig unterbrochen und deshalb eventuell einen weniger guten Eindruck hinterlassen?

Es mag beinahe sarkastisch klingen, ist es aber nicht: Sehen Sie die Absage als Chance, es beim nächsten Vorstellungsgespräch besser zu machen! Wie überall gilt auch für Bewerbungsgespräche: Übung macht den Meister. Kein Grund also aufzustecken, zumal Ihnen nur noch die Bewältigung der zweiten Hürde für den Zieleinlauf fehlt.

Und dafür ist weniger Glück, als vielmehr optimale Vorbereitung entscheidend.

Ihre Stimme ist gefragt!
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