Kalk kann die Kaffeemaschine beschädigen

Um einen mitunter propagierten Irrtum vorab aufzuklären: Anders als in leider vielen Teilen der Welt der Fall, ist das Leitungswasser in Mitteleuropa ohne Bedenken genießbar. Sie benötigen keine wundersamen, nach esoterischen Regeln arbeitenden Zusatzgeräte, um irgendwelche angeblichen Schadstoffe herauszufiltern. Dennoch ist die Anschaffung eines Tischwasserfilters gerade für Liebhaber von aromatischem Kaffee und Tee sinnvoll.

Zum einen wirkt sich stark kalkhaltiges Wasser ungünstig auf das Aroma von Heißgetränken aus, zum anderen setzen Kaffeemaschinen und Wasserkocher rasch Kalk an, weshalb die Geräte oftmals entkalkt werden müssen. Wird dieser Kalk nicht regelmäßig entfernt, kann dies dazu führen, dass die Leitungen "zerfressen" werden und das Gerät unbrauchbar wird. Außerdem benötigt die Maschine mehr Strom zum Erhitzen des Wassers und es besteht die Gefahr der Keimbildung. All das kann man sich mit einem Tischwasserfilter ersparen. Sowohl die Anschaffungskosten, als auch die laufenden Kosten durch den Filtertausch bewegen sich im Bereich von nur wenigen Euro.

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Einfache Anwendung und positive Effekte des Tischwasserfiters

Aber wie filtert man das Wasser nun richtig und was genau macht ein Tischwasserfilter eigentlich? Wer noch nie einen Tischwasserfilter benutzt hat, darf beruhigt werden: Die Anwendung ist denkbar einfach, und je nach Wassermenge dauert die Filterung kaum mehr als eine Minute. Zunächst wäscht man beide enthaltene Plastikkännchen aus. Die Filterkartusche selbst sollte man etwa zehn Minuten in Wasser einlegen, ehe man sie in die kleinere Einheit einsetzt und diese wiederum in die große Kanne schiebt. Dann füllt man das Leitungswasser ein, das durch die Filterkartusche in die große Kanne abläuft. Je nach Füllmenge und Größe des Tischwasserfilters dauert dieser Vorgang maximal etwa zwei Minuten.

Beim Vorgang des Filterns geschieht Folgendes: Grobe Partikel wie Kalk oder Blei werden aus dem Wasser gefiltert. Der enthaltene Aktivkohlefilter bindet jene Stoffe, die den Geschmack des Wassers beeinflussen, und lässt Mineralien wie Magnesium unberührt. Deshalb schmeckt gefiltertes Wasser schon mal anders als jenes direkt aus der Leitung. Den großen Unterschied merkt man aber bei der Zubereitung von Kaffee oder Tee, denn: Hartes Wasser hinterlässt einen unangenehmen Beigeschmack. Nachdem die beliebten Heißgetränke fast ausschließlich aus Wasser bestehen, sollte man gerade der Wasserqualität Augenmerk schenken.

Der wichtigste positive Effekt neben dem höheren Aroma ist natürlich die Reduktion der Maschinenverkalkung. Bei einem Kaffeevollautomaten oder einer teuren Nespresso-Kapselmaschine sollte man alles daran setzen, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern.

Wichtig: Regelmäßige Reinigung und Wechsel von Filterkartuschen

Wie lange hält eine Filterkartusche? Getauscht werden sollte sie bei täglichem Einsatz monatlich einem Monat. Empfehlenswert ist deshalb der Ankauf mehrerer Kartuschen, die im Falle von Kombiangeboten billiger sein können. Übrigens können diese nicht von jedem Hersteller für jeden Tischwasserfilter beliebig eingesetzt werden. Achten Sie darauf, welche Filterkartuschen für Ihr Gerät passen. Keinerlei Probleme gibt es natürlich dann, wenn man auf Originalkartuschen des jeweiligen Herstellers zurückgreift.

Tipp: Manchen Tischwasserfiltern liegen mehr als eine Filterkartusche bei. Rechnen Sie die Kosten der Filterkartuschen in den Kaufspreismit ein - hierbei können Sie Geld sparen und müssen sich mehrere Monate lang keinen Kopf um Ersatzkartuschen machen.

Am Praktischsten ist es, die Filterkartusche jeweils am Monatsbeginn zu wechseln. Dadurch muss man sich keine Gedanken machen, ob ein Wechsel wieder ansteht. Hygiene ist natürlich auch hierbei extrem wichtig. Stellen Sie den Tischwasserfilter nicht mitten in die Sonne, sondern filtern Sie stets an einem lichtgeschützten, eher kühlen Platz, da Wärme und direktes Sonnenlicht ideale Brutstätten für Keime sind. Man kann die Filterkartusche auch im Kühlschrank lagern.

Genauso wichtig ist die Pflege der Kannen, die regelmäßig gewaschen werden sollten. Zwar bietet sich die Spülmaschine an, doch ist die Reinigung mit warmem Wasser und Spülmittel vorzuziehen, da häufiger Einsatz in der Geschirrspülmaschine das Material angreifen kann. Achten Sie unbedingt darauf, die Filterkartusche jeweils vor der Reinigung herauszunehmen! Diese darf weder in den Geschirrspüler hinein, noch mit Reinigungsmitteln gewaschen werden.

Für Umweltbewusste stellt sich die Frage, ob wiederverwendbare Filterkartuschen bevorzugt werden sollten. Persönlich rate ich ab, da Wegwerfkartuschen hygienischer als wiederbefüllbare sind. Das mag in Punkto Müllvermeidung provokant klingen, doch selbst in der Masse erzeugen Wegwerfkartuschen relativ wenig Müll. Auf ein Jahr gerechnet sind ein Dutzend keine große Menge, bedenkt man, wie klein diese sind.

Mein Fazit: Wer wie ich in einem Gebiet mit hartem Leitungswasser lebt und Wert auf den Geschmack des Kaffees oder Tees legt, kommt um einen Tischwasserfilter nicht herum, zumal die teure Kaffeemaschine bzw. der Wasserkocher deutlich weniger entkalkt werden müssen und nicht Gefahr laufen, durch Kalkablagerungen Schaden zu nehmen. Natürlich ist damit ein finanzieller Mehraufwand verbunden. Aber ein paar Euro im Monat für neue Filterkartuschen sind mir persönlich ein aromatischerer Kaffee und weniger Reinigungsaufwand denn doch wert.

Autor seit 6 Jahren
835 Seiten
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