Oftmals genügt ein Blick durch das Schlüsselloch der Natur, um bisher Verborgenes sichtbar werden zu lassen. So wird dieser Artikel dem Leser die Augen öffnen.

Sprich mit dem Winzer deines Vertrauens und frage ihn, was er mit den Kelterrückständen macht.

Das Trocknen des Trester ist einfach mit einem DörrEx. Das Mahlen danach geht mit einer Getreidemühle ebenfalls ganz einfach. Getrocknet ist das Pulver mindestens 2 Jahre haltbar.

Die Verwendung von Trester in der Küche ist ein wertvoller Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung. Im Herbst fällt bei der Saft- und Weinherstellung tonnenweise Trester an. Getrockneter und gemahlener Trester lässt sich sehr vielseitig einsetzen. Trester ist alkalisch und daher für die basische Ernährung geeignet.

 

Mischt man das Mehl, das man zum Backen verwendet 4:1 mit getrocknetem Trester erhält man geschmacklich erstklassiges Gebäck, das zudem noch wirklich gesund ist. Weniger geeignet ist die Tresterbeimischung für Feingebäck. Doch für Brotsorten ist es eine echte Bereicherung. Sowohl für das Auge, wie für Gaumen und Magen.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit besteht in der Verarbeitung zur Pasta.

Tresterpapardelle eignen sich bestens als Beilage zu Fleischgerichten, da sie säureregulierend sind. In Verbindung mit Beerenfrüchten entsteht ein harmonisches Geschmacksgefühl.

Ein wertvolles vegetarisches Hauptgericht werden Tresterpapardelle, wenn man grüne Gemüse, Tomaten und Beeren in Traubenkernöl geschwenkt, dazugibt.

Auch als Ravioli, Tortellini, Canneloni etc. eignet sich Trester. Einfach 4:1 mischen mit Griess. Die weitere Verarbeitung ist wie gewohnt.

Für eine nachhaltig ausgewogene Ernährung ist nicht nur der Blick auf Primärstoffe wie Eiweiss, Fett und Kohlehydrathe wichtig. Gerade die sekundären Pflanzenstoffe wie Antioxidanten, Flavonoide oder Polyphenole (Quercetin, Reservatrol) stärken unser Immunsystem. Teilweise werden sekundäre Pflanzenstoffe in der Heilmedizin verwendet.

 

Weintrauben sind kaliumhaltig und besitzen wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane, Flavonoide, Polyphenole (Quercetin und Reservatrol) und den Radikalfänger Pycnogenol.

 

Dadurch wird die Frucht vor allem für Diabetiker, Raucher und Rheumapatienten unentbehrlich. Eine kreislaufstärkende Wirkung wird dem Rotwein seit Langem nachgesagt. Aber die wichtigsten Inhaltsstoffe der Traube bleiben bei der Weinproduktion ungenutzt. Das Antioxidant Pycnogenol ist hauptsächlich in den Kernen vorhanden. Wichtige Flavonoide und Polyphenole bleiben im Trester zurück. Daher ist Trester ein wertvolles Lebensmittel.

 

Aus der Heilkunde ist bekannt, dass Quercetin in Kombination mit Vitamin C das Immunsystem anregt und Entzündungen in Gelenken und Muskeln gegenwirkt. Reservatrol beugt Leberzirrhose vor, hemmt die Entwicklung von Brustkrebs und stoppt sogar Tumore, wie die Universität in Illinois in einer Studie belegt. Weintrauben werden empfohlen bei Allergien, Arthritis, Herz- und Gefässproblemen, Lebererkrankungen, Rheuma und Stress.

 

Wünscht man eine gute Heilwirkung, ist es wichtig nur Früchte aus dem Bioanbau zu verwenden. Das wertvolle Polyphenol Reservatrol entsteht bei Pilz- oder Schimmelbefall. Gespritzte Trauben enthalten es daher kaum.

 

 

 

 

© 2013 Uwe Becker

Autor seit 6 Jahren
28 Seiten
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