Enorme Preisunterschiede für Trinkwasser

Dem Wunsch einiger Verbraucher, den Wasseranbieter wechseln zu können, kann damit natürlich nicht erfüllt werden. Dieser Wunsch dürfte auch hauptsächlich dadurch entstanden sein, dass die Wasser- und Abwasserpreise regional sehr voneinander abweichen. Dies hängt jedoch sicher auch mit der jeweiligen Quelle und Qualität des Trinkwassers zusammen. Solange die Wasserwerke unter kommunaler Kontrolle stehen, kann diese auch für ein Höchstmaß an Keimfreiheit und Sauberkeit sorgen. Dabei soll jedoch das Kostendeckungsprinzip eingehalten werden, was wohl einige Male nicht gegeben ist. Zumindest hat die hessische Landeskartellbehörde die regionalen Wasserversorger schon einmal aufgefordert, ihre Wasserpreise zu senken. Die Wasserpreise selbst setzen sich aus der Grundgebühr, den verbrauchten Kubikmetern, der Abwassergebühr und der Niederschlagswassergebühr zusammen. Zum Vergleich hat die IHK (Industrie- und Handelskammer) je Bundesland einen Frisch- und Abwassermonitor im Internet bereitgestellt. Hier ist klar erkennbar, dass es enorme Preisunterschiede zwischen den einzelnen Kommunen gibt.

Die Reinheit des Trinkwassers

Die Trinkwasserverordnung hat in Deutschland sehr strenge Maßstäbe an die Reinheit des Trinkwassers. Für die Überwachung der Einhaltung der zulässigen Werte ist das Gesundheitsamt zuständig. Bevor Wasser als Trinkwasser bezeichnet werden darf, ist es von Schwermetallen, Medikamentenresten und sonstigen Schadstoffen zu reinigen. Die Wasseraufbereitung geschieht durch spezielle Filter, die jedoch nur die in der Trinkwasserverordnung festgeschriebenen Stoffe ausfiltern. Deshalb können in Trinkwasser noch viele andere schädliche Stoffe enthalten sein, auf die gar nicht geprüft wird. Auch das Material der Rohre, die zu den einzelnen Entnahmestellen führen, kann durch Korrosionsschäden das Trinkwasser wieder mit Schwermetallen anreichern. Manche Wasserwerke weisen darauf hin, dass bei den verlegten Rohren durch Korrosion die Schadstoffwerte wieder angestiegen sein können. Seit 2013 sind gewerbliche Betriebe und Vermieter verpflichtet, das Wasser regelmäßig auf Legionellen zu überprüfen. 

Zusätzliche Wasserfilterung in den Haushalten
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Der Härtegrad des Trinkwassers

Durch die unterschiedlichen Quellen zur Aufbereitung des Trinkwassers gibt es natürlich auch verschiedene Härtegrade. Je kalkhaltiger das Wasser, umso höher der Härtgrad. Je höher der Härtegrad, desto gefährdeter sind Maschinen, wie Waschmaschine, Geschirrspüler und alle sonstigen Geräte, die Wasser aus der Leitung benötigen. Den Härtgrad ihrer Region erhalten Sie von ihrem Wasseranbieter. Meist ist dieser auch auf den Internetseiten der einzelnen Wasseranbieter veröffentlicht. Ob bei Waschvorgängen in der Waschmaschine noch ein zusätzlicher Wasserenthärter erforderlich ist, darüber teilen sich die Meinungen. In der Regel sei es bei der richtigen Dosierung des Waschmittels nach Herstellervorgaben nicht erforderlich, da im Waschmittel bereits Wasserenthärter enthalten ist. Bei den übrigen Geräten erkennen Sie bei hohem Kalkgehalt recht schnell, wann sie wieder entkalken müssen. Speziell in Wasserkochern. Ein günstiges und wirksames Mittel zum Entkalken von Kleingeräten ist Wasser mit Essigessenz.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann bereits an seiner Hauptzuleitung einen zusätzlichen Filter gegen Kalk, Chlor und Bakterien einbauen lassen, bevor das Wasser in die einzelnen Räume verteilt wird. Es ist aber auch möglich, am Wasserhahn selbst noch einen Filter anzubringen. Filter müssen jedoch regelmäßig überwacht und ausgetauscht werden, damit sie ihren Zweck richtig erfüllen können. Dies gilt auch für nachträgliche Filterung in Gefäßen. Wer einen Filter zu lange benutzt, muss damit rechnen, dass sich darin erneut Keime ansammeln, die an das Trinkwasser abgegeben werden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, gerade bei Benutzung für Kleinkinder und Kranke, gefiltertes Wasser immer abzukochen, damit durch den Filter weitergegebene Keime abgetötet werden. Wer feststellen will, ob zum Beispiel durch altes Rohrmaterial Schadstoffe ins Trinkwasser gelangen, kann sein Wasser anhand eines kleinen Labors auch selbst testen.

Ajerrar, am 20.09.2014
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