Die Kaffeepflanze

Kaffeesträucher sind immergrün und gehören zur Familie der Labkrautgewächse (Rubiazeen). In Europa werden von den über 70 verschiedenen Arten der Kaffeepflanzen meist nur die Sorten Arabica und Robusta verwendet. Die nach Jasmin duftenden weißen Blüten der Kaffeepflanze erscheinen oft das ganze Jahr, auch während sich schon mehr oder weniger reife Früchte, die einer Kirsche ähneln, gebildet haben. In dieser Kirschfrucht befinden sich zwei Samen, bei denen es sich um die eigentliche Kaffeebohne handelt.Kaffee

Direkt nach der Ernte werden die Bohnen von der Fruchthülle befreit, damit ihnen das Wasser entzogen und sie transportbereit gemacht werden können. Das Rösten der Bohnen geschieht in der Regel am Bestimmungsort. Hier wird durch die Röstung festgelegt, ob es ein milder oder kräftiger Kaffee wird. Es dürfen den Bohnen Glasurmittel, wie Bienenwachs, Carnaubawachs und Schellack bis drei Gramm je Kilogramm zugesetzt werden. Bei Verwendung von Honig oder Zucker muss "kandiert" auf der Verpackung stehen.

Kaffee und seine Wirkung

Nicht nur wegen seinem Aroma und der belebenden und Wirkung wird Kaffee von vielen so geschätzt. Er wird getrunken, um den Appetit anzuregen oder auch, um den Hunger zu dämpfen. Bei Kopfschmerzen, einem Migräneanfall oder Nervenschmerzen kann Kaffee gute Dienste leisten. Nicht umsonst enthalten viele Schmerzmittel Koffein. Er hat eine leicht abführende und harntreibende Wirkung. Seine Inhaltsstoffe regen die Produktion von Magen- und Gallenflüssigkeit an. Laborversuche haben gezeigt, dass Kaffee sogar Karies verhindern kann.

Kaffee - I. AjerrarSolange Kaffee in Maßen genossen wird, fördert er die Herzfunktion, hat nachweislich einen positiven Einfluss auf das zentrale Nervensystem und hebt die Stimmung. Einer Studie zufolge, steigt der Blutdruck mit einer Tasse Kaffee nur leicht an und kommt binnen weniger Stunden wieder auf den Ausgangswert zurück. Dies wurde bei Probanten beobachtet, die vorher keinen Kaffee getrunken hatten. Bei Menschen, die regelmäßig Kaffee trinken wäre keine Blutdrucksteigerung beobachtet worden. Bei übermäßigem Genuss wandelt sich die Wirkung von Kaffee um. Dann macht er müde und kraftlos. Es stellen sich Herzrasen und Konzentrationsschwäche ein.

Filterkaffee

Kaffee steht in Verdacht, den Cholesterin- und Triglycerid-Spiegel zu erhöhen. Dafür ist nicht das Koffein verantwortlich, sondern Lipide, wie Cafestol und Kahweol, in der Kaffeebohne selbst. Diese Lipide bleiben jedoch nur bei direkter Überbrühung im Kaffee. Bereitet man den Kaffee mit Papierfilter zu, bleiben rund 80 Prozent der Lipide im Filter. Das Kaffeepulver sollte mittelfein gemahlen und das Wasser beim Überbrühen zwar heiß, aber nicht mehr kochend sein. Wenn die Kaffeebohnen unmittelbar vor der Zubereitung des Kaffees gemahlen werden, kann sich das volle Aroma am besten entfalten.

Espresso

Obwohl Espresso sehr kräftig aussieht, ist er leicht bekömmlich und magenfreundlich. Das hat damit zu tun, dass für ihn sanfte und säurearme Kaffeesorten verwendet werden. Aber auch damit, dass die Bohnen bei höheren Temperaturen und länger geröstet werden. Dabei tritt mehr Öl aus und es werden mehr Reizstoffe zerstört. Nur Menschen mit erhöhten Blutfettwerten sollten sich lieber für einen anderen Kaffee entscheiden. Espresso hat deutlich weniger Koffein als eine herkömmliche Tasse Bohnenkaffee.

Schonkaffee

Von Reizstoffen befreit werden die Bohnen bereits vor der Röstung. Den grünen Kaffeebohnen werden im Hochdruckverfahren mit Wasserdampf die magenreizenden Stoffe entzogen.

Cappuccino (Bild: Pixabay)

Entkoffeinierter Kaffee

Den rohen Kaffeebohnen wird mit Dampf und warmem Wasser wieder 28 bis 45 Prozent Feuchtigkeit zugeführt. Bei einer Temperatur von 40 bis 70 Grad wird Kohlensäure und manchmal auch organisches Lösungsmittel dazu gegeben um das Koffein frei zu geben.. Anschließend werden die Kaffeebohnen wieder auf eine Feuchte von 10 bis 12 Prozent getrocknet.

Löslicher Kaffee

Die gerösteten Bohnen werden grob zerkleinert, mit Wasser vermischt und auf 170 Grad erhitzt. Die Wirkstoffe und Aromen lösen sich und verbinden sich mit dem Wasser. Dieser Extrakt wird anschließend durch Gefrier- oder Sprühtrocknung zu löslichem Kaffee. Seine Wirkung ist die Gleiche, wie bei einer normalen Tasse Bohnenkaffee.

Lieber kein Kaffee?

Wichtig ist, dass man auf die Zeichen seines Körpers achtet. Wenn sich die gewünschte Anregung in Aufregung wandelt und sich Müdigkeit breit macht, dann war es sicher zu viel des guten. Bei Schweißausbrüchen und erhöhtem Pulsschlag sollte die Menge reduziert werden. Ganz auf den Kaffeegenuss verzichten sollten Menschen, die nervös und leicht erregbar sind. Auch bei Angstzuständen und Herzproblemen wäre es besser auf Kaffee zu verzichten. Wer abrupt aufhört, Kaffee zu trinken, kann unter Nervosität, Müdigkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen leiden. Diese Entwöhnungszeichen sind meist am zweiten Tag am stärksten und klingen nach einer Woche ab.

Lagerung von Kaffeebohnen und Kaffeepulver

KaffeebohnenLuftdicht verschlossen, kühl und trocken aufbewahrt, bleiben Kaffeebohnen und Kaffeepulver viele Monate frisch. Bei der Entnahme mit einem trockenen Löffel darauf achten, dass nicht stark aromatische Gewürze oder Gemüse in der Nähe stehen. Der Kaffee könnte in Kürze die Aromen aufnehmen. Pulverkaffee sollte nach dem öffnen in wenigen Wochen verbraucht werden.

 

Quellen:

Anita Hessmann-Kosaris – Kaffee – der gesunde Muntermacher

eISBN: 978-3-641-02039-2 Wilhelm Goldmann Verlag

www.dge.de Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. 

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keinen fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen kann.

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Ajerrar, am 27.07.2013
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Bildquelle:
I. Ajerrar (Topinambur – als Kartoffelersatz und Gemüse)

Autor seit 5 Jahren
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