Über Meereshöhe - Die Handlung

Luisa macht sich auf den langwierigen Weg, ihren Mann im neuen Gefängnis zu besuchen. Die Reise ist beschwerlich und muss gut geplant sein. Denn ihre 5 Kinder halten bis zu ihrer Rückkehr den Hof in Betrieb. Trotz der Strapazen ist es für sie ein interessanter Ausflug, kommt sie doch sonst nicht unbedingt von ihrem Hof. Paolo hingegen ist fast schon ein alter Hase, und ist den Kontrast von der Schönheit der Insel und dem abschreckenden Gefängnisses schon gewohnt. Er hat seinen Sohn schon mehrmals dort besucht. Auf dem Weg zu Insel hängen beide Ihren Gedanken nach. Nach dem kurzen Besuch führt jedoch ein Autounfall zu Verzögerungen, so dass Luisa und Paolo die geplante Fähre verpassen. Diese musste auf Grund eines Sturmes früher ablegen. Beide müssen nun die Nacht zusammen auf der Insel verbringen. Eine Nacht, in der Herzen geöffnet und Schicksale beweint werden. Beiden tut die Begegnung gut.

Meine Rezension

Kennt Ihr das, wenn man irgendwo jemanden kurz sieht, vielleicht einfach nur jemand im entgegenkommenden Auto sitzt, und man denkt, wie das Leben dieses Menschen wohl aussieht? Wohin fährt er gerade, hatte er kurz vorher Streit oder wie fühlt sich derjenige wohl gerade? Irgendwie ist diese Buch wie ein kleiner Einblick in andere Menschen, den man zufällig trifft. Ich finde die Geschichte wirklich interessant geschrieben.

Man erfährt einiges über das Leben im Gefängnis, über das Leben von Luisa als alleinerziehende Mutter. Wie es langsam leichter wird, da die Kinder größer werden und noch mehr mit anpacken und wie sie zumindest Nachts ihren Mann so gar nicht vermisst.

Auch Paolo ist ein interessanter Charakter und der Gedanke daran, dass es auch Eltern wie uns passieren kann, dass die Kinder auf die schiefe Bahn geraten und gewalltätig werden, ist der reinste Horror. Auch der Sohn von Paolo hatte eine behütete Kindheit, Eltern die ihn liebten und Spaß mit und an ihm hatten. Dann geriet er an die Falschen und wurde zum Terroristen. Die Rebellion macht ihn zum Kämpfer für seine Sache und zum Mörder. Paolo kann es nicht verstehen, ist jedoch trotzdem auf seiner Seite. Paolos Frau gab auf und starb einfach. Aus einem fröhlichen Jungen wird ein Gewaltverbrecher. Man selber hat zwei kleine Kinder und hofft nur, dass man selber sowas niemals erleben muss...

Nitti, der Gefängnisaufseher ist ein sympatischer Typ. Jedoch seine Frau merkt deutlich Veränderungen an Ihm. Er wird immer verschwiegener und redet nicht über die Arbeit. In diesem Buch kommt deutlich rüber, wie ein schwerer Job jemanden verändern kann. Zwar ist er ein liebevoller Vater und Ehemann, aber im Job bleibt manchmal nur die absolute Härte, wenn man nicht selber Opfer der Häftlinge werden möchte. Manchmal wirds dann auch ungerecht und man kann nicht darüber reden, denn Frau und Familie ist der einzige Halt, den man noch hat.

Beim Buch "Über Meereshöhe" handelt es sich um ein leicht und zügig zu lesendes Buch mit 250 Seiten, dass einen schon etwas nachdenklich zurücklässt. Man bekommt gute Einblicke in die "Normalität" eines Hochsicherheitsgefängnisses, in die Gedanken eines Vaters und einer alleinerziehenden Mutter. Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Blessing Verlag und Blog Dein Buch kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich vergebe 5 Sterne.

susivital, am 03.01.2013
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Asterix bei den Pikten – Rezension)

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