Sickergrube (Septico)

Septico (Bild: Klaus Radloff)

Wasser und Abwasser in den Tropen

Die Wasserversorgung in tropischen Ländern unterscheidet sich von der Deutschlands. Wasser aus dem Hahn ja, aber es kommt in tropischen Ländern meist aus einem gemauerten Vorratstank (Zisterne), der bei Bedarf, alle paar Tage, von der Wasserleitung der Gemeinde oder Quellwasser aufgefüllt wird. Qualitätskontrollen finden nicht statt. Bei mittäglichen Außentemperaturen von z.T. weit über 30 Grad, hat das Wasser aus dem kalten Hahn Temperaturen, über die Betreiber deutscher Freibäder hoch erfreut wären.

Zisternenwasser ist deshalb schon idealer Nährboden für Kleinstlebewesen. Abwässer kommen in eine Sickergrube (Septico), die bei Bedarf ausgepumpt wird. Selbstverständlich sind Zisterne und Septico getrennt angeordnet aber dennoch können beide Flüssigkeiten nach massiven tropischen Regenfällen miteinander in Verbindung treten.

Wasser aus dem Hahn ist zum Duschen aber nicht zum Zähneputzen oder zum Trinken geeignet und spätestens jetzt sollte klar geworden sein, warum sich in Hotelzimmern Trinkwasser, in Flaschen abgefüllt befindet. Mit diesem Wissen ist aber das Risiko einer Infektion noch nicht ganz vom Tisch. Die nächste Klippe könnte das Eis in Getränken sein. Hotels verwenden dafür aus "Flaschenwasser" hergestelltes Eis. Es ist unbedenklich und an seiner speziellen Form erkenntlich. Anders die Situation bei Ausflügen ins Land. In den Bars der Einheimischen könnte dubioses Wasser aus einem Eimer dafür genommen werden.

Jetzt liegt der Gedanke nahe, nur noch in Büchsen abgefüllte Getränke zu konsumieren, aber auch dabei ist eine weitere Gefährdung denkbar. Dass Büchsenbier steril ist, ist auch hier selbstverständlich aber die Büchsen werden, bevor sie an die Bar kommen gelagert. Das geschieht wie überall auf der Welt in Lagerräumen, die in den Tropen auch von Ratten bewohnt werden und Ratten sind bekanntlich potentielle Krankheitsträger (Leptospirose). Abhilfe: Büchse putzen oder besser Getränke aus der Flasche wählen, weil es da weniger zu putzen gibt.

Koche, brate, schäle es oder vergiss es!

Dieser Grundsatz sollte ernst genommen werden. Lassen Sie die Finger von den am Strand angeboten, bereits geschälten Orangen. Der nette Verkäufer besitzt wahrscheinlich keine Seife um sich die Hände zu waschen. Vergessen Sie auch halbdurchgebratenes Fleisch. Sofern es aus Schlachthöfen stammt, in denen eine Fleischbeschau gemacht wird, ist das unbedenklich. Was ist aber, wenn es vom Bauern – weil billiger - direkt bezogen wurde? Dieses Fleisch könnte durchaus Bandwurmeier oder gar Trichinen enthalten.

Obstverkäuferin am Strand (Bild: Klaus Radloff)

Bleibt noch die Frage zu beantworten, wie man Salat kocht. Claro, selbstverständlich nicht aber ebenso selbstverständlich sollte bei diesem Urlaub darauf verzichtet werden. Die vielen angebotenen Früchte gleichen den daraus entstehenden Vitaminmangel etc. vollständig aus. (Außerdem hat es sich gezeigt, dass z. B. Blattsalat etwa den Nährwert eines Papiertaschentuches hat.) Angenommen Sie wollen dennoch auf Salat nicht verzichten, dann sollten Sie sich vergegenwärtigen, dass Sie Gast in einem sehr armen Land sind. Nicht alle Bauern haben da Geld für Kunstdünger und nehmen stattdessen die eigenen Fäkalien …..

Ja und was passiert, wenn Sie mir nicht glauben?

Nun ich hoffe natürlich nichts. Aber die Gefahr sich ein "paar Tierchen" einzuhandeln ist groß. Damit meine ich in erster Linie Amöben und Lamblien, Einzeller die den Darm besiedeln und Bakterien. Die könnten Sie zwingen ein paar Urlaubstage das Bett zu hüten. Oder würden symptomatisch erst in Erscheinung treten, wenn Sie das Urlaubsland bereits verlassen haben. Doch davon soll im nächsten Teil die Rede sein.

Ich vergaß zu erwähnen ...

... das die Tropen sinngemäß schon in Südeuropa beginnen.

Überlegungen zum Tropenurlaub - Teil 2

Überlegungen nach dem Tropenurlaub - Teil 3

 

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Kokospalmen

Klaus_Radloff, am 18.10.2009
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