Mückenschutz

Zusätzlich zu den bekannten Stechmücken existieren in tropischen Ländern ein paar besondere Spezies, deren Stiche ernste Folgen haben können. Die Rede ist hier beispielsweise von der Anophelesmücke, die die Malaria überträgt. Die Symptome sind hohes, wiederkehrendes Fieber mit Schüttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und Krämpfe. Wegen der Widerstandsfähigkeit der Erreger gegen fast alle gebräuchlichen Medikamente, wird die Behandlung immer schwieriger, Deshalb sollten Reiseziele mit hohem Risiko möglichst gemieden werden. (Informationen darüber finden Sie u.a. hier.)

Weiterhin sollten stets Mückenschutzmittel verwendet werden. Das nicht nur am Abend und in der Nacht, sondern während des ganzen Tages, denn einige Mückenarten sind tagsüber aktiv. Damit wird auch die Forderung untermauert, Ausflüge ins Landesinnere nicht mit leichter Sommerbekleidung, sondern mit langen Hosen und langärmligen Blusen oder Hemden zu machen.

Eine weitere Gefahr ist das, ebenfalls von Mücken übertragene Denguefieber. Die Symptome gleichen oft einer schweren Grippe, es können auch innere Blutungen auftreten Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, ist eine spezielle Therapie nicht bekannt und Antibiotika sind unwirksam.

Schuhwerk

Skistiefel sind natürlich unnötig. Dennoch sollten sich feste und geschlossene Schuhe im Reisegepäck befinden, denn bei Ausflügen ins Land wird möglicherweise auf Unangenehmes getreten. Das könnten Larven von Hakenwürmern sein, die sich in die Füße einbohren und zur Lunge und danach in den Darm wandern. Hier betätigen sie sich als Blutsauger. Sie kennzeichnet etwa 2mm große Blasen an den Zehen und sie sind glücklicherweise verhältnismäßig einfach zu behandeln. Das setzt allerdings voraus, dass man weiß worum es sich handelt und dem Hausarzt in Europa den Verdacht mitteilen kann, denn wahrscheinlich hat der so etwas noch nicht gesehen. Hakenwürmer sind bei weitem keine tropische Erfindung. Sie existieren ebenso in Europa und machten bereits etwa 1880 beim Bau des Gotthardt-Tunnel Probleme.

Feste Schuhe schützen nicht nur vor Parasiten, sondern auch vor spitzen Steinen und so allerlei Gewürm am Boden. Hier die Abbildung eines jugendlichen (kleinen) Hundertfüßers, die dank des Klimas etwa 30 cm lang werden. Ihr Biss ist nicht giftig aber so schmerzhaft, dass Morphine eingesetzt werden.

Kleiner Hundertfüsser

Baden in Flüssen und im Meer

Auf das Baden in Flüssen oder Seen sollte verzichtet werden. Zu einem werden die von den Einwohnern der an den Ufern gelegenen Dörfer als Abwasserkanal genutzt und weiter sind da wahrscheinlich weitere Parasiten zu erwarten. Gehen Sie deshalb sicher, schwimmen Sie nur im Meer. Am Strand empfiehlt es sich jedoch vorsichtig beim Umgang mit den Strandhunden zu sein. Diese wirklich armen Kerle entpuppen sich bei näherer Betrachtung oft als "Parasiten-Mutterschiffe". Das könnten lästige Flöhe aber ebenso Rundwürmer oder Hundehakenwürmer sein.

Medikamente

Tropenerfahrene Urlauber haben nicht selten "Antiparasitenmittel" in ihrer Reiseapotheke. Das erscheint mir aus zwei Gründen fragwürdig:

  1. Fast jeder Parasit bedarf eines anderen Medikaments. Prophylaktisches Einnehmen von Medis ist deshalb kaum sinnvoll. (Ausnahme Malariamittel)
  2. Die Kosten für Arzneien betragen in diesen Ländern nur ein Bruchteil der deutschen Preise
  3. Die hier ansässigen Ärzte kennen sich, im Gegensatz zur Mehrheit ihrer deutschen Kollegen, mit derartigen Erkrankungen aus täglicher Erfahrung sehr gut aus.

 

Trostpflaster 

Giftige Tiere, mit Ausnahme von Bienen und Wespen, sowie wenigen Kröten, gibt es in der Karibik nicht. Das ist der Grund, warum Ihnen eine vierte Folge dieser Serie erspart bleibt. Sollte Sie die Reise in andere Länder führen, sind Erkundigungen ratsam.

Denken Sie weiter daran, dass das hier Geschriebene Sie vor unangenehmen Erfahrungen bewahren und nicht von einem wirklich sonnigen und erholsamen Urlaub abhalten soll. Ich lebe auf der Insel Hispaniola seit mehr als 5 Jahren und manches mal tut es mir weh zu beobachten, wie sich unwissende Touristen selbst den Urlaub verderben.

Ich hoffe es nicht, aber sollten Sie sich doch etwas "eingefangen" haben, dann muss das oft nach dem Urlaub, zu Hause kuriert werden. Davon lesen Sie im letzten (3.) Teil.

Überlegungen nach dem Tropenurlaub - Teil 3

Überlegungen zum Tropenurlaub - Teil 1

Klaus_Radloff, am 20.10.2009
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Autor seit 7 Jahren
89 Seiten
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