Kennen Sie das Gefühl - Unberührte Natur

Für die einen der Urlaubstraum schlechthin, für die anderen blanker Horror: Spanische Hotelklomplexe mit Deutsch sprechendem Personal, italienische Cafés, die das altbekannte Wiener Schnitzel servieren, oder kulturelle Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm, die von Menschenmassen umringt sind. Doch es gibt sie noch, die versteckten Winkel Europas, in die der Pauschaltourismus noch nicht vorgedrungen ist.

 

Unberührte Natur im ungarischen Örség

 

Ankommen in Budapest - Foto Nadine WroblewskiBesonders Naturliebhaber sind nicht immer erfreut, in landschaftlich reizvollen Gegenden auf Touristenmassen zu stoßen, die den Zauber der Natur mit Füßen treten. Doch zum Glück gibt es noch geheime Nationalparks, in denen die Natur nach wie vor Ruhe und Erholung verspricht. Einer davon liegt in Örség, Ungarn.

 

In der unberührten Natur sind viele seltene Tierarten zu Hause. Bei Wanderungen über satte Wiesen begegnet man hier und dort Taubenschwänzchen, Gottesanbeterinnen oder Zebraspinnen. Auch scheue Pflänzchen wie Enzian oder Schwertliliengewächse haben sich in den lieblichen Tälern angesiedelt.

 

Ein Netz aus Rad- und Wanderwegen durchzieht den Naturpark und führt durch dichte Nadelwälder, vorbei an Mooren und Flüssen und zu kleinen Dörfern. Die Bevölkerung, die noch zu großen Teilen von der Landwirtschaft lebt, hat sich ihre Traditionen bewahrt. Unter anderem auch die ungarische Gastfreundschaft: Gäste werden nicht selten eingeladen, am Alltags- und Festleben teilzunehmen. So manch einer fühlt sich dort nicht wie zu Hause- sondern wohler als in den hektischen westeuropäischen Metropolen.

 

Die Ruinen von Nadur

 

Während Malta jedes Jahr von rund einer Million Urlaubern heimgesucht wird, ist die Schwesterinsel Gozo von den Touristenmassen verschont geblieben. Zwar zu Unrecht, da die Insel ebenso schöne Landstriche und kulturelle Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, doch kommt diese vermeintliche Benachteiligung gerade den Individualreisenden zugute.

Die Anreise nach Gozo gestaltet sich nicht viel aufwendiger als die Reise nach Malta: Wer frühzeitig die Preise der Flugtickets vergleicht, wird einen günstigen Flug auf die beliebte Ferieninsel Malta erhaschen. Die Kosten für die Anreise zum Flughafen können zudem mit günstigen Parkplätzen in Terminalnähe gesenkt werden. Auf Malta angekommen, ist die Überfahrt nach Gozo nur noch ein Katzensprung.

 

Die kleine Stadt Nadur, auf dem östlichen Berg Gozos gelegen, ist besonders interessant. Die Basilika St. Peter & Paul, das Schmuckstück der kleinen 4000-Seelen-Stadt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Kunstfertige Deckenmalereien erzählen vom Leben der beiden Heiligen, die der Kirche ihren Namen gaben. Auch außerhalb der Stadt finden sich kulturelle Schätze: Verfallene Türmchen, an denen der Zahn der Zeit schon seit Jahrhunderten zugange ist, ragen hier und dort zwischen hiesigen Obst- und Gemüseplantagen auf. Die alten Gemäuer verleihen der sanften, hügeligen Landschaft ein besonders Flair. Die kleinen Ġgantija-Tempelanlagen aus neolithischer Zeit tun ihr Übriges, um die Vergangenheit in greifbare Nähe zu rücken. Während die Touristen auf der Nachbarinsel Malta ihre Ellenbogen ausfahren, können Reisende auf Gozo verlassene Ruinen und einsame Strände entdecken. Zum Glück gibt es sie noch, die weißen Flecken auf den Landkarten der meisten Touristen.

 

Foto Brücke Budapest: Nadine Wroblewski

 

Verlassene Orte - Stille Orte

Gemäuer (Bild: Achim Püttmann)

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