"Sie säen nicht, sie ernten nicht - und der Herr ernährt sie doch!"

Mit diesem, damals wohl eher zynisch gemeinten Spruch, begrüsste oft unser Religionslehrer verspätet zu seinen Stunden kommende Schüler. Was würde Herr Fischer wohl machen, wenn er wüsste, daß eben dieser Spruch inzwischen zu etwas geworden ist, das man gut und gerne als "Mein Lebensmotto" bezeichnen kann?

Viele namhafte Schriftsteller verdienen sich eine goldene Nase damit, Bücher darüber zu schreiben, wie positives Denken funktioniert - und dass es funktioniert. Aber wenn es doch funktioniert, dann muss es doch für jeden Menschen funktionieren. Warum bitte werden "Lebenskünstler" wie ich nunmal einer bin, immer noch beneidet und gehören gesellschaftlich zu den eher verschrieenen Kreaturen unseres Zeitalters?

Wer mich kennen lernt, kommt nicht daran vorbei, sich mit meinen Meinungen und Einstellungen auseinander zu setzen. Jede eine hat ihre Berechtigung in dem, was ich in meinem Leben lernte - und viele von ihnen haben inzwischen Freunde und Anhänger gefunden, die sie für sich umsetzen, teilweise erfolgreicher, als ich selber es tue.

Erfolg

Was ist überhaupt Erfolg? Um zu wissen wann jemand erfolgreich ist, muss man sich mit dem beschäftigen, woran sein Erfolg gemessen wird. Ist ein Schriftsteller erfolgreich, sobald er so und so viel Bücher geschrieben hat? Sobald er so und so viele Veröffentlichungen hat? Sobald er eine gewisse Bekanntheit erreicht hat? Sobald er eine gewisse Beliebtheit erreicht hat?
Fragen, die nicht generell zu beantworten sind. Denn Erfolg zu haben, bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Für einen Obdachlosen ist eine selbst angemietete und bezahlte Wohnung ein unübersehbarer Erfolg, für einen Schlossbesitzer wohl eher ein Abstieg.
Daraus resultiert:
"Erfolg ist immer abhängig vom derzeitigen STAND-Punkt im eigenen Leben"

Heisst auch:
Bevor ich Erfolg HABEN kann muss ich wissen was für mich Erfolg IST.

...und seine Feinde

Setzen wir uns also doch mal hin und überlegen, jeder für sich, was Erfolg für ihn oder sie überhaupt bedeutet. Man denke an obigen Obdachlosen und wisse, daß jeder eine andere Antwort geben wird.
Und genau DAS ist auch RICHTIG.
Nicht die Antworten anderer zu bewerten gilt es - ebensowenig wie die eigene zu verteidigen - sondern die Individualität der eigenen Meinung anzuerkennen und ab sofort danach zu leben.

Wenn ich spüre, dass es für mich einen Erfolg bedeutet, einmal als Musiker auf einer Bühne zu stehen, muss mir gleichermassen aber sofort auch klar sein, dass ich dieses Ziel nicht erreichen werde, indem ich weiter 6 Tage die Woche ins Büro gehe und am Schreibtisch arbeite. Ich muss mein Leben ändern. Und genau an dieser Stelle schon treffe ich auf den "Erfolgsverhinderer Nummer 1" (der im übrigen nicht alleine kommt sondern eine Menge Freunde hat, die wir alle einzeln später noch kennen lernen werden)

Zweifel am eigenen Tun - der Erfolgsverhinderer Nummer 1

Ich selber nenne ihn kurzerhand "Den Nörgler"
Alles und jedes redet er kaputt, dieser "Bewacher des ewigen Gestern". Und wenn er es schafft, wird er jede Veränderung und damit jeden Fortschritt verhindern. Seine Waffen sind mannigfaltig, seine Methoden unendlich - aber jeder einen liegt der gleiche Kern zugrunde, den ich hier des bessseren Verständnisses halber einmal "Gesellschaftsregeln" nennen möchte. Auch wenn ich für mich eher "Gesellschaftszwänge" für den passenderen Begriff halte. Jeder Mensch hat eine solche Prägung - und die wenigsten haben gelernt sich ihr irgendwann einmal zu widersetzen. Gerade wenn die Kindheit "gut" und die eigene Familie "intakt" war, ist zu beobachten, dass diese Menschen sich nach Regeln ausrichten, die sie zu akzeptieren gelernt haben, ohne sie jemals auch nur ansatzweise zu hinterfragen.

"Das tut man nicht"

Eine berühmte "Unlebensregel" tragen wir glaube ich inzwischen alle in uns. "Das tut man nicht". Der Satz den unsere Eltern bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit nutzten um Türe und Tore dafür zu öffnen, dass wir gesellschaftstechnisch manipulierbar wurden und es bis heute blieben. Mit steigendem Alter wurden die Regeln spezifiziert in "männliche" und "weibliche" Unregeln.
"Manner weinen nicht"
"Frauen, die Kinder haben, gehen nicht mehr in Discotheken" - um nur einmal zwei Beispiele zu nennen - denen jeder einzelne Leser sicher hunderte wenn nicht noch mehr eigene hinzufügen kann. Und wir beugen uns. Ohne Wenn und Aber - ohne zu fragen warum.

Mein eigenes Fazit:

Inzwischen habe ich für mich erkannt, dass sich diesen Regeln zu beugen bedeuten kann, jeden eigenen Erfolg zu verhindern. Jeder - uns in irgendeiner Form "wichtige" Mensch kann und WIRD seine Meinungen und Vorstellungen auf uns übertragen und durch uns zu leben versuchen. "If I were you" (wenn ich du wäre, würde ich dies und das...) ist ein durchaus häufig beobachtetes Verhalten. "Auch Ratschläge sind Schläge" ist mehr als nur ein Pennälerspruch sondern vielmehr eine Warnung. Denn was passiert? Ich folge dem Rat eines solch wohlmeinenden Menschen, obwohl mir mein Gefühl etwas ganz anderes sagt und falle mit eben diesem Handeln auf die Nase. Da es in den Augen der Umwelt nicht sein, sondern MEIN Handeln war, werde ICH für dieses zur Rechenschaft gezogen - ab von dadurch erlittenen eigenen Nachteilen. Und gehe ich eben zu jenem "Ratgeber" wird dessen Aussage in 95-99% aller Fälle lauten:"Ich habe nur gesagt, so würde ICH es machen, ich habe NIE gesagt das es DU so machen SOLLST!"

Wohlgemerkt - ich sage NICHT, es ist falsch, sich Rat zu holen, ich sage nur, es ist falsch den Ratschlägen anderer Menschen blind zu folgen. Erfolg ist eine Sache des Bauchgefühls - denn seinem Instinkt kann JEDER Mensch vertrauen

traumstundenfee, am 03.06.2011
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