Identifizierung der Ungezieferart, die sich im Bett breitgemacht hat

Nichts bemerkt? Dann haben Sie kein Mikroskop über die Matratze gehalten. Je älter die Matratze ist, desto mehr Milben enthält sie vermutlich. Das ist jedoch nur für Allergiker (die morgens oft mit verstopfter Nase aufwachen) gefährlich.

 

Sie fühlen Stiche auf dem Kopf? Dann könnte es sich um Kopfläuse handeln. Sie können theoretisch das Fleckfieber übertragen, was jeder eher in der Dritten Welt passiert.

Sie haben mindestens drei Bisse direkt nebeneinander? Dann könnten sie das Bett mit Flöhen teilen. Nicht richtig gefährlich, aber unangenehm.

 

Sie haben mehrere Bisse hintereinander und zusätzlich Kotspuren auf der Bettwäsche? Dann wird es sich um Bettwanzen handeln. Diese Viecher sind ebenfalls nicht richtig gefährlich, aber leider sehr hartnäckig.

 

Zusammengefasst: Das Ungeziefer im Bett ist in der Regel nicht gefährlich, aber loswerden möchte man das meiste dennoch.

Das Ungeziefer loswerden

Wie reduziert man die Zahl der Milben? Viel saugen und lüften.

 

Zur Bekämpfung von Kopfläusen sollten Sie sich die Haare mit einem speziellen Kopflausmittel waschen. Bettwäsche und Handtücher nach jeder Behandlung wechseln und Kämme und Bürsten sauber machen. In den letzten acht Tagen getragene Mützen und Schals zwei Tage lang einfrieren. Polstermöbel und Autositze absaugen und den Beutel danach wegwerfen. Nach zwei und nach acht Tagen erneut auf Befall kontrollieren. Und das alles von Anfang an auch bei den anderen Familienmitgliedern tun.

 

Floh-Gegenmaßnahmen: Ein heißes Bad von Kopf bis Fuß nehmen. Befallene Kleidung bei 90 Grad waschen, zumindest bei 60 Grad. Die Wohnung absaugen. Viele haben außerdem gute Erfahrungen damit gemacht, einen Teller mit einem Teelicht aufzustellen und etwas Wasser in den Teller zu gießen (und einen Tropfen Spülmittel dazu, damit die Oberflächenspannung des Wassers reduziert wird). Die Flöhe würden zur Kerze hüpfen und ertrinken.

 

Nach Informationen des Umweltbundesamtes kann man den Befall von Bettwanzen verringern, in dem man sie mit einem Beutel-Staubsauger einsagt. Der Beutel muss nach jedem Saugen fest verschlossen werden und in einem dichten Plastikbeutel über Nacht im Tiefkühlfach eingefroren werden. Ansonsten wird empfohlen, befallene Gegenstände eine Stunde bei über 50 Grad in der Sauna zu lagern (Glücklich hier, wer eine Privatsauna hat, in einer öffentlichen Stelle ich mir das schwierig vor). Oder die Gegenstände drei Tage bei minus 18 Grad einzufrieren. Stark befallene Gegenstände wie Matratzen und Polsterliegen sollten mit Insektiziden behandelt und dann in Plastikfolie verpackt weggeworfen werden. Generell empfiehlt das Umweltbundesamt, einen Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen.

Woher kam das? Und wie kann man Ungeziefer im Bett vorbeugen?

Die Milben ernähren sich von abgestorbenen Hautschuppen. Für Allergiker empfiehlt sich die Anschaffung von speziellem Zubehör zur Milbenreduzierung. Sie sollten die Matratze und die Bettwäsche mit speziellen Schutzbezügen versehen, so genannten "Encasings". Gute Schutzbezüge haben ein Partikelrückhaltevermögen von unter 0,5 Mikrometer und werden als "luftdurchlässig" oder "atmungsaktiv" bezeichnet. Nur ungefähr dreimal pro Jahr Wachen und nach 2 bis 3 Jahren neu kaufen. Die Schützbezüge möglichst nicht selber wechseln.

 

Die Läuse hat man vermutlich von anderen Menschen, z.B. treten sie häufig in Kindergärten und Schulen auf. Besondere Vorbeugungsmöglichkeiten gibt es nicht; es kommt darauf an, einen Befall schnell zu bemerken und zu reagieren.

 

Zur Vorbeugung kann man Haustiere entflöhen lassen, häufig die Bettwäsche und die Kleidungsstücke waschen. Und Mittel wie Flohpulver und Flohsprays verwenden.

 

Bettwanzen waren in Industriestaaten einmal fast ausgerottet, seit ein paar Jahren steigt ihre Zahl jedoch rapide an. Angefangen hat es mit Hotels in amerikanischen Großstädten, jetzt soll auch eine Gegend Sachsen-Anhalts besonders betroffen sein. Man sollte also in diesen Gegenden und in Hotels in allgemeinen vorsichtig sein, auf Indizien für Bettwanzen achten und möglicherweise sogar sicherheitshalber vor der Rückkehr den Inhalt des Koffers auf hellem Untergrund ausbreiten, um nach Spuren der Tiere zu suchen. Außerdem können die Wanzen durch gebrauchte Möbel oder Kleidung eingeschleppt worden sein.

Autor seit 5 Jahren
212 Seiten
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