Der Erbsenzähler - Bezeichnung für eine pingelige Korrektheit

Zu verdanken haben wir diese Bezeichnung einem Zeitgenossen namens Gisbert von Vincke. Dieser nämlich, ein westfälischer Freiherr, beobachtete Karl Baedeker, einem Herausgeber von Reiseführern, im Jahre 1847 beim "Erbsenzählen".

Karl Baedeker blieb beim Besteigen des Mailänder Doms alle 20 Stufen stehen und stecke eine trockene Erbse von der Westentasche in die Hosentasche. Die Anzahl der Erbsen mit 20 multipliziert plus den restlichen Stufen ergab so die präzise Anzahl der Stufen für den späteren Reiseführer. Aber nur auf eine einmalige Zählung verließ Karl Baedeker sich nicht. Er machte die Gegenprobe, indem er beim Abstieg alle 20 Stufen jeweils eine Erbse wieder aus der Hosentasche in die Westentasche transportierte. Unten angelangt musste die Hosentasche bei korrekter Zählung also wieder leer sein.

Also sehr korrekt und pingelig.

Der Strohwitwer - Ein auf Zeit vom Lebenspartner verlassener Mann

Im Mittelalter war es üblich, auf mit Stroh gefüllten Säcken, oder direkt auf Stroh zu schlafen. Lag nun die Ehefrau nicht im selben Stroh, so war man Strohwitwer, genauer gesagt - verwitwet (allein) im Stroh.

Der Unterschied zwischen einem Strohwitwer und einem echten Witwer ist die Tatsache, dass Letzterer weiß, wo der Partner liegt - nämlich auf dem Friedhof.

Einlochen - Jemanden einlochen - ins Gefängnis stecken

Im Mittelalter gab es natürlich nicht solch moderne und humane Gefängnisse wie zur heutigen Zeit.

Üblicherweise standen für die Inhaftierung gemauerte Türme zur Verfügung, in die man den Übeltäter einsperrte. Viele dieser Türme verfügten auch über einen Keller, welcher über ein Loch im Boden zugänglich war. Diesen Zugang nannte man auch "das Angstloch". Als besonders harte Strafe galt, den Inhaftierten in den Keller, also in das Angstloch zu sperren. Er wurde im wahrsten Sinne des Wortes "eingelocht"

Lügen, bis die Balken biegen

Bauen war schon immer teuer, natürlich auch im Mittelalter.

Der teuerste Baustoff war Stein. Wer sich das leisten konnte, war steinrein, wer sich das nicht leisten konnte, setzte auf Holz und errichtete ein Fachwerkgebäude. Hier wurde zur Statik mit Holz gearbeitet. Damit man dennoch zeigen konnte, reich zu sein, musste man schon teures Eichenholz nehmen. Hatte man auch dafür kein Geld, griff der Bauherr auch gerne auch Fichtenholz zurück, welches von der Optik nicht vom Eichenholz zu unterscheiden war.

Die Lüge wurde allerdings nach einiger Zeit offensichtlich - die Balken fingen an, sich zu biegen.

Einen Zacken zulegen

Die Entstehung dieser Redewendung kommt aus dem Mittelalter, als man noch auf einer offenen Feuerstelle kochte. Der Kochtopf hing dabei an einem gezackten Eisen etwas über dem Feuer.
Um die Hitze zu erhöhen oder zu verringern konnte man den Kochtopf höher oder niedriger hängen. Wollte man das Mahl schneller fertig werden, wurde der Topf um einen oder mehrere Zacken tiefer gehängt. Es wurde also ein Zacken zugelegt.

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