Louisiana - immer eine Party

Wir beginnen unsere Reise unten im Mississippi Delta in New Orleans, Loiusiana, das 1718 von französischen Kaufleuten als La Nouvelle Orléan am Golf von Mexiko gegründet wurde. Trotz des verheerenden Hurricanes Katrina in 2005 hat die Stadt bis heute ihren Charme der alten Südstaaten erhalten. Besucher können immer noch durch das populäre French Quarter spazieren und dort in der Boubon Street, der Geburtsstätte des Jazz, zum Beispiel im Maison Bourbon guten alten Dixieland Jazz hören. Auch Sehenswürdigkeiten wie Lafitte's Blacksmith Shop, der zu den ältesten Gebäuden der Stadt gehört, sind immer noch dort. Und vor allen Dingen erinnern die alten schmiedeeisernen Balkone an die französische Kolonialzeit.

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Für ein abendliches Vergnügen empfehle ich einen Besuch der Bourbon Street. Auch wenn man kein eingefleischter Jazz Fan ist, sollte man sich diese Atmosphäre am Geburtsort dieser Musik nicht entgehen lassen, zumal die musikalischen Darbietungen meist sehr gut sind. Antiqitäten Fans kommen hingegen auf der parallel verlaufenden Chartre Street auf Ihre Kosten.

In New Orlean findet auch alljährlich zur Karnevalszeit der berühmte Mardi Gras statt, an dem bunt verkleidete Menschen mit Musik und Gesang in einem Umzug durch die Straßen ziehen und ihre eigene Art von Fasching feiern. Hier sollte man sich auch bei einem Besuch ein nettes Lokal suchen, um einige Köstlichkeiten der ausgezeichneten kreolischen Küche zu genießen. Einen Jambalaya oder Seefood Gumbo sollte man sich nicht entgehen lassen. Wer sich die Stadt ein bisschen näher ansehen möchte, kann sich am Rande des Viertels am Jackson Square in einer Pferdekutsche setzen und die Stadt bei einer gemütlichen Rundfahrt genießen. Oder man macht eine Tour durch das Mississippi Delta mit einem der berühmten Schaufelraddampfer. FOTO: Fotolia

New Orleans - The Big Easy

New Orleans (Bild: Tom Frazier / AllPosters)

Mississippi Hightlights

Von New Orleans aus geht es in nördlicher Richtung entlang des Mississippi weiter nach Natchez. Die Stadt wurde 1716 von den Franzosen gebaut und gilt als die älteste europäische Niederlassung am Mississippi. In dieser Stadt spürt man die nostalgische Aura des alten Südens. Hier kann man in der Architektur noch Kulissen wie aus "Vom Winde verweht" und die berühmten Schaufelraddampfer auf dem "Ole Man River", wie der Mississippi auch genannt wird, bewundern.

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Einer der Highlights von Mississippi ist sicherlich der Blues Trail und die Stadt Tupelo, der Geburtsort von Ellis Presley, etwa zwei Autostunden südlich der Graceland Mansion in Memphis, Tennessee. Hier gibt es überall Andenken, die an den "King of Rock'n Roll", wie der berühmteste Sohn der Stadt auch genannt wird, erinnern.

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Wenn es aber um gutes Essen geht, dann ist die kleine Stadt Hattiesburg im Süden von Mississippi einer der besten Orte, um lecker Pork Ribs (Schweinerippchen) zu genießen. Ein einfaches Restaurant an der Straße genannt, Leatha's Bar–B–Q Inn ist eine Superempfehlung, um die leckeren Dinger zu genießen. Hier sieht man wie Politiker, Bauarbeiter, Studenten und Großmütterchen alle das gleiche tun. Einen Eistee trinken und sich die Finger lecken von den tierisch leckeren Rippchen.

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Mississippi

Oak Alley Plantation in Mississippi River Valley (Bild: John Elk III / AllPosters)

Tennessee - die Heimat von Country-Musik und Jack Daniels Whisky

In Lynchburg, Tennessee wird seit 1860 der weltberühmte Jack Daniels Tennessee Whisky hergestellt. Die Einheimischen legen auch großen Wert darauf, dass es hier nicht um einen Bourbon Whisky geht, sondern eben um Tennessee Whisky, der seine unverwechselbare leicht süßliche Note dadurch erhält, dass bei seiner Herstellung Ahorn-Holzkohle verwendet wird, die der Maische eben diesen Touch verleiht.

Memphis, Tennessee hat seine weltweite Berühmtheit in erster Linie dem Blues zu verdanken. Als Mitte der zwanziger Jahre viele Afro-Amerikaner aus der Delta Region des Mississippi nach Memphis zogen, um dort Arbeit zu finden, hat ihre Liebe zum Blues den Grundstein für die musikalische Bedeutung der Stadt gelegt. Weltberühmte Musiker aus dieser Gegend wie Robert Johnson, Muddy Waters und nicht zuletzt der legendäre B.B.King machten Memphis zur Bluesmetropole der USA. Wenn man abends die historische Beale Street runtergeht und die Blues Musik aus den Bars und Restaurants hört, bekommt man etwas mit von den typischen Flair den diese Musik ausmacht. Eine der besten Lokale um diese Musik zu genießen ist sicherlich B.B. King's Blues Club.

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Das weiter nördlich gelegenen Nashville ist die Heimat der Country-Musik und hier kann man locker einen halben Tag in der Country-Musik Hall of Fame und dem Museum verbringen. Eine enorme Sammlung von Instrumenten, Kostümen, Fotos und Videos von Country Stars, alten wie neuen, gibt einem ein Gefühl dafür, wie wichtig diese Country-Musik für den Süden der USA ist. Genau wie in Las Vegas ist es schwierig das normale Nashville in diesem Lichtermeer zu erkennen. FOTO: Fotolia

Wer bei einem solchen Besuch richtig Hunger bekommen hat, dem ist Jack's Bar-B-Q zu empfehlen. Pork Rib, Rinderbrust, Kartoffelsalat und Krautsalat sind genau das Richtige, um sich nach einem anstrengenden Besuchstag erst einmal zu stärken.

Die beste und traditionellste Art Country-Musik zu genießen, ist bei einem Besuch in der Gran Ole Opry, die älteste und am längsten laufende Radioshow der Welt. Was 1925 mit einer einfachen Radioübertragung begann, ist heute eine Live Bühnenshow. Hier hört man Country Oldies und die modernen Hits von heute. Die Stilrichtungen umfassen alles von Bluegrass über Cowboy Country bis zu Americana. Hier kann man erleben, wie das Publikum mit dieser ursprünglichen Musik der USA richtig mitgeht.

 

Nashville
Neon Signs on Buildings, Nashville ...

Neon Signs on Buildings, Nashville, Tennessee, USA (Bild: AllPosters)

Country Music Hall of Fame Museum
Country Music Hall of Fame Museum

Country Music Hall of Fame Museum (Bild: Barry Winiker / AllPosters)

Alabama - Sweet Home Alabama

Südlich von Nashville kommen wir im Bundesstaat Alabama nach Huntsville, wo man im US Space & Rocket Center die 110 m hohe Saturn 5 Rakete bewundern kann, die im Juli 1969 die ersten Astronauten zum Mond gebracht hat. Auch ein Exemplar des Space Shuttle ist hier zu besichtigen. Deshalb wird Huntsville auch Rocket City genannt. Ursprünglich war der Ort in den 50-er Jahren ein militärischer Raketenstützpunkt. Deshalb wurde diese Armeebasis ausgewählt, um dort unter der Führung von Wernher von Braun die Weltraumraketen der USA zu entwickeln und zu bauen. Der deutsche Raketenwissenschaftler, der im Zweiten Weltkrieg die V1 und V2 Raketen für Deutschland bauen und entwickeln ließ, kombinierte hier in den USA sein technisches Wissen mit seiner ehrgeizigen Vision, die Menschen in den Weltraum und letztlich zum Mond zu bringen.

Auf dem Weg weiter nach Süden gelangt man nach Birmingham, der größten Stadt von Alabama. Aufgrund seiner Eisenerzvorkommen wurde sie früher auch die Steel City, die Stadt des Stahls genannt. In den 60-er Jahren wurde die Stadt besonders bekannt durch ihre Auseinandersetzungen während der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Heute erinnert die Statue von Martin Luther King vor der Baptisten Kirche an diese Zeit. Ganz in der Nähe der Stadt in Florence wurde 1873 W. C. Handy geboren, der auch als Vater des Blues gilt. In den 60-er und 70-er Jahren wurden in den FAME Studios (Florence Alabama Music Enterprises) Lieder von Aretha Franklin, Otis Redding den Rolling Stones, Paul Simon und Bob Dylan produziert. Hier spielte einst auch Lynyrd Skynyrd, die legendäre Rockband aus den 70-er Jahren ihr weltberühmtes "Sweet Home Alabama".

Die weiter südlich gelegene Hauptstadt Montgomery wurde weltberühmt als am 1. Dezember 1955 eine schwarze Frau namens Rosa Parks sich in einem Bus weigerte, ihren Sitzplatz für einen weißen Mann freizumachen. Ihre daraufhin erfolgte Inhaftierung führte zu einem Boykott der Buslinien, der 381 Tage andauern sollte bis das oberste Gericht des Staates Alabama letztlich die Gesetze der Rassentrennung für verfassungswidrig erklärte. Heute erinnert die Rosa Parks Library und Museum in der Innenstadt noch an diese Zeit.

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Rosa Parks und Coretta King

Civil Rights Activists Coretta King and Rosa Parks in Montgomery, Alabama, 1975 (Bild: AllPosters)

US Air and Space Museum

Rockets at Rocket Park (Bild: Roger Ressmeyer / AllPosters)

Musik aus den Südstaaten

Auch die Musik in den Südstaaten ist vielfältig und hat eine lange Tradition. In Nashville,Tennessee dessen musikalische Ursprünge in den Geigenklängen und traurigen Balladen Schottlands und Irlands wurzeln, startete in den 20-er Jahren eine Versicherungsgesellschaft über die hauseigene Rundfunkstation WSM eine Live-Show namens Gran Ole Opry (die große alte Oper). Im Laufe der Jahre wurde die Stadt zum Mekka der Country-Musik und wird daher heute auch Music City USA genannt. Hier haben Weltstars wie Ellis Presley und Country Legenden wie Dolly Parton, Johnny Cash und Willie Nelson amerikanische Musikgeschichte geschrieben. Nicht zu vergessen ist auch Memphis, Tennessee als Metropole des Blues. FOTO: Fotolia

Weiter südlich in New Orleans, Louisiana liegt die Wiege des Jazz. "The Big Easy" wie die Stadt auch genannt wird, bietet den Besuchern aus aller Welt im French Quarter auf der Bourbon Street in zahlreichen Lokalen ausgezeichneten, traditionellen Jazz. Der Jazz stammt von der Straße und in New Orleans ist er dort auch verwurzelt geblieben. Auch wenn man kein eingefleischten Jazz Fan ist, sollte man sich einen Besuch hier nicht entgehen lassen und einen Abend mit einem schönen Cocktail bei super Live Jazz genießen. FOTO:Fotolia

Die Reihe von Musikern, die diese Gegend der USA hervorgebracht hat, ist riesig und reicht von Country-Größen wie Hank Williams, Chris Kristoffersen und Chat Atkins bis hin zur weltberühmten Blues und Jazzmusikern wie B.B. King oder Louis Armstrong.

Unvergessen ist auch die legendäre Rockband Lynyrd Skynyrd aus den 70-er Jahren die mit Liedern wie "Free Bird" oder "Sweet Home Alabama" weltberühmt geworden sind. Mobile, Alabama, am Golf von Mexiko ist die Heimatstadt von Jimmy Buffet, der in den USA sehr populär ist und dessen Musik häufig von karibischen Klängen inspiriert ist. Sein Vater und Großvater waren Fischer in der Karibik und auf seinen zahlreichen Besuchen in der dortigen Inselwelt ist er von der einheimischen Musik inspiriert worden und dort erfand er auch den Mythos von Margaritaville, jenem imaginären Ort zwischen hier und nirgendwo, wo sich immer nette Leute an irgendeinem Strand bei guter Musik und einem exotischen Cocktail zusammenfinden.

LET'S GO TO DIXIELAND

Jimmy Buffet Fruit Cakes

Jimmy Buffett (Bild: AllPosters)

Margaritaville Pub am Meer

Catamarans Moored outside Margaritaville Pub and Restaurant, Montego Bay, Jamaica (Bild: Richard Cummins / AllPosters)

Esskultur der Südstaaten

In der Esskultur der Südstaaten spiegeln sich ethnische Vielfalt und die Leidenschaft für eine gute Mahlzeit wieder. Hier findet man wohl die beste Regionalküche der USA. Historisch gesehen besteht eine gewisse Parallele zwischen der Kochkunst und der bodenständigen Musik des Südens, zu Jazz, Blues und Country. So wie in der Musik so ist auch in der Küche der Südstaaten vieles aus der Not geboren.

Dabei hat der Süden seine besonderen Vorzüge in den langen Wachstumsperioden, wo Obst und Gemüse besonders gut gedeihen. Besonders in Louisiana hat man die Küche der Kreolen, die aus der Karibik stammt und die der Cajuns, der Nachkommen der Franzosen. Hier findet man eine Vielfalt an kulinarischen Genüssen in einem einzigen Staat wie es sie in den meisten anderen zusammen nicht gibt.

Jambalaya und Seefood Gumbo sind typische Spezialitäten, die man in Louisiana und insbesondere in New Orleans genießen kann. Catfish, eine Welsart, gehört zu den besonderen Fischspezialitäten der Region.

Während des Bürgerkrieges und während der großen Depression haben gerade die Menschen im Süden der USA ohne Unterschied von Herkunft und Rang wie nur wenige Amerikaner gelernt, was Hunger bedeutet. Daher kommt wohl auch die Einstellung: "Iß dich satt, solange du kannst. Wer weiß, was morgen ist". Und so hat man gelernt aus dem was die Natur so bietet das Beste zu machen. Trotz der gigantischen Fast Food Industrie in den USA hat die Südstaatenküche überlebt und erfreut sich heute einer zunehmenden Beliebtheit weit über die Grenzen dieser Region hinaus.

Es gibt kaum eine andere amerikanische Metropole, wo es heute kein Restaurant mit kreolischer Küche gibt. Ob in San Francisco oder in New York, überall weiß man inzwischen die Qualität dieser Südstaatenküche zu schätzen.

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Jambalaya – Eintopf aus New Orleans

Wie so viele leckere Sachen, war Jambalaya ursprünglich mal ein Resteessen für arme Leute. Heute ist es ein Klassiker in der Küche der Südstaaten, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Wer es selber einmal kochen und probieren möchte, hier ist ein Rezept, das ich mal aus New Orleans mitgebracht habe.

Zutaten:

Speiseöl

250 g Fleischwurst

250 g Bacon oder durchwachsenen Speck

200 g Krabben oder Flußkrebse

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

1 Dose geschälte Tomaten (400 g)

3 Tassen Gemüsebrühe

1 TL Thymian

1/ 2 TL Chayennepfeffer

1 ½ TL Worcestersauce

2 Tassen Reis

Foto: Manfred Sielaff

Zubereitung:

Fleischwurst und Bacon in Öl anbraten und aus der Pfanne nehmen und warmstellen. Zwiebeln, Sellerie und Knoblauch in dem selben Öl anbraten.

Geschälte Tomaten, ohne Flüssigkeit, mit den Gewürzen dazugeben und alles 5 Minuten Kochen. Reis dazugeben und mit kochen. Tomatenflüssigkeit, Worcestersauce und Brühe dazugeben und kurz aufkochen.

Krabben, Fleischwurst und Bacon dazugeben und mit garen bis der Reis fertig ist.

Vorbereitungszeit: 20 - 30 Min. Garzeit: 30 - 40 Min.

Fertig. Guten Appetit

Ein letzter Tipp

Wer eine Rundreise durch die USA startet und dabei nicht unbedingt nur eine Tour durch die Südstaaten im Sinne hat, der sollte auf jeden Fall einen Besuch in New Orleans mit einplanen. Die Stadt hat ein Flair wie es so in den USA in keiner anderen Metropole vorzufinden ist.

GUTE REISE

Autor seit 4 Jahren
65 Seiten
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