Mit dem Bus über Nacht und mit dem Flugzeug innerhalb einer Stunde reisen wir direkt in die Berge: nach Merida oder auf spanisch: "Santiago de los Caballeros de Merida".

Merida ist mit 200 000 Einwohnern die Hauptstadt und das Handelszentrum des Bundesstaates Mérida, gleichzeitig ein Zentrum für Tourismus mit einer bekannten Universität. Landschaftlich liegt Mérida in einem riesigen Tal in den Anden. Der Ort liegt 1600 Meter hoch, so hoch gibt es keine Orte in Deutschland.

Direkt vor den Toren der Stadt befindet sich der Pico Bolivar. Er ist fast 5000 Meter hoch, exakt gemessen 4981 Meter. Zum Pico Bolivar hinauf finden wir die höchste Bergbahn der Welt und die Fahrt zu den Gipfeln ist atemberaubend. Wir reisen damit in die Gletscher der Anden, fahren damit mehr als 12 Kilometer und überwinden 3200 Höhenmeter. Von oben können wir auch den kleinen Flugplatz erkennen, auf dem wir gelandet sind und auf dem fast jede Stunde ein Flugzeug zwischen den Berggipfeln einschwebt. Und neben der Bergbahn gibt es in Merida noch einen weiteren Weltrekord: Im Zentrum von Merida ist ein besuchenswertes Eiscafe mit Namen "Heladeria Coromoto". Hier wird der Weltrekord an Eissorten gehalten, es gibt 800 verschiedene Geschmackssorten an Speiseeis, jeden Tag kann sich der Gast aus mindestens 100 Sorten seine Eisbällchen aussuchen. Hier zwei Geschmacksrichtungen, die Sie wohl nicht in Europa bekommen werden in einem italienischen Eiskaffee: Erika (Kombination Erdbeere und Banane) oder Forelle.


Da sich Eis schlecht als Souvenir einpacken und mitnehmen lässt, empfehle ich die einheimischen Marmeladen. Auch hier gibt es eine riesige Auswahl und sie schmecken meiner Meinung nach besser als in Europa. Fremde würden nicht in Südamerika erwarten: alte Kirchen und Gebäude. Merdia wurde bereits im 16. Jahrhundert gegründet, romantische Wanderwege und im Frühjahr ein Clownfestival, mit Komikern aus aller Welt. In den Bergen wirkt die Landschaft fast wie in Mitteleuropa, man kann fast vergessen,dass Venezuela in den Tropen liegt.

Wir wollen es nicht versäumen, ein "Frühstück alla Venezuela" zu bestellen. Wir haben das allerdings nur einmal getan. Zuerst kommt ein Salat, Blattsalat mit Gurken und Tomaten. Danach kommen Rühreier mit Brot. Es folgt ein Steak. Nun kommt der süße Teil mit Marmelade und Brötchen. Es folgt eine Getreidesuppe. Und zum Abschluss eine Obsttafel, für den Europäer doch etwas gewöhnungsbedürftig. Spanisch ist in Venezuela sehr hilfreich, so gut wie kein Mensch spricht Deutsch oder Englisch, aber Spanisch ist leicht zu erlernen. Wir mieten uns ein Taxi und besuchen die Indios in den Bergen. Merkwürdigerweise werden diese als Einheimische bezeichnet, die Menschen in der Stadt Merida oder in Caracas sehen sich nicht als "Einheimische".

Obwohl wir auf einem fremden Kontinent sind, im Indiodorf wirken die Menschen wirklich ganz anders als in Europa. Sie sind von einer Ruhe umgeben, die in Europa fremd ist. Wenn sie Ware für die Touristen herstellen, zum Beispiel Stickereien, wirken sie bei der Arbeit viel entspannter und fröhlicher als wir es von Deutschland gewohnt sind.

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