Mischkultur

Ein Beet fürs Gemüse, eines für die Erdbeeren, eines für Kräuter und eines für Blumen - eine solch strikte Aufteilung muss nicht sein. Wer später auf seinem Essensteller Gemüse und Blumen mischt, kann das auch vorher im Anbau schon tun. Es gibt nichts Schöneres in einem Gemüsebeet als ein paar hübsche Farbtupfer einiger Blumen, die zwischen den streng in Reih und Glied angesäten Gemüsesorten für Abwechslung sorgen. Selbstverständlich sollte es sich dabei um essbare Blumen und Blüten handeln.

Blume oder Unkraut

Einige Blumen und Blüten haben wir normalerweise nicht so gerne in unserem Garten und im Beet schon gar nicht. Besonders unbeliebt ist bei vielen Gartenbesitzern der Löwenzahn, denn er sät sich sehr stark aus und wurzelt tief. Ein Grund mehr, ihn frühzeitig zu pflücken, bevor er Blüten und dann Pusteblumen ausbildet. Je früher man Löwenzahn ernet, umso zarter schmeckt er. Deshalb sollte man nur die ganz jungen und hellgrünen Blätter für den Salat verwenden. Die Blätter legt man eine Zeit lang in lauwarmes Wasser ein, sie verlieren daruch ihre Bitterkeit. In der Zwischenzeit würfelt man eine Knoblauchzehe oder eine Zwiebel fein und erstellt mit Essig und Schmand eine Salatsoße. Ein bisschen Zucker darin schadet auch nicht, denn trotz Einweichen im lauwarmen Wasser hat Löwenzahn einen herben Geschmack. Die Blätter werden nun ganz fein geschnitten und mit der Soße vermengt.

Wer zu spät dran ist und nur ältere Löwenzahnpflanzen in seinem Garten vorfindet, kann immer noch etwas daraus zubereiten. Erstens wachsen auch an älteren Pflanzen immer junge Blätter nach und zweitens kann man auch die gelben Blütenköpfe verwenden.

 

Ein essbarer Zaun

Ertragreiche Zäune in der Gestalt von Wildfruchthecken, Beerensträuchern oder Bohnenranken am Rosenbogen verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen. Man bekommt einen Sichtschutz inklusive Abgrenzung zum Nachbarn und hat gleichzeitig spätestens im Herbst auch noch eine reiche und leckere Ernte.

Wer zusätzlich eine ästhetische Komponente haben möchte, pflanzt essbare Blumen als Zaun. Selbstredend, dass man hierfür rankende Sorten mit einer entsprechenden Wuchshöhe verwendet. Besonders schön ist die orangene, gelbe und rote Pracht der rankenden Kapuzinerkresse.

Essbare Blumen und Blüten und ihre Verwendung

Essbare Blumen und Blüten können in der Küche prinzipiell überall eingesetzt werden. Sie eignen sich als Hauptgericht (panierte und gefüllte Zucchiniblüten oder in Pfannkuchenteig getunkte und ausgebratene Holunderblüten mit Dip) und als Beilage (anstelle von Gemüse) gleichermaßen.

 

Gerne werden sie als Zutat in Gelees oder in Bowle verwendet. Auch über einen grünen Salat gestreut, machen sie aus einem einfarbigen Gericht ein buntes Highlight.

 

Sie eignen sich als essbare Tischdekoration für ein romantisches Dinner.

Apropos Romantik: Einen Schuss Romantik enthält jedes Gericht - vor allem die süßen Nachspeisen - durch Rosen. Ein Vanillepudding mit Zimt und einigen Rosenblättern ist perfekt für ein romantisches Candlelight-Dinner. Bringt Ihnen der Herzallerliebst einen Rosenstrauß mit: Bitte beherrschen Sie sich! Da er die Rosen vermutlich im Blumenhandel erworben hat, sind sie höchstwahrscheinlich mit Pestiziden behandelt.

Also beißen Sie nicht gleich hinein, sondern stellen die Blümchen in die Vase. Für Ihre kulinarischen Kreationen verwenden Sie nur die selbergepflückten/selbstangepflanzten Blümchen.

So schmecken Gänseblümchen und Co.

Hornveilchen haben ein zartes Aroma, Lavendelblüten eignet sich sehr gut für süße Nachspeisen und die Aloe-Vera-Blüte schmeckt einer Frühlingszwiebel ähnlich.

So unterschiedlich Blumen und Blüten aussehen, so unterschiedlich schmecken sie auch. Hornveilchen und Nelken schmecken schwach und eignen sich daher für den Einsatz in Gerichten, in denen ein anderer Geschmack dominieren soll.

Kapuzinerkresse (auch die Blüten) hat eine herzhafte Note, das Gänseblümchen schmeckt süß. Ringelblumenblätter schmecken leicht bitter, die Blüten sind weniger intensiv im Geschmack.

Ansonsten heißt es: Probieren geht über Studieren. Ich freue mich auf kulinarische Kommentare und Bekenntnisse über Kornblumen, Ringelblumen, Lavendel, Rosen, Gänseblümchen, Taglilien, Nelken und die vielen anderen essbaren Blumen und Blüten.

Blumen...
Sophie1975, am 21.06.2013
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Wie macht man gefüllte Champignons?)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wie macht man Tiramisu? Original und leckere Variationen dazu)

Autor seit 5 Jahren
220 Seiten
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