Sehenswürdigkeiten

Weithin sichtbar ist die am Ortseingang. Die Geschichte der Wallfahrt in Neukirchen hat ihren Ursprung in einer Hostienwallfahrt. Nach der gängigen Legende rettete um 1420 eine fromme Bauersfrau das jetzige Neukirchener Gnadenbild vor den Hussiten vom böhmischen Loucim und brachte es nach Neukirchen. Ein Hussit entdeckte diese Marienfigur und warf sie in einen nahegelegenen Brunnen. Die Figur kehrt jedoch wieder an ihren Platz zurück. Dies wiederholte sich noch zwei Mal. Dann versuchte der Hussit Marienstatue mit einem Schwerthieb zu zerstören. Dabei floss aus dem Kopf der Statue Blut. Der Hussit konnte nicht fliehen. Denn sein Pferd bewegte sich nicht von der Stelle. Darauf war er bekehrt und Die Wallfahrt zur Madonna mit dem gespaltenen Haupt setzte ein. Danach wurde eine Kapelle vor dem Ort errichtet und eine bedeutende Wallfahrtstätte entstand. Herzog Maximilian I. ließ nach 1614 die Wallfahrtskapelle zu einer Kirche ausbauen. Nach dem Bau des Klosters im Jahr 1659 wurde 1667 die Klosterkirche angebaut. Es entstand der Doppelaltar der Wallfahrtskirche und Klosterkirche verbindet. 1699 wurde der Glockenturm fertiggestellt. Die heutige Form erhielt die Kirche 1719/1720.

1659 entstand das Franziskanerkloster. An die Rückseite der Wallfahrtskirche wurde eine Klosterkirche angebaut. Von 1723 bis 1744 studierte hier der Ordensnachwuchs. Die Säkularisation ab 1800 überstand das Franziskanerkloster als Aussterbekloster. Hier wurden Mönche untergebracht, die nicht ausgewiesen werden konnten. 1992 bis 1996 erfolgte eine umfangreiche Renovierung des Klosters. Im Nordflügel entstand ein grenzüberschreitendes Wallfahrts- und Begegnungszentrum. Der Klostergarten wurde nach historischem Vorbild neu angelegt und ist nun der Öffentlichkeit zugänglich.

Die Nikolauskirche (Marktkirche) wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut. Im 14. Jahrhundert entstanden rund um die Kirche Wehranlagen. Wegen der ständigen Kämpfe zwischen Bayern und Böhmen entstand eine Kirchenburg. 1614 stürzte der Kirchenturm ein und wurde nicht wieder aufgebaut. Der Marktturm entstand bereits um 1370. Im 17. Jahrhundert erhielt er einen Kuppelaufbau und die Glocken des eingestürzten Kirchturms wurden dorthin gebracht.

Das Pflegeschloss wurde mit der Erhebung zum Markt im Jahr 1377 in die Kirchenburg integriert. Hier waren Beamte der staatlichen Verwaltung untergebracht. 1803 kaufte die Gemeinde den Bau und richtete eine Schule ein. 1992 im Pflegeschloss das Wallfahrtsmuseum eröffnet. Bei den vorangegangenen Renovierungsarbeiten wurden hinter dem Schloss Reste der Kirchenburg und der Wehranlagen archäologisch gesichert. Außerdem ist die Tourismusinformation in dem Bau untergebracht.

Wallfahrtsmuseum

Im ehemaligen Pflegschloss, dass Teil der Kirchenburganlage war, befindet sich heute ein bedeutendes Wallfahrtsmuseum. Rund 1000 Exponate informieren zu Themen wie "Christlicher Lebenslauf" und "Heiligenverehrung" sowie über Wallfahrten.

Freizeitzentrum Hohenbogen

Die längste Doppelsesselbahn des Bayerischen Waldes führt hinauf auf den Gipfel des Hohenbogen mit 1079 Meter über dem Meeresspiegel. Bei 1358 Meter Länge überwindet sie bei einer Fahrzeit von ca. 10 Minuten einen Höhenunterschied von 393 Metern. Dort bietet ein gemütliches Berghaus Speis, Trank und Übernachtungen.

Der Hohenbogen ist einer der markantesten Berge im Bayerischen Wald. Auf dem Gipfel bietet sich ein toller Rundblick zu Arber, Osser, Kaitersberg und Voithenberg. Bei guter Fernsicht sind sogar die bayerischen Alpen zu erkennen.

Von der Bergstation führen viele markierte Wege ins Tal. Bei der Mittelstation beginnt eine Sommerrodelbahn. Im Winter gibt es hier die längste Flutlichtpiste im Bayerischen Wald.

Blick zum Hohenbogen (Bild: haros)

Der Klangweg

Als Teil des ostbayerischen Jakobsweges gibt es einen 700 Meter langen Klangweg. Mehrere Klangstationen bieten im Sommer die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit dem Phänomen Klang. Im Winter befinden sich die Klangstationen im Wallfahrtsmuseum.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Neukirchen stammt aus dem Jahr 1301. 1377 verlieh Herzog Albrecht von Bayern dem Ort die Marktrechte. In Neukirchen gab es ein Pflegamt. Das gehörte zum Rentamt Straubing des Kurfürstentums Bayern. Mit der Verwaltungsreform von 1818 in Bayern entstand die heutige Gemeinde. 1422 wurde der Ort von Hussiten zerstört. Ab 1452 gibt es die Wallfahrten zum Heiligen Blut. 1659 entstand das Franziskanerkloster. Die Ortschaft Walching wurde in den 1950er Jahren eingemeindet und heute meist als Unterer Markt bezeichnet. 1971 wurden die Gemeinden Atzlern und Vorderbuchberg eingegliedert. 1978 kamen Rittsteig und Teile der ehemaligen Gemeinde Warzenried zu Neukirchen.

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195 Seiten
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