Nicht weit von Siegen gibt es ein Paradies für Wanderer.

Wanderer sollten über Kondition, etwas Erfahrung und vernünftige Ausrüstung verfügen.

Bergwandern ist mehr als gesund. Natürlich sind das, was wir als Berge bezeichnen, für andere nur Hügelchen. Aber Steigung bleibt Steigung. Und der Keltenpfad geht erstmal etliche Km bergauf. Folgt dann dem Kamm, um wieder ins Tal der Netphe abzufallen. Unten in Afholderbach 340 m über NN folgen wir der B 62 etwa 300 Meter, um dann den Anstieg auf 633 m über NN anzugehen. Der Keltenweg führt nun steil mit einem schönen Buchenbestand zum Gipfel der " Alten Burg"! Die Alte Burg bei Obernau ist eine Wallburg aus der Zeit 200 v. Chr. Sie ist für den Siegerländer Bereich das bedeutsamste und bemerkenswerteste prähistorische Denkmal, das uns bis zum heutigen Tag erhalten ist. Auf den Gipfeln lebten die Götter der Kelten. Und sie waren gegen Feinde geschützt. Erzfunde hatten sie angelockt. Als Köhler, Schmiede, Bauern und Handwerker lebten sie in den Wäldern. Müssen ziemlich fit gewesen sein. Denn alles wurde auf dem Rücken transportiert. Leider ist nicht viel von ihnen übrig geblieben. Da ihre Häuser und Burgen aus Holz waren, ist alles inzwischen zerfallen. Trotzdem umgibt uns der Hauch der Geschichte. Hier waren wohl die ersten festen Siedlungen der Kelten im Siegerland.

Geschichte, Natur, Ruhe und gesunde Luft ergeben einen lohnenswerten Ausflug.

Ausgangspunkt Wanderparkplatz.

Auf Schusters Rappen durch das Bergische Land auf den Spuren der Kelten.

Landschaftlich wunderschön, ein Weg der sich lohnt!


Produkte der Kelten waren sehr begehrt und wurden weit gehandelt. Sogar die römische Arme bezog Schwerter von ihnen. Nun geht der Pfad steil bergab, mit sehr schönen Ausblicken auf die unter uns liegende Obernautalsperre, die zur Sicherung des Trinkwassers im Siegerland dient. Eine Bank mit einer Hülle, in der sich ein Fernglas befindet, lädt zum Verschnaufen ein. Wir gelangen in einen Fichtenbestand. Unser Weg führt immer nur weiter bergab und wir gelangen durch den Hauberg in das Dörfchen Eschenbach 355 m über NN. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) verlangte der " Schwarze Tod "Pest" seine Opfer und Feuersbrünste suchten in den folgenden Jahrhunderten öfter das Dorf heim. Neben den Erwerbsmöglichkeiten in der Land- und Forstwirtschaft und der Mühle kamen ab der Jahrhundertwende an handwerklichen Betrieben eine Gerberei und ein Sägewerk hinzu. Die Gerberei besteht heute noch als Nebenerwerb. Von Eschenbach führt ein Radweg in Richtung Netphen zum Wanderparkplatz. Bedauerlicherweise gibt es aber an diesem Punkt keinen Übergang über die Netphe. Deshalb ist ein Umweg von 1,5 Km notwendig.

Man könnte aber auch der B 62 folgen, gäbe es da einen Seitenweg, gibt es aber nicht.

Meine Erfahrung auf dem Keltenpfad. Ein Rundweg über Stock und Stein.

Zum Start in die Wanderzeit habe ich mir etwas viel zugemutet. Die neuen Wanderstiefel waren auch noch nicht eingelaufen, das führte zu Blasen an den Versen. Pflaster wäre da hilfreich gewesen. Die Höhenunterschiede sind schon beträchtlich, was etwas Kondition erfordert. Für "Nur-Spaziergänger" empfehle ich andere Wege. Ich wandere stets mit Minimalausrüstung, bedeutet zwei Energie-Riegel, eine Trekking-Feldflasche mit Wasser mit Magnesium angereichert (Krampfvorbeugung), einem Taschenmesser, Windjacke und natürlich Wanderstiefel. Damit bin ich leicht und kann mich schnell bewegen. Mir kamen Leute entgegen, die waren wesentlich besser ausgerüstet. Es gibt Wanderkarten im Maßstab 1:25000, also ideal, wenn man sie denn lesen kann. Zwei Junge Leute fragte ich nach dem Namen eines Kaffs im Tal, sie waren der deutschen Sprache nicht mächtig und verstanden das Wort Kaff nicht auf Englisch. Aber mit ihrem Navi deuteten sie in die Richtung des Ortes, worauf der Name auf dem Display erschien. Praktisch und sehr leicht zu handhaben. Ich präge mir vorher die Karte und markante Punkte ein und marschiere dann der Natur folgend ohne sonstige Hilfsmittel. Wer einen Survival Ratgeber schreibt und sich selbst verläuft wäre es dann auch selber schuld. Allerdings habe ich festgestellt, dass die Sonne zur Ermittlung der Himmelsrichtung bei bedecktem Himmel nicht sehr hilfreich ist und das mit dem Moos an den Nordseiten der Bäume bei Neu-Aufforstung auch nicht wirklich funktioniert. Mein Rat also, plant die Tour so, dass sie bei Tageslicht zu erfüllen ist. So sieht man die Markierungen. Ein Navi zur Standortermittlung ist im Notfall sehr hilfreich, ein Handy auch. Gutes Schuhwerk, das eingelaufen ist, sollte Pflicht sein. Wetterjacken in den Bergen bringen gute Dienste. Mitunter sind die Temperaturen sehr erfrischend. Bei starker Hitze oder hohen Ozonwerten sollten Untrainierte solche Touren meiden.

Ansonsten war es ein tolles Erlebnis. Teile meiner Vorfahren waren Kelten (Treverer), die Wanderung für mich also ein Pflichtprogramm!

Laden ...
Fehler!