Eine Reise in die Vergangenheit

Wir schreiben das achte Jahrhundert nach Christus: Junge Männer gaben ihre Familien auf, wollten Ruhm, Reichtum und die Welt entdecken und sahen keinen Weg zurück. Sie wurden für ihre Räubereien und Brutalitäten bekannt und zählen bis heute zur skandinavischen Kultur. Die Rede ist von germanischen Gruppen, die Wikinger. Der Begriff kommt aus dem altnordischen und bedeutet so viel wie "Maskulin", was man den jungen "Seefahrern" auch ansah. Da Wikinger sich im Ost- und Nordseeraum aufhielten ist auch Norwegen für seine Wikinger bekannt. Bis heute präsentieren die Bewohner Norwegens das Frühmittelalter in Museen, Festen und Märkten:

  • Wikingerschiffmuseum in Oslo – Die Hauptstadt von Norwegen beeindruckt immer mehr Touristen mit seinem Wikingerschiffmuseum. Der Besucher versetzt sich in die Zeit des neunten Jahrhunderts und betrachtet zwei große und gut erhaltene Wikingerschiffe. Außerdem werden kleine Schiffe, Haushaltsgegenstände und Waffen der rebellischen Truppen dargestellt.
  • Nationales Kulturzentrum Stiklestad in Nord-Trondenlag- Jedes Jahr zur Sommerzeit findet im Norden von Norwegen ein Frühmittelalterfest statt. Rund 140.000 Gäste zieht es immer wieder nach Trondenlag, wo sie die Geschichte der Wikinger, die Schlacht bei Stiklestad bis zum Übergang des christlichen Mittelalters schauspielerisch und spielerisch dargestellen. Für Familien wird es daher nie langweilig und die kleinen Urlauber lernen spielerisch die Geschichte von 800 – 1100 n. Christus kennen.
  • Lofotr Wikingermuseum in Borg auf den Lofoten – Noch mehr Spaß am Lernen von Geschichte haben die Besucher des Lofotr Wikingermuseum in Borg. Auf den Lofoten-Inseln befindet sich das größte Wikinger-Langhaus, wo die mächtigsten Wikingerhäuptlinge im Norden von Norwegen ihren Sitz hatten. Heute ist das etwa 83 Meter lange Wikinger-Langhaus eines der meist besuchten Museen. Von Juni bis August haben Besucher die Möglichkeit Bogenschießen, Axtwerfen und Met (Honigwein, welches aus Hörnern getrunken wird) auszuprobieren. Im August findet das Lofotr Wikingerfestival statt, wo über 100 "Wikinger" mit ihren Verkaufsständen beeindrucken.

Wer also von Marvels "Thor" und Robert Zemeckis "The Legend of Beowulf" nicht genug bekommt, der kann sich in Norwegen in das Frühmittelalter gut hineinversetzen.

Alles dreht sich um Fisch

Seit Jahrzehnten zählt Norwegen zu der größten Fischerei-Nation Weltweit. Auch für den Walfang ist Norwegen bekannt, weshalb es bis heute immer mehr Widersprüche gibt. Viel bedeutender ist die Zucht von Lachs und Kabeljau. Aber auch Heringe, Dorsche, Garnelen und Makrelen haben in den Gewässern von Norwegen einen Lebensraum gefunden. Darüber freuen sich nicht nur Fischereien, sondern auch Hobbyangler. Von Jahr zu Jahr zieht es Angler aus aller Welt in das skandinavische Land. Mit einer guten Ausrüstung an Angelzubehör im Gepäck geht es mit einem Boot hinaus an die Südküste bis hin ins offene Meer.

  • Auch in Norwegen wird eine Angellizenz benötigt, so wie es auch in Deutschland üblich ist. Ohne Lizenz ist das Angeln nicht gestattet und kann mit Bußgeldern bestraft werden.

Ein besonderes Highlight für jeden Angler ist das Angeln an Fjorden. Diese sind oft sehr ruhig und locken mit einer einzigarten Natur. Zwischen Steinen und Felsen können Hobbyangler vom Ufer aus oder mit einem Mietsboot am Wasser angeln. Ob nun an Fjorden oder am Meer, Norwegen ist reich an Fischen und das wissen die Angler auch.

Neben dem Angeln von Fischen ist auch das Zubereiten und der Verzehr vom Wassertier sehr beliebt. Besonders Norwegen ist für seine zahlreichen Fischgerichte bekannt. Wer einmal in Norwegen war, sich in ein Imbiss oder Restaurant niederlies und sich die Speisekarte anschaute, der wusste "Hier dreht sich alles um Fisch". Zwar gehören Fleischgerichte wie der Schafskopf, Lammkeulen, Elch und andere Wildtiere in die norwegische Küche, aber der Fisch hat die wichtigste Rolle. Denn er gilt nicht nur als bedeutsamer Exportartikel, sondern auch eine für Norwegen bekannte Speise. Sehr gerne wird der Fisch geräuchert zubereitet und verzehrt. Eingelegte Heringe, die eine Linderung von der durchzechten Nacht versprechen, werden nicht nur in Deutschland sondern auch in Norwegen gerne gegessen. Wer in Norwegen Urlaub macht der sollte vor allem die beliebten Fischgerichte Lutefisk und Rakfisk probieren.

Familiär und romantisch zugleich

Ob im Sommer oder Winter, Norwegen ist nicht nur als Familienurlaub sondern auch als Romantikurlaub gut besucht. Für junge und auch ältere Paare bietet das skandinavische Land romantische Holzhütten an Küsten und Waldregionen. Sehr beliebt sind die Holzhütten im Winter, die nicht nur mit ihren Kaminen romantische Atmosphäre versprühen, sondern auch immer gemütlich warm sind. Im Sommer sind Ferienhäuser an der Küste der Nordsee und an Ufern von Fjorden sehr beliebt. Die frische Brise des Wassers kühlt den Urlauber ab und verspricht eine wahre Naturidylle an Land. Besonders beliebt und bekannt für Norwegen sind die Lofoten Inseln mit ihren dunkelroten Häusern. Der erste Blick wandert hinaus dem Fjord entlang, während der zweite sich wieder hinauf zu den Bergen ragt.

  • Ein Highlight von Nordnorwegen und den Lofoten Inseln ist ein atemberaubendes Naturschauspiel, die Aurora Borealis. Von Januar bis Dezember, wenn der Schneefall nicht zu hoch ist, sind die besten Chancen für das Erlebnis des sogenannten Nordlichtes. Jedoch gibt es keine Garantie, dass das Nordlicht genau am Urlaubstag zu sehen ist. Grundsätzlich heißt es: Von Spätherbst bis zum Frühjahr, an feuchten Tagen ohne starken Schneefall, strahlt die Aurora in der Nacht. Wenn dann der Augenblick gekommen ist, sind einmalige Urlaubsfotos garantiert.

 

Ein atemberaubendes Naturschauspiel

Die Natur von Norwegen ist einmalig und zählt ebenfalls zu den besten Gründen warum sich ein Urlaub in Norwegen lohnt. Im Sommer liegen die Temperaturen bei warmen 25°C – 30°C und haben die positive Eigenschaft einer geringen Luftfeuchtigkeit. Besonders der östliche und südliche Teil von Norwegen sind im Sommer sehr warm. Aber auch der Norden weist Temperaturen von bis 25°C auf. Regnerisch wird es meist an den Fjorden, Nordnorwegen und Trondelag, was die Mitternachtssonne wieder gut macht.

  • Die Mitternachtssonne, wie der Name es schon sagt, ist eine Zeit bei der die Sonne nie untergeht. Die Zeit liegt im Sommer und kann im Nordnorwegen hervorragend bestaunt werden. Dunkle Nächte gibt es hier nicht.

Der Sommer in Norwegen lädt die Menschen zum Wandern, Kanufahren und Angeln ein. Besonders Bergwanderungen sind bei Touristen sehr begehrt und das auch nicht ohne Grund. Mit einer bis zur zwei Stunden andauernden Wanderung zum Preikestolen in Ryfylke endet der Hinweg auf dem Bergplateau mit einem atemberaubenden Ausblick.

Im Winter ist Norwegen vor allem wegen seiner Wintersportarten bekannt. Ob Skifahren, Snowboarden oder auch eine Schlittenfahrt mit speziell ausgebildeten Hunden, Norwegen ist auch im Winter ein Urlaub wert. Die Temperaturen in der kalten Jahreszeit liegen im Minusbereich und vor allem der nördliche Teil besitzt Temperaturen von bis zu -40°C. Zwar ist nicht jeder Winter so kalt, aber dennoch sollte man sich für einen Winterurlaub in Norwegen gut ausrüsten. Die Küsten sind im Winter eher weniger mit Schnee bedeckt, sondern vielmehr mit Regen und Stürmen versehen, wobei die Temperaturen mild bleiben.

Geheimtipp für den Winter

Für Tierfreundliche Urlauber, die viel von den verschneiten Landschaften sehen wollen und auch gerne wissen möchten, wie es ist vom Husky gezogen zu werden, für die lohnt sich eine Tour mit dem Hundeschlitten. Mit einem Schlitten und speziell ausgebildeten Husky Hunden geht es in den Norden hinaus und mit viel Glück bekommt man am Abend das Wunder des Nordlichtes zusehen. Der Ausflug findet sowohl im Winter, als auch im Sommer (auf Rollen) statt und eignet sich für Paare und Familien.

 

Mein persönliches Fazit

Allein wegen des Landes und der Natur zieht es mich nach Norwegen. Die norwegische Küche beeindruckt nicht nur die Einheimischen sondern auch mich, sogar der skurrile Schafskopf. Mit den Museen, die einen in das Frühmittelalter versetzen lernt man einiges dazu. Umso verständlicher werden dann auch die Hollywood-Filme. Aber das größte Highlight und der beste Grund warum sich ein Urlaub in Norwegen lohnt ist das Nordlicht im Januar. Ein solch bemerkenswertes Naturschauspiel bekommt man nicht jeden Tag zu sehen.

Autor seit 2 Jahren
4 Seiten
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