Sandwüste (Bild: pixabay)

Navigationssystem überlastet - Ohne Orientierung

Stellen Sie sich vor, Sie würden eine Sand- oder Schneewüste durchqueren. Sie haben keinen Zielpunkt. Alles um Sie herum sieht gleich aus und besteht nur entweder aus Sand oder aus Schnee. Würden Sie sich in einer solchen Situation bedingungslos Ihrem inneren Navigationssystem überlassen?

 

 

 

Die Gefahr, in dieser Situation die Orientierung zu verlieren, ist sehr groß. Weil sich unser Orientierungssystem gleichzeitig in dieselbe Richtung verschiebt in die wir gehen, glaubt man tatsächlich, geradeaus zu gehen. Stattdessen drehen wir uns aber im Kreis. Geraten wir dabei noch in Panik und gehen immer schneller, wird der Kreis immer enger und wir landen am Ende wieder an unserem Ausgangspunkt. Ein ziemlich bedrückendes Gefühl.

Dies ist ein äußerst merkwürdiges Phänomen, das weder mit unterschiedlicher Arm- oder Beinlänge, noch mit der Dominanz einer Gehirnhälfte zu tun hat, woraus man schließen könnte, dass die Abweichung nach links oder rechts aus diesem Grund heraus erfolgen würde. Zu diesem Phaenomen sind in der Vergangenheit zahlreiche Untersuchungen durchgeführt worden. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass unser Gehirn bei der Navigation anatomische Unterschiede prinzipiell berücksichtigt. Das Ergebnis einer Studie sagt aus, dass es Menschen nur dann geschafft haben, einigermassen geradeaus zu gehen, wenn sie zur Kursbestimmung untertags z. B. die Sonne und in der Nacht den Mond als Orientierungshilfe verwenden konnten.

Was tun ohne Orientierungshilfe?

 

 

 

 

Was tun, ohne Orientierungshilfe?

 

In einem anderen Experiment sollten Versuchsteilnehmer mit verbundenen Augen auf freiem Feld geradeaus gehen. Bereits nach wenigen Metern sind auch diese Probanden wieder im Kreis gegangen und an ihren Ausgangspunkt zurückgekehrt. Daraus ergibt sich die Vermutung, dass es für das Phaenomen des sich im Kreise drehen eine einfache Erklärung gibt, die auf unsere Sinnesorgane zurückzuführen ist. Die Richtungsinformationen, die seitens unserer Sinnesorgane an das Gehirn geliefert werden, sind ungenau. Erfolgt keine frühzeitige Korrektur der Ungenauigkeiten führt dies zwangsläufig zu großen Navigationsfehlern. Wir können uns also auf unsere Sinnesorgane nicht bedingungslos verlassen. Wir brauchen zusätzliche äußere Hilfe zur Orientierung. Beispielsweise Bäume, Häuser, Brücken, Berge, mit deren Hilfe unsere Sinneseindrücke abgeglichen und korrigiert werden können.

Die Orientierung ist ein sehr wichtiger Faktor  Orientierung

um das Ziel zu erreichen. In der Wüste, wie in all-

täglichen Lebensbereichen.

 

Eine andere Studie belegt auch, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere die Angewohnheit haben, sich weniger geradeaus als in leichten Kreisen zu bewegen. Und sie bewegen sich bei Verlust der Orientierung oder bei Verfolgung durch ein Raubtier im Kreis. Der Navigationsexperte E. Jonsson ist der Auffassung, dass der Mechanismus des im Kreis gehens durch die Evolution begünstigt worden ist. Dadurch ist gewährleistet, dass sich verlaufene Tiere oder Tiere die unverhofft vor einer Gefahr flüchten mussten, wieder in ihr gewohntes Territorium zurückkehren können. Unter normalen Umständen laufen weder Mensch noch Tier konstant geradeaus. Es kommt immer wieder zu Kursabweichungen, die jedoch von unserem inneren Navigator permanent registriert und korrigiert werden. Ohne die wichtigen Merkmale unserer Außenwelt ist unser Navigator jedoch leider recht schnell überfordert. In Zuständen von Erschöfpung, Stress oder Angst setzt unser Navigator teilweise sogar ganz aus, und dann drehen wir uns im Kreis.

Mit dieser recht einfachen Erklärung lässt sich auch das Verhalten vieler Menschen im täglichen Leben belegen, die ohne die erforderliche Orientierung leben, die ihre Ziele und Perspektiven aus den Augen verloren haben und wenn überhaupt, nur mühselig wieder an ihren Ausgangspunkt zurückfinden. Der Auslöser solcher Situationen kann sehr unterschiedlich sein und auch jeder Mensch reagiert darauf verschieden. Die darauf folgenden Symptome gleichen sich allerdings sehr oft. Kurzfristig ist kein Ausweg in Sicht und ohne fundierte Hilfe, dies ist vielfach belegt, wird auch so schnell kein Ausweg gefunden. Man steckt symbolisch im Treibsand der Wüste oder im Schnee fest. Keine Gebäude, keine Berge, keine Rettungsmöglichkeit aus eigener Kraft.

Unabhängig davon, ob bei einem Trauerfall oder Liebeskummer, Verlust des Arbeitsplatzes, familiäre Probleme usw. In diesen Situationen ist das Gespräch mit einer neutralen, über dem Problem stehenden Person, einem Coach, von großer Bedeutung für eine schnelle, effiziente Lösung. Bereits schon innerhalb weniger Stunden sind hier konkrete Ergebnisse sichtbar. Das Leben beinhaltet soviel Freude und schöne Erlebnisse. Warum sich selbst also länger mit Sorgen und Problemen beschäftigen als unbedingt nötig.

Fotos: Quelle www.pixabay.com

Gedankenwelt, am 14.02.2013
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