Vom richtigen Zeitpunkt

Castaneda hat ein wunderbares Bild dazu geprägt.

Wir werden geboren und sind ein Punkt auf eine unendlichen Fläche. Noch sehr viel ist möglich. Doch auf die ersten Aktion folgt sofort eine Reaktion unserer Umwelt, unserer Eltern. Erziehung beginnt sofort und ist eigentlich ein Verhaltenstraining der besonderen Art. Die Reaktion der Umwelt setzt auf der freien Fläche einen Punkt, weiter oder näher, je nach den Möglichkeiten der Eltern. So entsteht im Laufe der Zeit ein fester Kokon aus Aktion und Reaktion, der später unsere Welt sein wird, unsere Weltsicht!

Es entsteht eine Blase der Wahrnehmung, die wir nie wieder verlassen! Die Erziehung ist abgeschlossen, wenn die Blase geschlossen ist.

Wo bleibt die Freiheit?

Die Freiheit, all die wunderbaren Dinge zu tun, von denen wir als Kind geträumt haben.

Die Freiheit ist wie ein Vogel der sich irgendwann einmal auf unsere Schultern setzt, um dort zu rasten. Wenn er weiterfliegt, können wir ihm folgen, oder auch nicht. Er wird niemals zurückkehren.

Sind sie ihm gefolgt?

Haben sie eine Möglichkeit gefunden, den Kokon der konditionierten Wahrnehmung zu durchbrechen? Oder tun sie das, was wir fast alle tun, den Kokon ignorieren, so tun, als gäbe es ihn nicht, als wären wir nicht konditioniert und halten die Freiheit nur für eine Illusion aus Kindertagen und Romanvorlagen. Glauben, die Freiheit besteht darin eine Automarke zu wählen oder den Film im Fernsehen, die Biermarke oder den Urlaubsort.

Nein, unsere Blase der Wahrnehmung ist immer dabei, sie reist mit uns an den fernsten Ort, selbst in den Weltraum!

Aber es gibt diese Freiheit, es gibt die Unendlichkeit um uns herum!

Der grösste aller Wünsche und das Lernziel per se für mich, ist, diese Blase nicht nur gelegentlich zu durchstossen, sonder die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist!!

Dem Tod gegenüberzutreten, dem Unvermeidlichen frei ins Angesicht zu schauen und die Unendlichkeit dahinter wahrzunehmen, frei zur letzten Entscheidung.

Tod und Leben

Death and Life, circa 1911 (Bild: Gustav Klimt / AllPosters)

Jorge Luis Borges, Augenblicke

"Augenblicke

 Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,

im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr Entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen, Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer jener Menschen, der vernuenftig lebte
und jede Minute seines Lebens produktiv verbrachte; freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde
Ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
Nur aus Augenblicken; vergiß nicht den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie... ich bin 85 Jahre alt und weiß,
daß ich bald sterben werde."

 

Jorge Luis Borges

Was will ich noch lernen?

Ja, was kann ich noch lernen, was will ich noch lernen?

In die Unendlichkeit fliegen im Traum. Ja, das will ich noch lernen, weiter hinaus zu fliegen in meinen Träumen. ich kann sehr gut luzid träumen, aber da gibt es noch unendliche Räume zu erforschen. Online Traumdeutung

Besser Gitarre zu spielen und passend zum Alter ( bin schon über 60 ) ein paar super Blues-Songs.

Wirklich gut schreiben können (natürlich mit Hilfe der Pagewizzer!), um meine Gefühle und Gedanken ausdrücken zu können.

Ein Ebook schreiben und damit so viel Geld verdienen, das ich noch ein paar gesellschaftliche Projekte durchführen und finanzieren kann! (ist in Arbeit)

Und vor Allem, in wirklicher Liebe mit allen Menschen und Wesen dieser Erde zu leben. Man darf ja noch wünschen, oder?

bernd49, am 23.05.2011
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Autor seit 7 Jahren
125 Seiten
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