Die Ursprünge

Der Hipster des 20. Jahrhunderts hat wenig mit dem zu tun, was wir heute darunter verstehen. Der Hipster des 20. Jh. war ein US-amerikanischer Lebekünstler, avantgardistisch, musisch, künstlerisch, eine Mischung aus afroamerikanischem Musiker und weißem Dichter. Daraus bildete sich eine Szene, die sich hauptsächlich in Cafés und Clubs von Manhattan bis zum Anfang der 60er Jahre etablierte. Sie waren eine Gruppe von Außenseitern, die Eisenhowers Konformismus trotzten und sich als bohemische Ausgeflippte verbrüderten.

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Wer zur Szene gehörte stammte zum Teil aus extrem unterschiedlichen sozialen Verhältnissen. Äußerlich waren sie meist an ihrer Baskenmütze, schwarzen Klamotten und einer Sonnenbrille zu erkennen.

Hipster von heute

Wenn man heute von Hipster spricht, hat das immer eine negative Nuance und wird eher spöttisch gebraucht. Damit bezeichnet man jemanden, der sich unter allen Umständen vom Mainstream, also der breiten Masse, abheben will. Dieses Anderssein soll hauptsächlich durch das Äußere dargestellt werden, beispielsweise durch die Kombination von altmodischer Kleidung mit ausgefallenen (=hippen) Frisuren und Accessoires. Nach dieser "Transformation" halten sich Hipsters für außerordentlich cool und individuell gestylt.

Beliebte Accessoires

Schals und Tücher für Frauen und Männer, selbst im Hochsommer, große Nerd-Brillen, Jutebeutel (auch abends in der Disco), Hüte, Plateau-Schuhe und Schnürschuhe, gelbes Reclam-Heftchen in der schwarzen Blazer-Brusttasche, so viele Apple-Produkte wie möglich.

Absolutes Must-Have für Hipster ist die Mode der 80er in Kombination mit hautengen Jeans und das Fingerbart-Tattoo.

Cool und individuell sein

Hipster - Fingerbart-Tattoo (Bild: http://www.tagesspiegel.de/...)

Beliebte Frisuren und Beauty

Der wuschelige oder fransige Pony ist bei Hipstern ein Trend, er spielt sowohl bei Männern und Frauen eine große Rolle, auch der exakte Scheitel im Stil der 30er Jahre, Flechtfrisuren, Dutt und bei Männern der eher ungepflegte Bart. Im Beauty-Bereich überwiegt der natürliche Look, buschige Augenbrauen und bei Frauen höchstens noch der rote Lippenstift.

Hipster Olympiade

Und weil es so viele Hipster gibt und das dann wieder zu einer Massenbewegung führt, von der sich der einzelne abgrenzen will, gibt es seit 2011 eine Olympiade. Ihr habt richtig gehört. Auch 2012 hat sie im Sommer wieder in Berlin stattgefunden. Hier möchte ich euch die fest etablierten Disziplinen vorstellen:

  • In Jutebeuteln wird um die Wette gehüpft
  • Es gilt, die Hornbrillen so weit zu werfen wie möglich
  • Tauziehen mit hautengen Jeans (statt Seil)
  • Renne mit Mate-Kisten um die Wette
  • Latte-Macchiato-Becher Wettrollen
  • Schleudere dein iPhone so weit du kannst
  • Bastle den schönsten Hipster-Vintage-Bart

Als Trend-Disziplin kam dieses Jahr übrigens das Bubble-Tea-Perlen-Tauchen hinzu.

Filmausschnitt der diesjährigen Olympiade - Witzig und ironisch, beim skinny-Jeans-Tauziehen

Warum werden Hipster vielerorts abgelehnt?

Obwohl Hipster ganz friedliche Geschöpfe sind, werden sie von vielen abgelehnt. Das hat einerseits etwas mit dem Outfit zu tun, denn DAS typische Hipster-Outfit gibt es nicht, da jeder versucht, noch einzigartiger zu sein als der andere. Dabei werden viele Stils vermischt und es können schlimme Outfits dabei herauskommen. Andererseits spielt auch der Neid eine große Rolle. Sie geben den Anschein zu wissen, was angesagt ist, wofür man sein muss, was man besitzen muss und kommen auch ziemlich intelligent daher. Hipster sehen dabei so entspannt aus, als würde ihnen nichts wirklich Mühe bereiten.

Und wer sich jetzt doch fragt, ob er nicht die Gene zum Hipster in sich trägt, der sollte die Sache cool nehmen und sich erst einmal ein Mate aus der Flasche gönnen. Wer sich selbst dabei nicht ganz so ernst nimmt, hat gewonnen!

Autor seit 13 Jahren
104 Seiten
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