Ab wann spricht man von Mobbing?

Die Handlungen müssen wiederholt über einen längeren Zeitraum erfolgen, wenigsten 6 Monate und können sich über viele Jahre hinziehen. Sie finden regelmäßig statt und führen irgendwann zu einer Eskalation. Nach anfänglichem Widerstand des Betroffenen kommt er in eine unterlegene Position. Meist wird auch das soziale Ansehen der gemoppten Person untergrabe und dafür gesorgt, dass sich sein Ruf verschlechtert und immer mehr Kollegen ihn meiden. Er wird hinter seinem Rücken schlecht gemacht. Kollegen oder auch Vorgesetzte verbreiten Gerüchte über ihn, machen ihn lächerlich oder beleidigen ihn. Sie verdächtigen ihn, psychisch krank zu sein und imitieren sein Auftreten. Ist er behindert oder Ausländer wird das zum Anlass genommen, über ihn herzuziehen. Gerne werden auch politische oder religiöse Ansichten als Zielpunkt der Angriffe verwendet. Mobbing hat das Ziel, den Gegner vom Umfeld auszugrenzen, zu isolieren und zur Aufgabe – in der Regel Kündigung - zu zwingen. Es wir dabei vom Täterkreis bewusst in Kauf genommen, dass die Gesundheit des Betroffenen geschädigt und sogar sein Leben gefährdet wird.

Mobbing

Mobbing (Bild: Pixabay)

Wie kommt Mobbing zustande?

Wenn bestimmte Charaktereigenschaften – sowohl beim Täter, als auch beim Opfer – aufeinander treffen und dazu noch schwierige Verhältnisse an der Arbeitsstätte herrschen, ist die Gefahr besonders groß. Als stark gefährdet gelten Personen, deren Selbstbewusstsein nicht sehr ausgeprägt ist, die sich im sozialen Umfeld eher unsicher bewegen. Hohe Leistungsorientierung, Gewissenhaftigkeit, geringe Flexibilität und verstärktes Gerechtigkeitsbewusstsein fordern den oder die Täter oftmals heraus. Zum Opferkreis gehören auch oft Personen, die sich aufgrund Ihres Aussehens oder einer Behinderung von den Übrigen des Teams abheben. Ebenso herausfordernd sind das häufige Äußern von unerwünschter Kritik und fehlende Anpassungsfähigkeit.

Mobbing als bewusste Kündigungsstrategie

Alleine schon aus rechtlichen Gründen würde das eine Unternehmensleitung nie zugeben. Allerdings sollte man schon hellhörig werden, wenn es Menschen über 50 trifft. Allzu oft hört man die Begründung, dass ein Mensch, der die meiste Zeit seines Lebens gute Arbeit geleistet hat, plötzlich den Anforderungen seines Vorgesetzten nicht mehr gerecht werden kann. Er ist zu alt und zu teuer geworden. Der Nachweis für Mobbing ist in so einem Fall allerdings schwer zu führen, da mit steigendem Alter die Belastungsfähigkeit meist tatsächlich abnimmt. Auch wenn eine Firma sich in einer finanziellen Flaute befindet, kann leicht versucht werden, den Druck auf die Mitarbeitenden zu verstärken. Hier sind diejenigen mehr gefährdet, die durch langjährige Zugehörigkeit bessere Bedingungen erreicht haben, als Angestellte, die dem Betrieb noch nicht so lange angehören.

Soziales Umfeld als Schutz und Halt
Freundeskreis

Freundeskreis (Bild: Pixabay)

Die besten Mittel als Schutz und Halt vor Mobbing bieten die Familie und der Freundeskreis. Auch die Mitgliedschaft in einem Verein stärkt den Betroffenen. Die Tendenz der modernen Zeit ist aber das Singleleben und der verstärkte Einsatz im Beruf. Das heißt, dass ein wirkungsvoller Schutzfaktor bereits bei vielen weggebrochen ist. Umgedreht sind aber auch Täter, die die grundlegenden gesellschaftlichen Werte nicht haben oder auch nie kennenlernten, die diese sozialen Umfelder vermitteln, eher aggressiv und nehmen wenig Rücksicht auf andere.

Bewältigungsformen und Strategien

Im Anfangsstadium ist ein klärendes Gespräch oder eine sachliche Darstellung unter Bezugnahme von Dritten erforderlich. Dies klärt die Situation zwar nur in 10 Prozent der Fälle, aber widerstandslos sollte auf keinen Fall aufgegeben werden. In einigen Firmen gibt es bereits Konfliktbeauftragte, die eingeschaltet werden können. Ansonsten sind der Betriebsrat, der Vorgesetzte und loyale Kollegen diejenigen, bei denen um Hilfe gebeten werden kann. Dem Täter sollte wenn möglich aus dem Weg gegangen werden. Sehr wichtig ist die Dokumentation der Fälle.

Als externe Hilfestellen gibt es, nach der Familie, den Hausarzt und eventuell den Psychotherapeuten und spezielle Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Extrem wichtig ist die eigene Stärkung des Selbstbewusstseins, welches im schlimmsten Fall so gut wie nicht mehr vorhanden ist.

Quelle: Zusammenfassung eines Seminars

https://pagewizz.com/was-ist-mobbing-und-wie-kann-dagegen-vorgegangen-werden-38023/

Ajerrar, am 20.06.2018
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Autor seit 6 Jahren
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