Jeder Fünfte leidet an Schlafstörungen

Haben Sie Schlafstörungen? Bekommen Sie in vielen Nächten kein Auge zu, wälzen sich unruhig von einer Seite auf die andere und zählen im Geiste die Stunden, bis Sie wieder aufstehen und in die Arbeit hetzen müssen? Und sind Sie deshalb tagsüber erschöpft und unkonzentriert? Dann sind Sie einer von etwa fünf Millionen Deutschen mit Schlafstörungen! Sie sind also keineswegs alleine mit Ihrem Problem.

Nachfolgend sollen Ihnen einige erprobte Tipps dabei helfen, das Problem idealerweise auf natürliche Weise zu lösen. Halten Ihre Schlafstörungen trotzdem an oder leiden Sie konstant seit Wochen oder gar Monaten daran, ist ein Gang zum Facharzt, der Sie vielleicht in ein Schlaflabor überstellen wird, unerlässlich. Doch lassen Sie es uns zunächst mit bewährten Hausmittelchen versuchen.

Gesunder Schlaf ist unverzichtbar

Wie viel Schlaf benötigt man eigentlich? Das ist natürlich individuell verschieden: Manche kommen mit fünf Stunden über die Runden, andere brauchen mindestens acht oder neun Stunden, um halbwegs fit den Tag bestreiten zu können. Fest steht nur, dass gesunder Schlaf unverzichtbar ist. Unser Organismus benötigt diese Ruhephasen, wobei die genauen Gründe dafür noch immer nicht gänzlich geklärt sind. Erforscht sind hingegen die Auswirkungen von Schlafstörungen, die zu allerlei körperlichen und seelischen Erkrankungen führen können.

Tipps gegen Schlafstörungen

Der wahre Grund für Sekundenschlaf am Steuer...

Hände weg von Schlafmitteln!

Die gängigsten Tipps gegen Schlafstörungen kennen Sie vermutlich bereits: Traditionelle Gemüter schwören aufs Schäfchen zählen, rustikalere Mitmenschen raten dazu, ein paar Bierchen zu zischen oder rezeptfreie Schlafmittel einzunehmen.

Gerade rezeptfreie Schlafmittel können sich aber als ernsthaftes Gesundheitsrisiko erweisen und sollten nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen und außerdem den wirklich allerletzten Ausweg darstellen.

Lassen Sie es uns deshalb mit sanfteren und ungefährlichen Methoden gegen Ihre Schlafstörungen ankämpfen.

Gesund schlafen durch leichtes Essen

Eine alte Binsenweisheit besagt, dass man nicht mit vollem Magen zu Bett gehen solle. Tatsächlich ist kaum an einen ruhigen Schlaf zu denken, wenn der Körper noch mit der Verdauung beschäftigt ist. Nehmen Sie die letzte Mahlzeit des Tages deshalb zwei bis drei Stunden vor der Bettruhe ein und verzichten Sie auf den Mitternachtssnack, so verlockend dieser auch sein mag.

Sollte keine andere Möglichkeit als ein spätes Abendmahl bestehen, essen Sie kleine Portionen und vermeiden Sie allzu schweres Essen. Denn wie heißt es im Volksmund durchaus treffend: "Morgens wie ein Kaiser essen, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann". Übrigens sollten Sie auch von Schokolade die Finger lassen. Schokolade wirkt zwar beruhigend auf die Nerven, enthält aber den Muntermacher Theobromin und kann somit für den unerwünschten Effekt sorgen.

Koffein am Abend verursacht Einschlafprobleme

Gleich dem Essen, sollten Sie auch auf die Getränkeauswahl achten. Dass man abends keinen starken Kaffee, Schwarztee oder Cola trinken soll, da diese Getränke Koffein enthalten, dürfte hinlänglich bekannt sein. Aber wussten Sie, dass Alkohol eine der Ursachen für Schlafstörungen sein kann? Trinken Sie stattdessen Teesorten wie Kräuter- oder Kamillentee. Ein bewährtes Hausmittelchen ist auch eine Tasse mit Honig gesüßter warme Milch. Allerdings mag bzw. verträgt nicht jeder Milch.

Sauerstoff fördert den gesunden Schlaf

Unbedingt ist auf die individuelle Wohlfühltemperatur zu achten, wobei aber trotzdem für ausreichend frischen Sauerstoff gesorgt werden muss. Ehe Sie zu Bett gehen, sollten Sie kurz stoßlüften, falls es im Schlafzimmer stickig sein sollte, ruhig auch etwas länger. Unser Körper braucht frischen Sauerstoff! Wenn es die Temperatur erlaubt, und es auch ruhig genug ist, dann lassen Sie das Fenster die Nacht über einfach offen.

Besser schlafen durch weniger Licht

Eine weitere Ursache für Schlafstörungen kann Licht sein. So wohltuend Licht am Tag auch ist: Nachts brauchen wir die Dunkelheit, um gut schlafen zu können. Dabei können nicht nur Straßenlaternen, Scheinwerfer vorbeifahrender Autos oder Neonreklamen den Körper durch Lichtreize verwirren. Selbst beleuchtete Wecker oder LED-Lämpchen bei elektronischen Geräten im Stand-by-Modus können störend wirken.

Ruhiger Schlafen ohne Ablenkungen

Schlafstörungen: Was hilft?Das Schlafzimmer sollte übrigens nur zum Schlafen genutzt werden. Es klingt wie eine weitere abgedroschene Binsenweisheit, aber der Körper ist ein Gewohnheitstier. Wenn Sie abends noch im Bett essen, stundenlang Fernsehen oder am Laptop Arbeit erledigen, gewöhnt er sich an diese Zerstreuungen oder sogar belastenden Tätigkeiten.

Woran er sich hingegen gewöhnen sollte ist aber, das Schlafzimmer als Ort der Ruhe und des Schlafens zu betrachten. Richten Sie Ihr Schlafzimmer entsprechend ein. Denn Hand aufs Herz: Mehr als ein Bett, ein Nachtkästchen und ein Kleiderschrank haben im Schlafzimmer nichts zu suchen. Ein Fernseher vor dem Bett oder ein ans Internet angeschlossener PC auf dem mit Arbeitsmappen überfüllten Schreibtisch schaffen keine Wohlfühlatmosphäre und lenken möglicherweise doch nur wieder vom besser Schlafen ab.

Schlafrhythmus bei Einschlafproblemen

Schlafstörungen treten oft dann auf, wenn der Schlafrhythmus nicht eingehalten wird oder ein solcher erst gar nicht besteht. Viele Menschen bestehen darauf, wenigstens am Wochenende bis in die Puppen hinein zu schlafen. Aber wie bereits erwähnt: Der Körper ist ein Gewohnheitstier!

Unsere innere Uhr wird nicht von unseren Wünschen oder Idealvorstellungen eingestellt. Versuchen Sie deshalb wenn möglich, einen fixen Schlafrhythmus zu finden. Es bringt wohl wenig, plötzlich drei Stunden früher als gewohnt ins Bett zu gehen und vom Körper zu erwarten, sofort einzuschlafen. Sie werden mit ziemlicher Sicherheit Stunde um Stunde wach liegen und vielleicht sogar erst recht wenig Schlaf finden.

Entspannung ist für das Einschlafen wichtig

Neben dem Schlafrhythmus ist natürlich Entspannung vonnöten. Wenn der Arbeitstag stressig war, benötigt der Körper etwas Zeit, um wieder "runterzukommen". Nun ist die Zeit für Erholung. Ein gemütlicher Abendspaziergang mag dabei ebenso helfen, wie sanfter Musik zu lauschen.

Beruhigende Wirkung kann ein mit ätherischen Ölen gefüllter Luftbedufter versprühen, wobei man den Duft dank der großen Auswahl an Ölen individuell festlegen kann.

Das Wichtigste ist dabei, dem eigenen Körper Ruhe zu verschaffen, ganz gleich wie. Nur so kann einer möglichen Ursache für Schlafstörungen vorgebeugt werden.

Angenehme Gedanken fassen

Schlafstörungen: An den letzten Urlaub denkenDer Körper ist entspannt, im Schlafzimmer ist es angenehm still und dunkel, die Temperatur ist genau auf Ihr Wohlbefinden abgestimmt... aber Sie können trotzdem nicht schlafen! Dies mag an Grübeleien liegen – was erwartet mich morgen in der Arbeit wieder mit dem neuen Chef? – oder am verkrampften Versuch, auf Biegen und Brechen sofort einschlafen zu müssen, um am nächsten Morgen fit zu sein. Dies ist bei Schlafstörungen natürlich kontraproduktiv, weshalb Sie versuchen sollten, Ihr Gedanken in angenehmere Gefilde zu führen. Etwa, indem Sie an den letzten Urlaub am Strand denken, an den warmen Sand unter den Füßen, das angenehme Plätschern der Wellen, den salzigen Geruch der See …

Falls auch dies nichts nützt, lenken Sie den Verstand mit beruhigender Berieselung ab, etwa mit entspannender Instrumental- oder elektronischer Musik (Tipp: Jean-Michel Jarres "Oxygene"). Beruhigend kann auch leichte Lektüre (kein Thriller oder eine bewegende Biographie) wirken. Wichtig ist: Ebenso, wie Sie schweres Essen am Abend vermeiden sollten, gilt es, dem Körper und dem Geist keine schweren Arbeiten aufzuerlegen. Krafttraining oder stundenlanges Fernsehen regen erst recht wieder an und pushen Sie unnötig hoch!

Wenn die Schlafstörungen bleiben

Diese Tipps gegen Schlafstörungen sollten eine erste Hilfestellung bieten. Erwarten Sie keine Wunder: Der Körper benötigt etwas Zeit, um sich an einen Schlafrhythmus zu gewöhnen, und umherschweifende Gedanken bekommt man erst allmählich in den Griff. Sollten die Schlafstörungen unvermindert anhalten, ist das Aufsuchen eines Arztes unerlässlich. Bitte versuchen Sie nicht, wie eingangs erwähnt, dem Problem mit wahlloser Einnahme von Schlaftabletten auf den Leib zu rücken, sondern stimmen Sie eine etwaige Einnahme unbedingt mit Ihrem Arzt ab!

 

Dieser Artikel ersetzt nicht den medizinischen Rat, die Diagnose oder die Behandlung eines Arztes.

Autor seit 6 Jahren
837 Seiten
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