unterschiedliche Weisen erfolgen: Wird es mit Wasserdampf bzw. mit heißem Wasser gebogen, so bleibt das Holz neutral im Geschmack – sofern es vorher am besten auf natürlichem Weg getrocknet wurde, um später sog. Grüntöne im Wein zu vermeiden.

Gute Fassmacher lagern dazu die Hölzer bis zu 24 Monate. Das ist kostenintensiv und so wundert es nicht, dass häufig die Entscheidung zur künstlichen Trocknung fällt, die nur ungefähr sechs Monate dauert.

Das Rösten, man sagt auch Toasten, der Dauben für hauptsächlich kleine Weinfässer durch Feuer hinterlässt eigene, teilweise sehr starke Aromen nach Vanille im Wein, denn viele Hölzer enthalten Vanillin. Zudem wird dabei der enthaltene Zucker im Holz karamellisiert. Das gleichmäßige Toasten der Hölzer ist dabei ein ganz entscheidender Vorgang, der zusammen mit dem intensiven Sauerstoffaustausch des kleinen Fasses Geschmack, Reifung und andere Eigenschaften des Weines beeinflusst.

Als die ersten Barrique in Italien eingesetzt wurden, empfand man aufgrund der starken Aromen die Weine als fehlerhaft. Ich erinnere mich an Gespräche mit Weinmachern, die das Kleinholz regelrecht ablehnten. Während ab den 1990er Jahren die Barrique zur regelrechten Mode verkam und so stark gefragt war, dass die Fassmacher gar nicht so viel herstellen konnten, wie verlangt wurde, kamen vielen italienischen Winzern Zweifel, ob die Mode wirklich so gut war. Schließlich uniformierte der ungehemmte Einsatz der kleinen Weinfässer die Weine zu Vanillebomben, die den Weingeschmack zudeckten. Die Individualität wurde zunichtegemacht. Und Individualität ist das, was den Wein ausmacht. Besonders in Italien, das die meisten Rebsorten weltweit sein Eigen nennen kann. Außerdem war damals noch nicht, im Gegensatz zu den großen Fässern, bekannt, wie sich die Weine über die Jahre entwickeln würden. Denn nicht jeder Wein ist für die Barrique geeignet.

Heute wird meiner Meinung nach zum Glück etwas distanzierter und verhaltener mit der Wahl der Weinfässer umgegangen. Individualität ist wieder gefragt. Zum Glück finde ich, denn wer einen Nebbiolo oder Chianti in seiner Ausdrucks- und Geschmacksvielfalt entdecken möchte, sollte zu den traditionell hergestellten Weinen greifen.

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