Kotor
Kotor

Kotor (Bild: Falco)

Balkanische Zustände?

Auf dieser Karte findet sich eine recht gut geglückte Darstellung dessen, welche Länder zum Balkan gehören.

Wenn man es sich überlegt, viele der Balkanländer taugen zum erstklassigen Urlaubsziel! Und keinesfalls nur für Segler...

Wer für den Balkan als Urlaubsziel nicht zu gewinnen ist, kennt zumindest viele der Zuschreibungen für diese Region.

Eine im Grunde blödsinnige Zuschreibung sind die so genannten "balkanischen Zustände"… Gern wird "Balkan" von manchen Zeitgenossen überwiegend abwertend gebraucht - das werde ich persönlich ohnehin nie verstehen, denn ich möchte jetzt gerne mal darauf hinweisen, dass wohl nicht wenige Menschen Vorfahren von genau dort haben, davon abgesehen die besten Rezepte von ebendort stammen… und die meisten "balkanischen Zustände" trifft man doch recht oft vor allem auch in anderen Teilen Europas an. Mehr oder weniger stark ausgeprägt.

Mit balkanischen Zuständen setzt man gleich: Chaos, Gewalt, Korruption, Rückständigkeit und Brutalität – also, ganz offen: All das kommt in Kriegszeiten jederzeit und überall auf der Welt vor! Zu allen Zeiten, immer wieder. Und dass gerade Kroatien oder Griechenland gar so rückständig sein sollen… ich denke jetzt mal an manche Unternehmen des öffentlichen Verkehrs in Österreich, die wohl ihre eigene Computeranlage nicht verstehen und lächerliche 20 Euro an die Mütter von Schulkindern nicht rückerstatten möchten. So erst letzte Woche beobachtet.

Landschaftlich jedenfalls gewinnt der Balkan immer wieder, und außerdem - so schnell kommt man nicht immer ans Meer, ausgehend von Österreich. Und Meer gewinnt zumindest bei mir immer. 

 

Das Balkangebirge als Namensgeber – und Serbisches Reisfleisch

Namensgeber für die so schwer geographisch umfassende "Balkanhalbinsel" ist das Balkangebirge in Rumänien. Weitgehend neutral für den Balkan ist die Zuschreibung "Südosteuropa" (das halte ich allerdings eher für eine Behauptung, denn ich kenne gar nicht wenige, die finden auch den Begriff Südosteuropa alles andere als postitiv).

Grund dafür dürfte sein, dass die Balkanregion überwiegend materiell weniger "gut dasteht". Wenigstens seit den Jugoslawienkriegen…

Materiell betrachtet steht ganz Europa meines Erachtens aber ohnehin nicht so besonders gut da… derzeit. Seitenhiebe auf den Balkan halte ich daher für ein wenig überflüssig.

Balkan stammt übrigens aus dem Türkischen und bedeutet Gebirge oder Bergwald. Das Balkangebirge ist etwa 600 km lang, und es verläuft am Nordrand der Balkanhalbinsel zu den Ebenen der unteren Donau in westöstlicher Richtung – so weit, so allgemein!

Bedenken wir lieber Kulturelles. Und hier wiederum vor allem Kulinarisches!

Leckere Rezepte wie Rasnici… Verschiedene Kuchenkreationen, Kekse, und verschiedene Grillgerichte – wenn der Balkan aufkocht beziehungsweise aufbäckt, wird kaum einer ablehnen! Denn jetzt kommen wir mal kurz zu unserer gemeinsamen europäischen Geschichte. Südosteuropa hat kulinarisch viel zu bieten – deftig, süß und würzig ist jedenfalls allemal besser als jeden Tag Wiener Schnitzel oder Scholle mit Kartoffeln… eventuell noch fad gewürzt.

Mancher ignoriert ja recht gerne, dass auch schon in früheren Zeiten auch (!) in Europa stetig die Menschen umhergezogen sind, anderswo gearbeitet und so letztlich auch neue Lebensmittelpunkte aufgebaut haben.

So kommt es, dass auch jene, die Familienforschung nicht besonders, oder auch gar nicht, interessiert – ihren Vorfahren zugestehen müssen, dass auch sie einiges Spannendes fürs weitere Leben beisteuern konnten. Auch in Bezug auf ihre Nachkommen. Wenn ich jetzt etwa an meine Uroma denke: Sie konnte gleich mehrere Ost-Sprachen, zusätzlich zu Deutsch. Und vieles, was sie gerne gekocht hat – esse ich persönlich lieber als das Meiste, das ich in einem hiesigen österreichischen oder deutschen Restaurant bestellen könnte. Am besten gefallen hat mir aber ihr Blick auf diese Welt, in dem teils merkwürdige Zuschreibungen wie "typisch Balkan" keinen wirklichen Platz gefunden hätten… Das wäre auch seltsam gewesen, denn ihre Freunde hatte sie in ganz Europa. Und wenn ich ganz Europa meine – dann spreche ich auch von ganz Europa.

Autor seit 3 Jahren
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