1,2,3… mit kleinen Schritten

Na, auch schon erkannt, dass die guten Vorsätze sich heimlich durch die Hintertüre verabschiedet haben? Wer das noch nicht bemerkt hat: bitte ab dieser Stelle NICHT WEITERLESEN.

 

Allen anderen empfehle ich es.

Mit kleinen Schritten lassen sich die guten Vorsätze – oder was man dafür hält – vielleicht in das eigene Leben integrieren. Um ein paar Beispiele zu nennen, die keineswegs repräsentativ sein müssen: weniger Alkohol, keine Zigaretten, nichts Süßes, weniger schlechte Laune, weniger Realitätssinn, dafür mehr Optimismus, mehr (wenigstens zur Schau gestellte) Lebensfreude, eine erfolgreiche Diät und fünf Kilo weniger, ein bisschen mehr Entzücken über die kleine Babykatze vom Nachbarn…

Ja, ein bisschen weniger oder auch viel mehr von was auch immer.

 

Am Ende des ersten Monats stellt man mitunter fest, dass der Konsum diverser Substanzen keineswegs zurückgegangen ist – und dass man dies eventuell gar nicht bedauert.

Die Menge der leeren Sektflaschen alleine wirkt ja auch nicht wirklich störend für das eigene Gemüt.

Und wenn man nach wie vor keine Lust hat, sich vor Freude über die neuen vierbeinigen Familienmitglieder wildfremder Leute zu überschlagen (obwohl man unter Umständen auch selber schon mal eine Katze hatte…), sollte man das Thema einfach ignorieren.

Dass das Tier noch nicht kapiert hat, dass nebenan ein Hund wohnt, ist ja schließlich nicht das Problem vom Rest der Welt.

Und jetzt?!

Eine gute Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Wie man das macht ist freilich eine höchst persönliche Angelegenheit, und mitunter ein

wenig heikel.

 

Was man vor Augen behalten sollte: manchmal ist die Lösung, dass es keine Lösung gibt.

Es gibt Dinge im Leben, die kann man gar nicht ändern – und würde man sie ändern, würde sich eh nichts ändern.

Also wozu der Aufwand.

 

Gute Vorsätze sind dennoch eine gute Idee.

Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: sie geben einem die Gelegenheit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Und DAS kann an sich nie verkehrt sein.

 

Vielleicht sollte man auch nicht übermäßig streng mit sich sein.

Mitunter kann man auch gleich auf die Suche nach den Gründen für das Scheitern mancher Vorsätze gehen.

Also im Falle der Sektflaschen etwa: solange man all die Flaschen nicht alleine geleert hat (!) ist es ja kein Problem, denn wer zu einem guten Anlass zusammen mit mehreren Leuten zwangsläufig mehr als eine einzige Flasche Sekt trinkt… hat nicht wirklich Anlass für die Annahme, dass er morgen bei den Anonymen Alkoholikern auf der Matte steht.

 

Was die Babykatze vom Nachbarn angeht: sie hat Glück, dass ihr Nachbarshund Katzen gern hat. Außerdem wird auch sie noch herausfinden, dass er ein Hund ist… denn nicht viele Hunde können klettern oder miauen.

Love it, change it or leave it

Dann machen wir jetzt am besten weiter mit der Überlegung, ob man nicht doch noch etwas ändern sollte – und was. Oder ob es gar nicht so wichtig ist, den einen oder anderen der entkommenen Vorsätze einzufangen und vielleicht doch noch einmal anzugehen. Diesmal am besten mit einer anderen Methode, da die erste Vorgehensweise offensichtlich nicht erfolgreich war.

Beispiel: Eine Diät alleine machen ist meist hart und nicht immer von Erfolg gekrönt – in einer Gemeinschaft abnehmen ist dagegen sicher eine bessere Entscheidung und normalerweise auch viel erfolgreicher.

 

Im Englischen gibt es die wunderbare Formulierung: Love it, change it or leave it

die nichts anderes bedeutet, als dass man sich entweder mit etwas arrangiert (von echter Liebe muss jetzt nicht die Rede sein…), und das lieber "besser" als schlechter. Mitunter kann man sich etwas ja auch einmal schönreden… So wird wenigstens offiziell so was wie Liebe draus.

Vielleicht schafft man aber doch eine Änderung. Stichwort: wer jetzt immer noch auf der Suche ist nach einer für sich persönlich wichtigen Änderung des Lebens (man kann sich hier etwas aussuchen: die Liste geht von der Traumfrau über den Traumjob bis hin zu einem coolen neuen Auto… alles ist drin ;-) sollte sich jetzt noch mal dran machen. Und dabei nicht vergessen: so etwas macht immer Arbeit. Logischerweise macht Arbeit auch etwas Mühe… und die ist es wert.

Denn wenn man etwas erreichen möchte, muss man sich schon bemühen – das war noch nie anders, auch oder gerade in Bezug auf Lebensänderungen.

 

Geht gar nichts mehr, schmeißt man am besten hin.

(Ich meine jetzt nicht, dass man aus dem Büro stürmt und den cholerischen Chef hinter sich her brüllen lässt… und nicht mehr zu Arbeit kommt… eine so mutige Aktion sollte man planen. Andererseits ist manchmal ein Ende mit Schrecken besser als der Schrecken ohne Ende!)

Kurswechsel unabhängig von neuen Jahreszahlen

Nicht vergessen:

Für einen Kurswechsel braucht man kein Silvester. Gute Vorsätze kann man auch dann beginnen, wenn man mitten unter dem Jahr ist.

Und das sollte man dann auch! Es ist kein Problem, an etwas zu scheitern.

Aber man sollte sich davon nicht entmutigen lassen und einfach aufgeben.

 

Für die Umsetzung mancher guten Vorsätze braucht man manchmal einfach mehr Zeit, als man zuerst dachte. Und diese Zeit sollte man sich selbst zugestehen. Wenn es wichtig genug ist, wird man es sicher hinbekommen.

Wenn es aber sowieso nicht wichtig genug war, sollte man sich nicht mehr damit befassen. Denn ganz ehrlich gesagt: wenn es etwa um die achtzehnte begonnene Diät geht, die man nicht zu Ende gebracht hat… dann ist es vielleicht wichtiger zu überlegen, ob fünf Kilo mehr oder weniger wirklich entscheidend sind für das persönliche Lebensglück. Und in einem solchen Kontext kann man sich zum Schließen eines neuen Vorsatzes durchringen: dass man sich auch mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen akzeptiert und gern hat.

In diesem Sinne… viel Spaß im Neuen Jahr ;-)

 

Bernadette, am 29.01.2014
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Sudoku einfach lösen - Varianten für Anfänger, Fortgeschrittene und...)

Autor seit 3 Jahren
98 Seiten
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