Spieglein, Spieglein an der Wand

"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?" Solange der Spiegel falsch antwortet, ist die Königin zu allem bereit. Gift soll ihre Lösung sein, versteckt in einem roten Apfel. Auf die Realität umgemünzt, lautet der moderne Text: "Spieglein sag wie mir's gefällt, wer ist der mächtigste in der Welt?" Europa ist es nicht. Gerade deshalb sollten wir uns nicht vor den Karren der Möchtegern-Weltherrscher spannen lassen. Für das Ziel, den Machtanspruch durchzusetzen, ist ähnlich wie im Märchen jedes Mittel recht. Sind Waffen die Lösung, versteckt hinter angeblich gerechten Zielen? Es ist mir egal, ob Amerika, Russland oder China die Nase vorn haben, solange die jeweilige Macht den Frieden respektiert. Gegenwärtig erleben wir, das die Welt immer gewalttätiger wird. Es wird immer komplizierter, das Geschehen in den Krisenherden zu durchschauen. Den Protagonisten ist es recht so. Je weniger verstanden wird, desto schwieriger ist konkreter Widerstand. Je gutgläubiger die Menschen sind, desto leichter schlucken sie den roten Apfel. Die Giftmischer bleiben auf Abstand, die Handlanger sollen dran glauben. Im Märchen siegt das Gute und wie sieht die Realität aus? Die Welt ist Schauplatz von Gewalt und Tod, inzwischen direkt vor unserer Haustür. Für die USA ist Putin der ausgemachte Feind, für Israel die Hamas, im Irak herrscht Terror, Islamischer Staat gegen Kurden. Doch so einfach in Gut und Böse lassen sich die Fronten nicht teilen. Die Welt ist komplizierter. Wo sind die humanen Denker Europas, die sich eine eigene Meinung erlauben und sich trauen sie zu äußern? Stolpern wir Meinungsmachern hinterher, die die Geschichten drehen, wie es ihre Wirtschaft braucht? Partner, die nur sich selbst im Spielgel sehen, sind keine guten Partner.

Drei Weltfriedenstage sind zu wenig

Den ersten Weltfriedenstag führte die DDR am Anfang der 50er Jahre ein. Kurz darauf kürte der DGB in Westdeutschland dieses Tag zum "Antikriegstag". 1957 riefen die Gewerkschaften erstmalig zur Aktion "Nie wieder Krieg" auf. Am 01. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht Polen, der Zweite Weltkrieg begann. Somit fällt dieser Weltfriedenstag auf ein Datum, das als Mahnung nicht vergessen werden darf.

Der zweite, dem Weltfrieden gewidmete Tag fällt auf den 01. Januar. Die katholische Kirche rief ihn 1967 ins Leben. Papst Paul VI. (1897 bis 1978) wandte sich am 08. Dezember 1967 mit einer Friedensbotschaft an die Regierenden der Welt. Seit dem wird jährlich kurz vor dem neuen Jahr eine Weltfriedensbotschaft veröffentlicht. Die katholische Kirche begeht ihren Tag für den Frieden also am 01. Januar. 

Den dritten Weltfriedenstag gibt es seit 1981. Er fällt auf den 21. September. An diesem Tag verkündete die UN-Vollversammlung, der 21. September soll "genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken." Zwei Monate später erklärte die UN-Resolution 36/67 diesen Tag zum "International Day of Peace". Seit 1999 setzt sich der britische Filmregisseur Jeremy Gilley dafür ein, den 21. September zu einem weltweiten Tag des Waffenstillstandes zu machen. In der Öffentlichkeit wird der 01. Tag des Monats September jedoch eher als Tag des Friedens bedacht, als der 21.

Die Tatsache, dass über 2000 Jahre nach Christi der Traum vom Weltfrieden immer noch ein Traum ist, macht deutlich, wie wichtig Weltfriedenstage sind. Aber drei Tage für den Frieden reichen nicht! Besser ist es, jeden Tag ein Zeichen zu setzen. Nur wie?

Symbole für den Frieden

Kerzen sind ein Symbol für Hoffnung, Liebe, Erleuchtung und Frieden. Viele Menschen stellen an den Weltfriedenstagen oder zu anderen Anlässen eine Kerze ins Fenster. Besonders zur Weihnachtszeit brennen sie mit dem Wunsch, inneren und äußeren Frieden zu finden. Zwischen glitzernden Lichterketten, teilweise farbig blinkend, fallen die stillen Lichter wenig auf. Jetzt, wenn sich der Sommer zurück zieht, wird das Kerzenlicht deutlicher wahrgenommen. Die Welt braucht viele Lichter der Hoffnung. Stellen Sie eine Kerze für den Frieden auf. Nicht nur an den drei Weltfriedenstagen. Machen Sie jeden Tag zu einem Tag gegen Krieg, für Hoffnung und Frieden. Am 01. September geht die Sonne in Berlin um 19,54 Uhr unter. Das ist früh genug, um eine brennende Kerze als sichtbares Licht ins Fenster zu stellen. Danach wird es jeden Abend früher dunkel. Jeden Abend sollten Lichter brennen.

Neben der Kerze sind weitere Symbole für den Frieden verbreitet. Weltweit bekannt ist die weiße Taube als Friedenssymbol. Sie wurde 1949 zum Weltfriedenskongress von Pablo Picasso entworfen. Ihre symbolische Bedeutung geht jedoch viel weiter zurück. Die Taube spielte schon im Alten Testament eine Rolle als Zeichen für Hoffnung und Frieden. Besonders in der deutschen Friedensbewegung ist eine weiße Taube auf blauem Grund bekannt.

Ein Zeichen gegen Atomwaffen und für den Weltfrieden sind Origami-Kraniche. Auch sie können einzeln oder als Kette im Fenster hängen. Wie Sie einen solchen Kranich falten, zeigt das folgende YouTube-Video.

Einen Kranich falten

Weitere Symbole für den Frieden sind eine weiße Fahne oder ein Olivenzweig. Auch das Victory-Zeichen wird als Symbol für den Frieden verwendet und natürlich das CND-Zeichen .

Ob es an der Weltpolitik etwas ändert, eine Kerze anzuzünden und Kraniche zu falten? Vielleicht nicht. Vielleicht ist es aber auch diese Ohnmacht, die den Kriegstreibern allzu recht ist. Zeigen wir mit allen Mitteln, dass wir diese Politik der Kriege nicht wollen. Bereits der römische Philosoph Cicero (106 bis 43 v. Chr.) schrieb: "Den ungerechten Frieden finde ich immer noch besser als den gerechten Krieg."

Autor seit 5 Jahren
128 Seiten
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