Bio-Baumwolle

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, liegen Bio-Textilien seit einigen Jahren im Trend. Diese erfüllen zumindest formelle Kriterien, das ist besser als nichts. So werden  in der Regel keine Pestizide und Kunstdünger eingesetzt. Die Produktion von Bio-Baumwolle ist allerdings unter ökologischen und sozialen Kriterien betrachtet irreführend. So verbraucht die Herstellung nach wie vor  riesige Mengen an Wasser, sodass in manchen Fällen Chemiefasern die bessere Ökobilanz aufweisen können. Außerdem muss Bio-Baumwolle nur zu 50 Prozent aus nachhaltiger Produktion stammen. Die Arbeitsbedingungen in den Erzeugerländern sind schlecht, vieles - auch "Bio" - wird in asiatischen Billiglohnländern produziert. Die aus Bio-Baumwolle hergestellten Textilien werden in  verschiedenen Herstellungsschritten  umgerüstet. Hier kommt es oftmals zu Umweltbelastungen (Desinfektions- und Konservierungsstoffe), die nirgendwo verzeichnet sind. Fazit: Produkte aus Bio-Baumwolle sollten mit Vorsicht betrachtet werden. Im Zweifelsfall nachfragen oder wenn das nicht möglich ist, das Produkt nicht kaufen. 

Bio-Wolle und Naturtextilien

Auch Wolle aus "biologischer" Produktion ist nicht unbedingt empfehlenswert. So werden Wolltextilien ebenfalls "ausgerüstet", Produktionketten sind undurchschaubar, Schafherden werden, da diese oftmals von Parasiten befallen sind, mit Pestiziden behandelt. Diese reichern sich im Wollfett an und belasten anschließend den menschlichen Organismus. Schaut man hier genau hin, kommen Chemiefasern - vergleichsweise mit Bio-Baumwolle -  in einigen Fällen zu einem besseren Ergebnis.

Hersteller von Naturtextilien behandeln ihre Ware - soweit möglich - wirklich "naturgemäß". Dafür muß der Kunde auf so manchen Luxus verzichten. So fehlen zum Beispiel Begriffe wie "pflegeleicht" und "knitterfrei". Naturtextilien können also durchaus empfohlen werden, sind allerdings vom Anschaffungspreis teurer als konventionelle Ware. Ein Anhaltspunkt für gute Erzeugnisse ist das blaue Siegel "Naturtextil Best".

Tipps und Empfehlungen

  • Vorzüge von Textilien haben unter Gesundheits- und Umweltaspekten oftmals Nachteile
  • tauchen auf dem Etlkett Begriffe wie" pflegeleicht, knitterfrei und bügelfrei" auf, ist Skepsis angebracht
  • soll ein konventionelles Kleidungsstück aus nicht nachvollziehbaren Gründen in die Reinigung gebracht werden, anstatt die heimische Waschmaschine zu bevorzugen, ist Vorsicht angebracht 
  • neue Kleidungsstücke sollten vor dem ersten Tragen gewaschen werden und das mit möglichst hohen Temperaturen 
  • Second-Hand-Ware kann aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht Vorteile haben, außerdem wird auf diesem Weg der "Müllberg" verringert 
  • gekauft werden sollten nur Textilien, die wirklich benötigt werden 
  • es existieren einige empfehlenswerte Siegel für Textilien, am bekanntesten hiervon ist "Öko-Tex Standard 100" , dieses erfüllt zumindest einige formelle Kriterien
  • "Naturtextil Best" wird von Seiten der Naturtextilwirtschaft herrausgegeben, die Anforderungen gelten hier als sehr hoch 

bunte Strümpfe - aber wirklich "Bio"?

Fazit

Bio-Textilien haben nicht immer etwas mit "ökologisch - sozial - und gesundheitfördernd" zu tun. Die Bezeichnung erfüllt in vielen Fällen nur allgemeine Kriterien. Viele Produktionsschritte - allein bei der Verarbeitung von Baumwolle wird das Ausgangsprodukt bis zu zwanzig Mal verwandelt, damit am Ende eine Hose oder ein Pullover entsteht. Da kann etwas nicht stimmen. Besser ist es, nur wenige und langlebige Produkte zu kaufen, damit Ökologie und Gesundheit in Einklang gebracht werden können oder auf 100prozentige Naturware zurückzugreifen.  

Ashlie, am 10.09.2012
7 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Autor seit 5 Jahren
212 Seiten
Laden ...
Fehler!