Der "normale" Schnupfen - Rhinoviren

Häufigster Auslöser von Schnupfen sind die Rhinoviren. Die kleinen, hüllenlosen RNA-Viren sind weltweit verbreitet. Bei Temperaturen unter 33 °C liegen die optimalen Wachstumsbedingungen der vielen verschiedenen Rhinoviren-Typen. Die Körpertemperatur gesunder Menschen liegt um die 36°C. Dabei ist das Wachstum der kleinen Viren gehemmt. In den Wintermonaten oder an kälteren Tagen im Jahr kühlen die Blutgefäße der Nasenschleimhaut schnell aus, wodurch die Temperatur sinkt und die Viren optimale Wachstumsbedingungen vorfinden. Die Folge sind eine laufende Nase und Halsschmerzen. Auch Kopfschmerzen und erhöhte Temperatur können bei der oft harmlos verlaufenden Erkrankung vorkommen. Schwerere Krankheitsverläufe einer Infektion mit Rhinoviren können aber auch mit hohem Fieber und starkem Husten einhergehen. Bei starkem Schnupfen können die Paukenröhrchen zuschwellen (Paukenerguss) und das Hörvermögen beeinträchtigt sein. Auch eine Entzündung der Nasennebenhöhlen ist möglich.

Übertragung und Ansteckung

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Erkältungen durch Anniesen oder Anhusten übertragen werden. Tatsächlich ist die Übertragung auf diesem Weg eher selten. Rhinoviren müssen auf die Zellen der Nasenschleimhaut treffen, um sich vermehren zu können. Dass Viren durch Niesen oder Husten direkt in die Nase, und damit auf die Nasenschleimhaut anderer Personen geschleudert werden ist eher unwahrscheinlich. Die Hauptursache von Übertragung und Ansteckung liegt in Schmierinfektionen über Hände oder Gegenstände. Durch Händeschütteln oder das Anfassen kontaminierter Türklingen gelangen die Viren auf Hände und Finger weiterer Personen und gelangen von dort beim Naseputzen oder jucken in die Zielschleimhaut. Die Inkubationszeit beträgt kurze 12 h. Danach werden in der betroffenen Person bereits neue Viren aus den Zellen der Nasenschleimhaut entlassen, die weitere Zellen und auch Personen infizieren und anstecken können. Das Immunsystem gesunder Menschen benötigt etwa eine Woche, um Antikörper gegen die Viren zu bilden. Danach ist die Infektion häufig vorbei. Werden keine neuen Viren mehr gebildet und freigesetzt, ist auch die Ansteckungsgefahr durch die betroffene Person vorüber.

Vorbeugen und Heilen

Da Rhinoviren durch Schmierinfektionen übertragen werden, ist es nahezu unmöglich, den Viren aus dem Weg zu gehen. Vorbeugende Maßnahmen sind dadurch einzig und allein häufiges Händewaschen, die Vermeidung großer Menschenansammlungen und die Stärkung des Immunsystems. Um die Übertragung der Viren von Fingern und Händen auf die Nasenschleimhaut zu vermeiden, sollten die Hände nach dem Besuch von öffentlichen Gebäuden oder der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel gründlich gereinigt werden. In der Schnupfensaison sollte gegebenenfalls auf das Schütteln von Händen verzichtet werden.

Viel Trinken, ausreichend Schlaf, der Verzehr von Obst und Gemüse unterstützen das Immunsystem - sowohl während einer Infektion als auch im gesunden Zustand. Zur Linderung von Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen können warme Tees, Kräuterbonbons oder auch schmerzstillende Medikamente helfen.

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Die echte Grippe - Influenza

Die Influenza-Viren A und B gehören zur Gruppe der Orthomyxoviren. Die umhüllten Viren mit einzelsträngigem RNA Genom werden durch Tröpfcheninfektionen übertragen und infizieren den Atemtrakt von Säugetieren und Vögeln. Dort vermehren sie sich und können symptomlose Infektionen als auch schwere Atemwegserkrankungen hervorrufen. Influenzaviren bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit um die 30% und niedrige Temperaturen. Da die Bedingungen in den Wintermonaten durch trockene Heizungsluft und kalte Außentemperaturen optimal sind, sind Grippeerkrankungen in diesen Monaten besonders häufig.

Übertragung und Ansteckung

Influenzaviren gelangen durch die Schleimhäute von Mund und Nase sowie über die Augen in den Körper. Im Gegensatz zu den Rhinoviren werden Influenzaviren in großer Zahl durch Niesen und Husten verbreitet und übertragen. Diese überleben auch beim Austrocknen und bleiben bei optimalen Bedingungen (niedrigen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit) lange infektiös. Die trockenen Viruspartikel verbreiten sich durch Luftströme im Raum, bis sie auf eine geeignete Wirtszelle treffen. Influenzaviren können also eingeatmet werden und dadurch eine Ansteckung auslösen. Aber auch durch Schmierinfektionen können die Viren übertragen werden. In diesem Fall erfolgt die Ansteckung wie bei den Rhinoviren zunächst durch den Kontakt von Fingern und Händen mit kontaminierten Türklinken oder beim Händeschütteln. Anschließend gelangen die Viren durch Augen wischen oder Nase jucken zu den Schleimhäuten.

Symptome der echten Grippe im Vergleich zum grippalen Infekt

Eine echte Grippe verläuft anders als ein grippaler Infekt. Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis einige Tage. Bereits vor den ersten Symptomen können Viren auf andere Personen oder Gegenstände übertragen werden. Damit ist ein Betroffener ansteckend, bevor er von seiner Grippeerkrankung weiß. Gekennzeichnet ist eine Influenzainfektion durch das gleichzeitige Auftreten mehrerer Symptome. Hohes Fieber, Husten und Gliederschmerzen machen sich schlagartig und sehr intensiv bemerkbar. Hohes Fieber über 39°C und über mehrere Tage sind Anzeichen einer eichten Grippe. Schüttelfrost, große Mattigkeit und Schmerzen im ganzen Körper sind ebenfalls Symptome der Infektion. Ein unkomplizierter Verlauf der echten Grippe ist nach maximal 2 Wochen vorüber. Werden keine Viren mehr abgegeben, ist auch die Ansteckungsgefahr durch den Betroffenen vorbei. Viruspartikel, die noch in der Raumluft vorhanden sind, können durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit jedoch noch weiterhin infektiös sein.

Durch das stark belastete Immunsystem ist eine zusätzliche bakterielle Infektion leicht möglich, welche ihrerseits die Krankheitssymptome noch mal verstärken kann. Lungenentzündung oder Nervenentzündungen sind Komplikationen durch Bakterien, die durch eine vorausgegangene Influenzainfektion ausgelöst werden können.

Vorbeugen und Heilen

Als beste Maßnahme zur Vorbeugung gilt die Grippeimpfung. Die Impfung ist allerdings nur gegen genau die Influenza-Viren wirksam, welche im Impfstoff enthalten sind. Da die Viren extrem anpassungsfähig sind, wird auch der Impfstoff in jedem Jahr in seiner Zusammensetzung angepasst. Eine Impfung muss daher jährlich aufgefrischt werden. Die Grippeimpfung wird von den Krankenkassen übernommen. Um schwere Verläufe einer Influenzainfektion zu verhindern, ist die Grippeimpfung für Kinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Personen, die Umgang mit vielen anderen Personen haben (medizinisches Personal, Kindergärtnerinnen, Lehrer...) empfehlenswert.

Wie bei allen Erkältungskrankheiten ist Hygiene die wichtigste Regel zum Vorbeugen von Ansteckungen.

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Die Kontrolle der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit kann ebenfalls die Ausbreitung des Influenzavirus verhindern. Trockene Raumluft kann durch Luftbefeuchter angehoben werden. Raumtemperaturen über 20°C und eine Luftfeuchtigkeit um die 50% sind ein optimales Raumklima. Bei Luftfeuchtigkeiten um die 30% können Influenzaviren dagegen besonders gut übertragen werden. Auch häufiges Lüften kann die Zahl von Influenzaviren in der Raumluft verringern.

Betroffene Personen können Atemmasken tragen und dadurch die Abgabe von Viren verringern. Viren, die beim Husten und Niesen abgegeben werden bleiben in der Maske hängen und können sich nicht in der Luft verteilen.

Große Menschenansammlungen sollten in der Grippesaison vermieden werden. Wie auch bei "normalen" Erkältungen sollte Händewaschen nach dem Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel oder Einrichtungen sowie nach dem Händeschütteln oberstes Gebot sein.

Die Behandlung einer echten Grippe erfolgt mit Virostatika (antivirale Medikamente). Die Einnahme muss in den Anfangsstadien einer Infektion erfolgen. Dann kann sie die Erkrankung lindern, abkürzen und mögliche Komplikationen bei schweren Verläufen verhindern. Virostatika sind verschreibungspflichtig. Wie auch bei einer Infektion durch Rhinoviren können Ruhe, viel trinken, inhalieren und möglicherweise fieber- und schmerzlindernde Medikamente die Heilung unterstützen.

Die Sommergrippe - Enteroviren

Richtigerweise müsste es Sommer-grippaler-Infekt heißen, da die Sommergrippe nicht durch Influenzaviren ausgelöst wird. Wie bereits beschrieben, können sich Influenzaviren nicht bei hohen Temperaturen und hohen Luftfeuchtigkeiten vermehren. Ausgelöst wird die Sommergrippe durch Enteroviren. Die doppelsträngigen RNA-Viren gehören zur Familie der Picornaviren.

Der Verlauf einer Infektion gleicht dem des grippalen Infekts. Die Viren befallen die Nasenschleimhäute, vermehren sich und führen zu einer laufenden Nase, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch erhöhte Temperatur, Beeinträchtigung des Hörvermögens oder Nasennebenhöhlenentzündungen sind bei schweren Verläufen möglich.

Übertragung und Ansteckung

Die Übertragung der Enteroviren erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektionen. Die Inkubationszeit beträgt bis zu 35 Tagen. Nicht immer verläuft eine Infektion symptomatisch.  Infizierte scheiden das Virus bis zu mehreren Wochen im Stuhl aus, so daß eine Ansteckung durch Betroffene lange Zeit möglich ist. Auch ausserhalb des Körpers bleibt das Virus längere Zeit stabil und kann von dort übertragen werden. Auch durch kontaminiertes Trinkwasser oder durch verunreinigte Badeseen oder Schwimmbäder ist eine Übertragung möglich.

Enteroviren sind Auslöser der verschiedensten Krankheiten. Die Infektion der Atemwege äußert sich in der Sommergrippe. Aber auch Kinderlähmung, Hand-Mund-Fuß-Krankheit oder Meningitis können durch Enteroviren hervorgerufen werden.

Vorbeugen und Heilen

Wie beim grippalen Infekt sind gründliches Händewaschen und die Stärkung des Immunsystems die besten vorbeugenden Maßnahmen. Viel Trinken, ausreichend Schlaf und der Verzehr von Obst und Gemüse unterstützen das Immunsystem. Medikamente oder eine Impfung gegen die Sommergrippe gibt es nicht. Bei einem Infekt helfen Ruhe, die Aufnahme von viel Flüssigkeit und gegebenenfalls Medikamente gegen Fieber und Schmerzen.

Da die Viren lange Zeit auf Gegenständen oder Spielzeugen stabil bleiben, kann nach einer Infektion eine weitere Verbreitung durch Desinfektion viel genutzter Gegenstände verringert oder verhindert werden.

Autor seit 4 Jahren
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