Infektion

Die Ansteckung erfolgt über den Mund. Verschiedenste Wurm-Eier befinden sich auf Kot und Kotresten, die in der Erde, im Sand, auf Gegenständen oder Lebensmitteln zu finden sind. Durch den Mund gelangen diese Eier in den Magen-Darm-Trakt des Menschen, in dem sie sich zu vollständigen Würmern entwickeln. Besonders häufig erfolgt die Infektion bei Kindern, die sich während des Spielens öfters Finger und Hände in den Mund stecken.

Allgemeine Symptome

Allgemeines Anzeichen aller Wurminfektionen ist ein Juckreiz im Analbereich. Gerade in der Nacht ist dieses Jucken besonders stark, sodass es häufig zu Schlafstörungen kommt. Hervorgerufen durch den Schlafmangel sind Müdigkeit und Konzentrationsmangel weitergehende Symptome, die ihre Ursache in einer Wurmerkrankung haben können. Manche Betroffene leiden neben Juckreiz auch an Bauchschmerzen oder Übelkeit. In besonders schweren Fällen können sogar Bauchkrämpfe oder eine Entzündung des Bauchfells oder der Darmschleimhaut eintreten. Über den Stuhl werden Würmer und Wurmteile ausgeschieden.

Madenwürmer

Madenwürmer entwickeln sich in der Darmschleimhaut zu drei bis zwölf Millimeter langen Würmern. In der Nacht kriechen die weiblichen Würmer aus dem After und legen ihre Eier auf der Haut im Analbereich ab. Diese Eiablage und die Ausscheidungen der Würmer sind Auslöser des Juckreizes. Durch Kratzen können Entzündungen entstehen. In erster Linie gelangen die Würmer dadurch allerdings an die Hände und über diese erneut in den Mund oder auf Bettlaken, Kleidung und Gegenstände. Außerhalb des Körpers können die Eier 20 Tage lang überleben.

Im Stuhl lassen sich bei genauer Betrachtung lebende Madenwürmer erkennen. Sie sind nur wenige Millimeter groß und sehen aus wie Bindfadenstücke. Aber auch durch die Tesafilm-Methode lassen sich Madenwürmer nachweisen. Bei diesem Test wird morgens ein Stück Tesafilm um den After geklebt und wieder abgezogen. Unter dem Mikroskop lassen sich Madenwurm-Eier am Klebestreifen nachweisen.

Spulwürmer

Die Eier der Spulwürmer setzen sich im Dünndarm fest. Dort schlüpfen die Larven, welche durch die Darmwand in die Blutgefäße wandern. Über die Blutbahn gelangen die Larven der Spulwürmer in alle Organe. Mit dem Bronchialschleim der Lunge werden die Larven der Spulwürmer abgehustet und gelangen durch Verschlucken zum Teil wieder in den Dünndarm, wo sie sich zu ausgewachsenen Würmern entwickeln. Husten und asthmatische Anfälle können Hinweise auf eine Infektion mit Spulwürmern sein. Auch Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken können auf eine Wurminfektion zurückzuführen sein. Ein Spulwurm kann bis zu 50 Zentimeter lang werden und hat Ähnlichkeit mit einem Regenwurm. Der weibliche Wurm legt täglich bis zu 20.000 Eier, die beim Stuhlgang ausgeschieden werden. In einer Stuhlprobe können die Eier des Spulwurms nachgewiesen werden. Ganze Spulwürmer im Stuhl sind selten, kommen aber gelegentlich vor.

Auch eine Infektion mit Spulwürmern von Tieren wie Katze, Hund, Fuchs oder Schwein sind möglich. Die Eier dieser Spulwürmer entwickeln sich im menschlichen Organismus jedoch lediglich bis zum Larvenstadium.

Rinderbandwurm, Schweinebandwurm, Fischbandwurm

Der Rinderbandwurm durchläuft das Larvenstadium im Rind, der Schweinebandwurm im Schwein, der Fischbandwurm im Fisch. Durch die Aufnahme von rohem oder nicht durchgegartem Fisch oder Fleisch gelangt der Bandwurm in den Menschen und entwickelt sich in seinem Verdauungstrakt. Der Rinderbandwurm zum Beispiel kann bis zu 15 Meter lang werden. Lange Zeit kann eine Infektion ohne Symptome verlaufen und daher unbemerkt bleiben. Hinweise auf eine Bandwurminfektion können Verdauungsstörungen, geringer oder übermäßiger Appetit, aber auch Bauchweh und Übelkeit sein. Nicht selten nehmen Betroffene stark ab. Etwa 10 Wochen nach Infektion lassen sich im Stuhl bis zu 2 Zentimeter lange, bewegliche Wurmteile erkennen. Mikroskopisch können auch Bandwurm-Eier im Stuhlgang nachgewiesen werden.

Fuchsbandwurm, Hundebandwurm

Für Fuchs- und Hundebandwurm ist der Mensch ein Wirt, in den sie eher zufällig geraten. Gelangen die Eier über Pilze, Früchte oder den Kontakt mit infizierten Tieren in den Verdauungstrakt des Menschen, entwickeln sie sich dort zu einem wenige Millimeter langen Bandwurm. Da die Larven im menschlichen Organismus auch in Organe wie Lunge, Leber oder Gehirn eindringen können, können sie zu lebensgefährlichem Organversagen führen. Eine Hundebandwurm- oder Fuchsbandwurm-Infektion kann jahrelang unbemerkt bleiben. Der Nachweis erfolgt mittels Blutuntersuchung oder Ultraschall. Bei Kindern ist die Infektion mit einem Fuchsbandwurm eher selten. Infektionen mit Hundebandwürmern sind in allen Altersklassen möglich.

Behandlung

Der Verdacht einer Wurminfektion muss durch einen Arzt bestätigt werden. Nach einer positiven Diagnose durch Stuhlprobe oder Bluttest erfolgt schnellstmöglich die Behandlung mit einem Wurmkur-Medikament.

Bei Infektionen mit Fuchs-oder Hundebandwurm, ist in seltenen Fällen auch ein operativer Eingriff notwendig.

Zusätzlich zur Schulmedizin können auch Hausmittel wie Sauerkrautsaft, rohes Sauerkraut oder rote Karotten gegen Wurmerkrankungen eingesetzt werden. Diese Hausmittel sollten auf nüchternen Magen eingenommen werden

Das oberste Kriterium bei der Behandlung aller Wurmerkrankung ist Hygiene. "Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen" sollte nicht nur ein lehrreicher Kinderspruch sein, sondern zum Tagesmotto werden. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig die Hände gründlich mit Seife waschen. Kurz geschnittene Fingernägel verhindern, dass sich Schmutz unter den Nägeln sammelt und in den Mund gerät. Unterwäsche sollte täglich gewechselt werden, ebenso die Bettwäsche. Je nach Material sollten Kleidung und Wäsche bei mindestens 60°C gewaschen werden. Gegenstände und Spielzeug können mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden, um eine mögliche Ansteckungsgefahr zu verhindern.

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