Wodurch Quellwasser ungenießbar wird

Jede Art von Trinkwasser enthält ein sogenanntes Mikroklima, also ein Sammelsurium aus Mikroorganismen, Mineralstoffen und dergleichen. Das Problem bei der Haltbarkeit ist die Keimzahl, also die für den Menschen schädlichen Bakterien, welche das Wasser verderben lassen. Ebenso schmeckt und riecht jedes Wasser anders, was ich als Wiener der das Wiener Hochquellwasser gewohnt ist, nur bestätigen kann. Mit der Zeit erhöht sich die Keimzahl und das Wasser verliert seinen natürlichen Geruch, mit anderen Worten wird es schal. Rein technisch gesehen ist Quellwasser unbegrenzt lang haltbar, wenn man es entsprechend lagert und nachher wieder aufbereitet. In der Realität hängt es von der Art der Lagerung und den Lagerungsbedingungen ab. Wenn man ein Wasserglas offen im Sonnenschein stehen lässt, ist es klar, dass es innerhalb kurzer Zeit ein Miniaquarium mit eigenem Ökosystem wird, denn Bakterien und Keime mögen es gerne warm. Des Weiteren hat Kohlensäure einen günstigen Einfluss auf die Lagerbarkeit von Wasser, aber dann ist es de facto kein Quellwasser mehr, da es verändert wurde.

Offen herumstehendes Quellwasser ist nur sehr kurz haltbar

"In den Kesseln, da faulte das Wasser", "Und täglich ging einer über Bord" entspricht bei der offenen Lagerung von Wasser der Wahrheit. Je sauberer das Behältnis ist, in dem das Quellwasser gelagert wird, desto länger ist es natürlich haltbar, aber wie gesagt, allerhöchstens ein bis zwei Tage bei einem sauberen Trinkglas oder einer sauberen Karaffe. Kühlung dient der Haltbarkeit und Wärme reduziert sie dementsprechend. Wenn es früher komisch riecht oder schal schmeckt, dann weg damit.

Lagerung von Quellwasser in Plastikflaschen

Quellwasser ist in originalverschlossenen Plastikflaschen praktisch unbegrenzt haltbar, aber das Lebensmittelgesetz sieht verpflichtend ein Mindesthaltbarkeitsdatum vor. Ebenso hängt es davon ab, wie sauber und hygienisch die Abfüllung bei der Quelle stattgefunden hat und wie sauber und keimfrei die Plastikflaschen waren, in die es abgefüllt wurde. Ob nun Plastikflaschen schädlich sind oder nicht, da scheiden sich die Geister. Das Bundesinstitut für Risikobewertung vertritt den Standpunkt, dass Plastikflaschen unschädlich sind, auch wenn das Wasser aus den Plastikflaschen komisch schmecken könnte. Die Frankfurter Allgemeine auf der anderen Seite wartet wiederum mit einer Gegenstudie auf in der steht, dass Wasser aus Plastikflaschen mit Hormonen belastet sei. Was wohl der Wahrheit entspricht, ist demnach nicht zu erfassen und immer wieder ein Thema des öffentlichen Diskurses. Die Quellwasserabfüller, welche ihr Wasser in Plastikflaschen abfüllen und ausliefern, wieder propagieren den Vorteil der Hygiene bei Plastikflaschen und das Glasflaschen durch die immerwährende Wiederverwendung von vornherein unhygienischer seien. Wo nun die Wahrheit in diesem strittigen Thema liegt, ist nun die Frage.

 

Lagerung von Quellwasser in Glasflaschen

Der Vorteil der Glasflasche liegt im unveränderten Geschmack über mehrere Jahre hinweg auf der Hand. Ebenso würden keine Wirkstoffe der Flasche an das Wasser abgegeben. Allerdings kommt es wiederum auf die Lagerung, wie bereits zuvor bemerkt, an. Im Allgemeinen gilt, die Lagerung an einem kühlen und trockenen Ort erhöht die Haltbarkeit. Der Gesetzgeber sieht auch hier ein Mindesthaltbarkeitsdatum aus Gründen des Lebensmittelgesetzes vor, obwohl auch Wasser in Glasflaschen praktisch unbegrenzt haltbar ist. Problem ist allerdings auch hier die Keimzahl im Wasser und in der Flasche vor der Abfüllung, wodurch es vor dem Genuss eventuell aufbereitet werden muss.

Am Ende läuft es bei Quellwasser auf die Lagerung und Hygiene hinaus

Wie bereits zuvor angeführt sind die Hauptprobleme bei der Lagerung, die Verschmutzung und Keimzahl. Diese beiden Faktoren sind es, welche maßgeblich die Haltbarkeit von Quellwasser beeinflussen. Man kann heutzutage faktisch jedes Wasser mittels Filtermethoden und Entkeimungstabletten wieder genießbar und trinkbar machen. Trinkwasser ist das Gold der Zukunft und wird zunehmend knapper und kostbarer.

CADoerr, am 04.01.2013
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