Selbsthypnose – wozu?

Immer mehr Mediziner wenden die Hypnose an, um Schmerzen auszuschalten, nicht nur in der Zahnarztpraxis, auch bei OPs wird diese Mentaltechnik bereits eingesetzt - zum Nutzen der Patienten, denn Anästhesie- bzw. Betäubungspräparate haben auch Nebenwirkungen und belasten den Organismus. Viele Menschen denken, dass Hypnose bei Ihnen nicht funktioniert, das ist aber ein Trugschluss. Ca. 95% aller Menschen können hypnotisiert werden – vorausgesetzt, sie möchten das auch.

Selbsthypnose ist, ebenso wie die Hypnose, nichts weiter als eine Technik, die eine mentale Entspannung und Konzentration herbeiführt, die man dann für verschiedene Zwecke einsetzen kann, beispielsweise, um Dinge oder Körpervorgänge zu visualisieren, um instinktive Verhaltensweisen zu beeinflussen, um mentale Anker zu setzen, die eigene Kreativität zu steigern oder auch um sich nochmals in vergangene Lebenssituationen hineinzuversetzen. Letzeres wird häufig auch in der Kriminalistik angewandt, damit sich Zeugen wieder besser an das Geschehene erinnern und wichtige Hinweise liefern können.

Was ist Hypnose eigentlich?

Es gibt verschiedene Erklärungsversuche. In der Regel bezeichnet man unter Hypnose(wiki) einen Bewusstseinszustand der Tiefenentspannung, bei dem man besser auf das Unbewusste zugreifen kann und bei dem unsere Aufmerksamkeit auf ein gewisses Ziel gerichtet ist. Hypnose gab es schon bei den alten Ägyptern und Römern, die anscheinend in ihren Techniken weiter fortgeschritten waren als wir es heute sind.

Die Hypnose begann erst im 18. Jahrhundert wiederaufzuleben, als Franz Anton Mesmer mit Trancezuständen experimentierte und so den Anstoß für die Beschäftigung mit dem Phänomen gab.

Wieviel Zeit sollte ich pro Tag investieren?

Um Erfolge zu erzielen ist es notwendig, pro Tag ca. 15 Minuten der Selbsthypnose zu widmen und dafür einen Ort aufzusuchen, an dem Sie ungestört sein können. Nicht nur der Ort ist wichtig, auch der Stuhl oder Sessel, auf dem Sie Hypnoseübungen machen, sollte ausschließlich dafür verwendet werden. Das ist wichtig, denn mit der Zeit wird Ihr Gehirn jedes Mal, wenn Sie sich dorthin setzen auf den Automatismus "Entspannung" schalten und so einen Anker setzen.

Die ersten Vor-Hypnose-Sitzungen

Es kommt auf die richtige Vorbereitung an. Deshalb ist es erst einmal wichtig, einige Entspannungs- und Suggestionsübungen zu absolvieren. Generell ist es bei den ersten Sitzungen sinnvoll, sich die Uhr auf 10 min Ungestörtheit zu programmieren. Wenn der Wecker dann klingelt, sollten Sie nicht hochschrecken, sondern die Entspannung langsam zurücknehmen, in dem Sie von 5 bis 0 zählen.

Die nächsten Übungen sollten Sie beherrschen, bevor Sie weiter in die Hypnose einsteigen

  • Ruheformel
    Begeben Sie sich zu Ihrem Hypnoseplatz, lassen Sie die Augen geöffnet und versuchen Sie zur Ruhe zu kommen und Ihren Atem zu beobachten. Beide Arme und Beine sind so schwer wie Sandsäcke. Fixieren Sie dann in der hinteren Ecke Ihres Raumes einen Punkt. Richten Sie Ihre gesamte Konzentration auf diesen Punkt. Um zur Ruhe zu kommen, sollten Sie sich angewöhnen, eine Formel als Einstieg zu verwenden, z.B. SCHWER. Oder Sie stellen sich vor, wie Sie vom obersten Stockwerk eines Hochhauses mit dem Aufzug nach unten fahren. Je weiter Sie nach unten fahren, desto entspannter werden Sie.
  • Muskelkontrolle
    Begeben Sie sich zu Ihrem Hypnoseplatz, aber bleiben Sie in einer angenehmen Haltung (vielleicht mit dem Rücken angelehnt) stehen. Strecken Sie beide Arme nach vorne aus und schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich nun vor, dass auf dem rechten Arm ein schweres Buch liegt, das den Arm nach unten drückt. Führen Sie keine bewusste Bewegung des Armes aus. Stellen Sie sich nur vor, wie furchtbar schwer dieses Buch nach unten drückt. Stellen Sie sich dann vor, dass Ihr linker Arm an einem Ballon befestigt ist, der ihn ganz leicht macht und nach oben zieht. Führen Sie auch hier keine bewusste oder willentliche Bewegung aus. Spüren Sie nur, wie die beiden Arme sich in gegensätzliche Richtungen bewegen. Zwischen linkem und rechtem Arm sollten mindestens 30 cm Höhendifferenz sein.
  • Visualisierung
    Visualisieren Sie einen Gegenstand mit geschlossenen Augen. Egal welchen. Beobachten Sie, wie dieser Gegenstand näherkommt und sich wieder von Ihnen entfernt. Unter Visualisieren versteht man, sich etwas vor dem geistigen Auge vorzustellen. Versuchen Sie sich immer tiefer zu entspannen – aber schlafen Sie niemals dabei ein. Wer einschläft, kann aus der Hypnose keinen Nutzen ziehen.
Schnellhypnose mit Dirk Treusch

Erste Hypnosesitzung

Bei der ersten echten Hypnosesitzung, für die man ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, z.B. die Raucherentwöhnung oder die Heilung von einer Krankheit, muss man erst einen sehr tiefen Entspannungszustand erreichen. Das erreicht man oft durch die Vorstellung, eine bestimmte Wegstrecke zurückzulegen, bestimmte Landschaften zu visualisieren etc. Erst wenn man tief in Trance ist, beginnt die eigentliche Hypnosetherapie, nämlich das bildliche Vorstellen bestimmter Körperteile und deren Genesung.

Bei all diesen Hypnosesitzungen sind Sie selbst dafür zuständig, in Trance zu gelangen und können diesen Zustand immer auch wieder selbst zurücknehmen. Für die sogenannte Blitz-Hypnose mit Schnellinduktionen sollten Sie einen Therapeuten zur Hilfe nehmen.

 

Bitte beachten Sie: Gesundheitliche Probleme gehören in eine ärztliche Beratung, den dieser Artikel nicht ersetzen kann.

Autor seit 5 Jahren
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