Wie ich einen Vortrag vorbereite

Ein Vortrag benötigt nicht nur ein Thema, sondern auch eine Zeitvorgabe. Wenn Sie von einem Veranstalter eingeladen oder von Ihrem Chef aufgefordert werden, einen Vortrag zu halten, bekommen Sie meistens auch gesagt, wie lange Ihre Rede dauern darf. Daran sollten Sie sich auch halten, selbst wenn Sie frei sprechen und nicht vom Blatt lesen. Bei einer freien Rede ist es hilfreich, sich einige Stichpunkte zu notieren, um den roten Faden nicht zu verlieren und zu weit vom zentralen Thema des Vortrags abzuschweifen. Handelt es sich um einen Fachvortrag, überlegen Sie im Vorfeld, wie Sie Ihren Zuhörern das Thema leicht und verständlich nahe bringen. Streifen Sie jegliche Selbstverliebtheit ab und konzentrieren Sie sich nicht zu stark auf Ihr profundes Fachwissen. Denken Sie daran: Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

Ein gut vorbereiteter Vortrag fesselt die Zuhörer (Bild: © Can Stock Photo Inc. / agencyby)

Informativ und unterhaltsam muss die Rede sein

Legen Sie sich alles bereit, was Sie an Material benötigen, um einen inhaltsreichen, aber nicht zu langen Text zu formulieren. Dazu gehören beispielsweise Zeitschriften und Bücher, aus denen Sie zitieren, Plakate und Bilder, die Sie während Ihres Vortrags auch als Anschauungsmaterial zeigen können.

Gliedern Sie Ihre Rede in drei Abschnitte.

  • Die Einleitung, wo Sie mit der Begrüßung und einer kurzen Vorstellung Ihrer Person beginnen.
  • Der Hauptteil, wo Sie ins Detail gehen und sich dem Thema widmen.
  • Der Schluss, wo Sie ein Resümee ziehen und sich für die Aufmerksamkeit bei den Zuhörern bedanken.

Überlegem Sie, wie Sie Ihren Vortrag unterhaltsam verpacken können, damit Ihnen die Zuhörer gebannt lauschen und nicht nach zehn Minuten schon einen glasigen Blick bekommen, nur noch mühsam ihren Kopf gerade halten können, weil Morpheus in Lauerstellung steht, um sie in den Schlaf zu wiegen. Denken Sie an Ihre Schulzeit und an die Lehrer, die Sie am meisten gelangweilt haben. Dann wird Ihnen klar, wie ein fesselnder Vortrag sein muss. Diese Pauker vor ihrem geistigen Auge und Ohr parlierend werden Sie davon abhalten, in Geschwafel zu verfallen und Ihre Zuhörer in einen Tiefschlaf zu versetzen.

Zur besseren Veranschaulichung ist eine Visualisierung sehr hilfreich, für die Sie je nach Gusto eine Beamer-Präsentation oder ein Flip-Chart verwenden, wo sie die Blätter entweder schon vorbereiten oder direkt beim Vortrag beschriften.

Ein kleines Video-Tutorial für eine coole Rede

Das Rede-Konzept überarbeiten

Wenn Sie das Konzept - im Kopf oder auf dem Papier - fertig gestellt haben, ist noch lange nicht gesagt, dass es auch die Endfassung sein wird. Es gibt immer Textfragmente, die man besser formulieren kann. Sind Sie rhetorisch nicht ganz so fit, empfiehlt es sich, keine freie Rede zu halten, sondern vom Blatt abzulesen und so lange am Text zu feilen, dass er sich gut lesen lässt und für den Zuhörer verständlich ist. Lesen Sie sich Ihren Vortrag selbst laut vor. Sie werden staunen, wie verschnörkelt manche Sätze klingen. Eingeschobene Nebensätze beispielsweise sind suboptimal.

Ein Beispiel:

"Ein Spiegel im Badezimmer, der immer auch ein Möbelstück ist und sich dem übrigen Mobiliar gut in seiner Form und Farbe anpassen sollte, sei es durch eine gefällige Größe oder durch einen mit der Einrichtung harmonisch korrelierenden Farbton im Rahmen, darf bei der Ausstattung nicht fehlen."

Solche Schachtelsätze sind alles andere als unterhaltsam und spritzig. Für einen Vortrag sollten Sie kurze und prägnante Sätze wählen:

"Ein Spiegel darf bei der Ausstattung des Badezimmers nicht fehlen. Er sollte sich dem übrigen Mobiliar in Form und Farbe anpassen". 

In diesem Fall ist weniger mehr. Eventuell kann man das Ganze noch mit einem knackigen Zitat ergänzen:

"Ich möchte Ihnen ja nicht zu nahe treten, meine Damen, aber wenn Sie einen zu großen Spiegel fürs Badezimmer wählen, antworte ich Ihnen mit einem Zitat von Mark Twain: "Wenn eine Frau sehr oft in den Spiegel schaut, ist es vielleicht nicht Eitelkeit, sondern Tapferkeit".

Ein guter Rat

"Was man ernst meint,
sagt man am besten im Spaß."

Wilhelm Busch (1832 - 1908),
deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller

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Den Vortrag vor Publikum halten

Lampenfieber vor einem Auftritt ist ganz normal. Die besten Schauspieler quälen sich damit herum. Ebenfalls sind die profiliertesten Vortragsredner nicht vor Lampenfieber gefeit. Ein bisschen Aufregung vor der Konfrontation mit dem Publikum ist ein Zeichen dafür, dass Sie den Anspruch haben, es wirklich gut zu machen. Ziehen Sie sich bequeme Kleidung an, die Sie nicht einengt und Ihnen die Luft raubt. Natürlich sollten Sie nicht in einen Jogging-Anzug schlüpfen, es sei denn, Sie halten einen Vortrag über Jogging-Anzüge. Wählen Sie schicke und dezente Kleidung für Ihren Vortrag, um Seriosität und Glaubwürdigkeit zu vermitteln.

Wenn Sie reden, machen Sie längere Pausen zwischen den Sätzen und lenken Ihren Blick ins Auditorium. Suchen Sie sich drei Personen aus, die Sie während Ihres Vortrags gezielt anschauen. Das gibt Ihnen Sicherheit. Bewegen Sie sich. Selbst wenn Sie am Rednerpult stehen, zeigen Sie Dynamik, gestikulieren Sie. Wenn Sie Ihren Vortrag mit einer Beamer-Präsentation visualisiert haben und mit einem Pointer arbeiten oder Sie ein Flip-Chart verwenden, müssen Sie sich zwangsläufig bewegen. Lassen Sie sich ein Glas Wasser geben. Damit benetzen Sie nicht nur Ihre Lippen und ölen Ihre Stimme. Wenn Sie merken, dass Ihnen der rote Faden entgleitet und Sie nervös werden, greifen Sie zum Glas, trinken einen Schluck, atmen tief durch - schwupp: Der rote Faden ist wieder da!

Schauen Sie während Ihres Vortrags hin und wieder auf die Uhr, damit Sie wissen, wie viel Zeit Ihnen bleibt, um dann langsam zum Schluss zu kommen. Ein nettes Zitat am Ende des Vortrags und ein "Danke, dass Sie mir so lange und geduldig zugehört haben" wird Ihnen eine geballte Anzahl an Pluspunkten bringen. 

Krimifreundin, am 18.02.2014
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Autor seit 6 Jahren
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