Was ist ein Weißbrot?

Weißbrot ist ein helles Brot aus Weizenmehl. Das Mehl wird aus Weich- oder Hartweizen gewonnen. Beide Getreidesorten unterscheiden sich: Die erste Getreidesorte hat ein weicheres und mehligeres Korn. Der Proteinanteil (ein Eiweißstoff, der aus Aminosäuren aufgebaut ist) ist geringer als beim Hartweizen. In Deutschland wird Weizen meist als Wintergetreide angebaut. Der in Süddeutschland wachsende Hartweizen dient der Nudel-Herstellung. In Deutschland werden 27 Prozent der Ackerflächen für den Weizenanbau verwendet.

Weizenfeld in der SonneQuelle: pezibear / Pixabay.com 

 

 Weizenfeld im Sonnenuntergang

Der Weg des Weißbrotes

Ägypten

Bildquelle: Gellinger / Pixabay.com

 

 

 

Grabkammer in Ägypten

 

 

 

 

 

 

Im ägyptischen mittleren Reich von 2137 bis 1781 vor Christus lieferten die Bauern ihr Getreide der Allgemeinheit ab. Das war ein Befehl des Pharao. Er und sein Hof aßen täglich Weißbrot. Er war nicht kleinlich: Seine hohen Beamten verdienten täglich 2 Laibe Weißbrot als Gehalt. Sie legten besonderen Wert auf die Weiße des Mehls. Selbstverständlich für damalige Zeit war, dass Sklaven und andere Arme nur Getreidebrei aßen. Das Weißbrot wurde als Grabbeigabe den Verstorbenen in den Sarg gelegt. Gute Speisen erleichterten das Leben im Jenseits.

Antikes Griechenland und Rom

 

Bildquelle: JJuni/Pixabay.com

 

 

 

 

 

Über Handelswege gelangte das Weißbrot in das antike Griechenland (16. Jahrhundert bis 146 vor Christus). Die Griechen mochten es. Als kreative Köpfe entwickelten sie neue Brotsorten. Ihrer Göttin "Demeter” weihten sie das Weißbrot, denn sie glaubten an ihre Kraft die Bäcker zu beschützen. 

Die Griechen präsentierten ihr neues Weißbrot ihren Handelspartnern, den Römern. Auch die Römer aßen es gern. Das findige Volk baute sich Großbäckereien und geschlossene Öfen. Leider mussten ihre Sklaven den ganzen Tag Teige durchkneten. Ebenfalls schwer schufteten Esel und Ochsen. Sie trieben große Knetmaschinen an. Die Römer nutzten auch ihre guten Kontakte zu Germanischen Stämmen im Norden. Ihnen brachten sie das Weißbrot.

Germanische Stämme

Germanische Stämme kamen durch die Völkerwanderungen ab 2000 vor Christus nach Europa. Sie übernahmen - wie oben erwähnt - das Weißbrot von den Römern. Doch bis zum Mittelalter leisteten sich nur wohlhabende Germanen das begehrte Weißbrot. Das Grundnahrungsmittel der ärmeren Bevölkerung war immer noch ein Getreidebrei aus zerstampften Weizen- oder Gerstenkörnern mit Milch oder Wasser.

 

Bildquelle: diddi4/Pixabay.com

 

Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald

 

 

Mittelalter

Im Mittelalter (500-1500) galt Brot als Hauptnahrungsmittel aller Schichten. In der Regel aßen die Menschen der unteren Stände Schwarzbrot. Obere Stände ernährten sich von Weißbrot. Später glich sich das Essverhalten an. Den Reichen schmeckte das Schwarzbrot auch sehr gut und sie verzehrten es gern. Bis zum Jahr 1000 buken Nonnen und Mönche in Klöstern das Brot. Das änderte sich: In mitteleuropäischen Städten entstanden erste Bäckereien. Der Beruf des Bäckers war anspruchsvoll. Strenge Auflagen erhielten Bäcker von den Zünften. Doch es gab auch Gaunereien: Manche Bäcker färbten ihre dunklen Brote mit Gips, Kreide oder gemahlenen Knochen weiß. Ein beim Betrug erwischter Bäcker erlitt die "Bäckertaufe”. Er saß in einem "Schandkorb" gefangen. Langsam tauchte man den Korb in Wasser oder Unrat. Die umstehenden Gaffer lachten und verspotteten den Übeltäter.

Bildquelle: maxmann / Pixabay.com

 

 

 

Amerika

Vor der Besitznahme des amerikanischen Kontinents durch die Europäer (ab 1492) aßen amerikanische Indios "Tortillas”. Dieses Fladenbrot bestand aus Maismehl. Weizen war zu der Zeit unbekannt in Amerika Die Invasoren brachten neue Getreidesorten ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auf diese Weise gelangte das Weißbrot nach Amerika. Weltbekannt sind heute die "Burger". Weizenbrötchen mit Hackfleisch, Frikadellen oder anderen Belägen.

 

Bildquelle: Meditations / Pixabay.com

Französische Revolution

1789 waren in Frankreich die Brotpreise enorm gestiegen. Die meisten Bewohner Frankreichs konnten ihren Familien kein Brot mehr kaufen - Weißbrot als das "edlere” Brot schon gar nicht. Es kam zu Aufständen, die Ludwig XVI. (1754-1793) blutig niederschlug. Doch die Massen stürmten die Geschäfte. Sie wussten, dass ihr König und die oberen Stände im Luxus lebten. Das war der Beginn der Französischen Revolution. Durch sie veränderten sich auch die Essgewohnheiten der Franzosen. Die neuen Machthaber veröffentlichten eine Back-Verordnung. Das Dekret vom 25. Brumaire des Jahres zwei (15.11.1793) bestimmte, dass Bäcker nur eine Art Brot backen durften. Ein Mischbrot aus drei Teilen Weizen und einem Teil Roggen oder Gerste ernährte jetzt die Anhänger der Französischen Revolution.

Bildquelle: Mizianitka / Pixabay.com

Industrielle Revolution

Die Industrialisierung begann mit der Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt. Die Arbeiter schufteten oft bis zu 17 Stunden in den Fabriken. Ihre Familien ernährten sich von Schwarzbrot und Kartoffeln. Weißbrot kam zu jener Zeit nur bei wohlhabenden Bürgern auf den Tisch. 

Situation bis 1945 in Deutschland

Der erste Weltkrieg 1914-1918 führte zu Hungersnöten und Versorgungsengpässen bei Bevölkerung und kämpfenden Truppen. Dies gilt auch für den zweiten Weltkrieg und danach. In diesen Zeiten war das Weißbrot ein absolutes Luxusgut. Das änderte sich durch das "Wirtschaftswunder” ab 1950. Heute ist Weißbrot ein viel gekauftes Nahrungsmittel in Europa, Australien und Amerika. In Asien wird dem Verbraucher ein süßes Weißbrot angeboten. Es ist dort aber kein tägliches Essen.

 

Was Sie vom Weißbrot erwarten

Das erwarten Sie: 

Es ist das Brot, was einen warm hält, und nicht der Pelz. 

(Aus Russland).

 

 

 

 

 

Bildquelle: JESHOOTS / Pixabay.com

 

Quellenangabe: Das Brot im Wandel der Geschichte - Mara Klahr, Verlag Hugendubel.

 

Autor seit 5 Monaten
20 Seiten
Laden ...
Fehler!