Die Eigenschaften der verschiedenen Kartoffelsorten

Die Verbraucher nutzen Kartoffeln, das ganze Jahr. Es stehen unterschiedliche Sorten für den Frischverzehr oder die Lagerung zur Verfügung: Gegessen werden sie nicht nur als Beilage, wie Salzkartoffeln, sondern auch als Hauptgericht. Reibekuchen mit Apfelmus ist zum Beispiel ein typisches rheinländisches Gericht. Es wurde in ländlicher Gegend immer zum Ende des Kartoffeljahres gegessen. Dann wenn die Erdäpfel möglichst in großen Mengen verzehrt werden mussten, weil die Ernte bevorstand. Auch die beliebten Fritten sind, besonders in den Haushalten in denen Kinder leben, vom Speisezettel nicht weg zu denken. Kartoffelbrei mit Blumenkohl und Fischstäbchen oder Kartoffelsalat schmecken auch älteren oder kranken Menschen gut. Für all diese Gerichte werden Kartoffeln mit unterschiedlichen Eigenschaften benötigt. Grob vereinfacht: Fest kochend für Salate, mehlig kochend für Kartoffelbrei.

Vorwiegend festkochende, sehr frühe Sorten sind:

  • Acapella,
  • Arcona
  • Berber
  • Finka
  • Juwel

Frühe Sorten sind:

  • Gala
  • Marabel
  • Natascha

Festkochende Sorten:

  • Agila
  • Belana
  • Princess

Sorten für eine längerfristige Lagerung:

Mittelfrüh -Vorwiegend fest kochend:

  • Agria
  • Jelly
  • Krone
  • Laura

Spät festkochend:

  • Nicola
  • Selma

Mehlig kochend:

  • Afra
  • Melina

 

Wie wird das Pflanzgut vorbereitet?

Für einen Quadratmeter werden etwa vier bis fünf Knollen, für ein Ar Land etwa 25 bis 30 Kilogramm benötigt. Etwa drei bis vier Wochen vor dem Pflanzen werden Kartoffeln an einem hellen Ort bei 12 bis 15 °C vor gekeimt. Beim Auspflanzen muss darauf geachtet werden, dass die Keime nicht abbrechen. Saatgut mit einem ausgeprägten, nicht zu langem Keim bewurzelt sich gewöhnlich schneller.

Wann werden Kartoffeln gesetzt?

Damit ein zügiges Wachstum von gesunden Kartoffeln gewährt wird, sollen die Saatknollen erst gepflanzt werden, wenn sich der Boden auf 10 °C erwärmt hat. Nur dann ist gewährleistet, dass die Saat zügig weiter wachsen kann. Viele Kleingärtner verlassen sich beim pflanzen auf ihre Erfahrungswerte, andere lassen sich von Aussaatkalendern, die auch auf den Mondrhythmus eingehen, anregen. Nicht unwesentlich ist es ebenfalls zum Beispiel das im Öko-Test 2010 siegreiche Wetterportal wetter.info nach den Witterungsbedingungen zu befragen. Denn es besteht im Frühjahr und Sommer besonders die Gefahr extremer Hagelstürme. Diese haben, besonders in den vergangenen Jahren vielen Gartenbesitzern das Gartenleben ganz verleidet.

In welchem Abstand werden Kartoffeln gepflanzt?

Damit die Kartoffelpflanzen ein gesundes Gleichgewicht zwischen Kraut und Knollen entwickeln, ist ein Reihenabstand: von 65 Zentimetern und in der Reihe von 35 bis 40 Zentimetern einzuhalten. Über die Pflanztiefe entscheidet auch die Größe der Anbaufläche und Pflanztechnik. (Hochbeet, Permakultur) Normalerweise sind es drei bis fünf Zentimeter.

Die Pflege der Kartoffeln beim Anbau

Kartoffeln brauchen auf dem Feld und im Garten eine intensive Pflege. Um sie unkrautfrei zu halten, müssen sie durch Hacken nach Bedarf, bei dem die Wurzeln nicht beschädigt werden dürfen, unkrautfrei gehalten werden. Viele Kartoffelbauern häufeln die Früchte bei einer Krauthöhe von 20 Zentimetern nicht mehr an, um ein Ergrünen der Knollen zu verhindern. Damit eine gute Wasseraufnahme gewährleistet ist, sollten die Dämme oben etwas abgeflacht sein.

Welche Düngung kommt für konventionell angebaute Kartoffeln in Frage?

Kartoffeln wollen einen ausgewogenen, durch die Einsaat von bodenverbessernden Gründüngungspflanzen, wie Senf, Ölrettich oder Phacelia, oder gelockerten Boden. Er soll gut mit den Grundnährstoffen Phosphor, Kali und Magnesium versorgt und durchlüftet sein. Es soll nur wenig Stickstoff zugefügt werden, da dieser das Krautwachstum und die Anfälligkeit für Kraut- und Knollenfäule fördert und die Qualität mindert. Als Generaldünger wird im Garten, auch für Kartoffeln, meistens Volldünger blau, in der Konzentration 50 bis 70 Gramm pro Quadratmeter, oder fünf bis sieben Kilogramm pro Ar, empfohlen.

Wie können biologisch angepflanzte Kartoffeln gedüngt werden?

Der Boden auf dem Kartoffeln gepflanzt werden, muss viele Mikroorganismen enthalten. Damit diese gut ernährt werden, bringen viele Bio-Landwirte im Herbst Kompost oder besser noch fermentierten, mit Effektiven Mikroorgansimen (EM) angereichertem Kompost, Bokashi genannt, teilweise mit Stallmist vermengt, aus. Viele Landwirte reichern dann im Frühjahr den Boden mit Urgesteinsmehl, der ersten Nahrung für die Mikroorganismen, an. Es wurde vielfach beobachtet, dass sich der Boden durch das aktivere Bodenleben früher erwärmt.

Krankheiten und Schädlinge, die die Kartoffelernte gefährden können

Kartoffelbauern sind besonders in niederschlagsreichen Jahren um ihre Ernte besorgt, weil dann Pilzkrankheiten und die Kraut- und Knollenfäule vermehrt auftreten. Die Fachleute beugen schon durch eine Sortenwahl vor. Sie vermeiden beim Wachstum zu hohe Stickstoffgaben und lesen das Pflanzgut besonders intensiv aus. Besonders in feuchten Jahren mit Staunässe. diese gefällt den Kartoffeln nicht. Kartoffeln, die ohne Pflanzenschutzmittel angebaut wurden, sind bei den Verbrauchern besonders beliebt. Nicht nur auf solchen Feldern fühlt sich der Kartoffelkäfer wohl. Damit diese nicht innerhalb kürzester Zeit das Kartoffelkraut abnagen, müssen die Kartoffelpflanzen in regelmäßigen Abständen abgelesen werden. Damit Schädlinge die auf Kartoffeln und Pilzkrankheiten spezialisiert sind, keine Chance haben, ist es, erfahrungsgemäß ratsam, höchstens alle vier Jahre Kartoffeln auf dem gleichen Land anzubauen.

Kartoffelkäfer
Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer (Bild: zdenet / Pixabay)

Wann werden Kartoffeln geerntet?

Landwirte und Gärtner ernten ihre Kartoffeln, wenn das Kraut abgereift ist. Sie prüfen an einer Pflanze, ob die Kartoffeln ausreichend groß und ausgereift sind. Ihre Erfahrung im Kartoffelanbau mit ihrem Land und den Witterungsbedingungen hilft ihnen den richtigen Zeitpunkt, der von Jahr zu Jahr verschieden sein kann, zu bestimmen. Gewöhnlich ist das Kartoffelkraut dann schon etwas gelb und welk.

In vielen ländlichen Gegenden wurde früher die Ernte der ersten Kartoffeln gefeiert. Mit dem Kartoffelkraut wurde noch auf dem Feld ein Feuer entzündet. In diesem wurden die Kartoffeln gegart und dann von Landwirten und Helfern, verzehrt.

So werden Kartoffeln gut gelagert

Kartoffeln brauchen eine individuelle Lagerung und eine stetige Beobachtung. Je nachdem ob sie für Großverbraucher oder für den Privathaushalt gebraucht werden. In großen Mengen werden sie auf Holzgestellen in großen, luftigen, dunklen, frostfreien Hallen oder Kellern gelagert. Es muss bei dieser Lagerung gewährleistet sein, dass geschädigte Früchte leicht aussortiert werden können. Im Lagerraum werden die Kartoffeln nach Sorten gelagert. Die, die für den baldigen Verzehr bestimmt sind, stehen meist in der Nähe des Ausgangs.

Kartoffeln wollen bei der Lagerung atmen, dunkel liegen und nicht schwitzen. Sie sollen auch nicht vorzeitig keimen. Verbraucher müssen im Privathaushalt darauf achten, dass Kartoffeln kühl und dunkel bei etwa 5 °C gelagert werden. So kann sich kein giftiges Senatonin bilden oder die Kartoffel faulen. Bewährt hat sich, je nach Menge, die Lagerung in einem Tontopf, in Lattenkisten oder auf Lattenrosten. Dort erhalten sie eine ständige Lüftung. Kartoffeln, die vorschnell keimen oder nicht mehr gut sind, müssen in Abständen ausgelesen werden um weitere Infektionen und einen üblen Geruch, zu vermeiden.

Wenn Kartoffeln in der Küche gelagert werden, müssen sie, selbst wenn sie dunkel und trocken liegen, möglichst rasch verbraucht werden. Besser ist es sie im Keller zu lagern und vor der Zubereitung in die Küche zu holen.

 

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