Wikinger-Schiff (Bild: ThomasKohler / Flickr)

Ein umgeleiteter Fluss wurde für die räuberischen Wikinger zur Falle

Viele flohen vor dem unerbittlichen Norwegerkönig Harald Schönhaar (860 - 930), andere, weil der nutzbare Boden in Norwegen zu knapp wurde. So kam es, dass die Wikinger auf den britischen Inseln und in Frankreich gleichzeitig als Händler, Siedler und Piraten auftauchten. Trotz kriegerischer Auseinandersetzungen florierte der Handel. Daraufhin verbot der Franken-Kaiser Karl der Kahle 864 offiziell und unter Androhung der Todesstrafe, den Verkauf von Pferden und Waffen an die Wikinger.

Doch bereits ab dem Jahr 871 standen die geschäftlichen Überlegungen wieder im Vordergund. Auch der Siegeszug der Wikinger schien endlos zu sein. Von Schweden aus zogen sie die Flüsse Dnjepr und Wolga hinauf und gründeten den ersten russischen Staat, das Fürstentum Nowgorod. Rurik gründete die Dynastie der Waräger und sein Sohn Oleg der Weise wurde Fürst von Kiew. Bald darauf standen die Waräger vor den Toren Konstantinopels. Harald dem Schönen gelang es 874 Norwegen zu einen. Seine Landsleute gründeten die Niederlassung Reykjavik in Island. Mehrmals hatten die Wikinger die Insel Noirmoutier vor der Loiremündung überfallen.

Dann leiteten die Franken den Fluss um. Nun liefen die feindlichen Boote auf Grund und konnten vom Land her besiegt werden. Die Wikinger, die diesen Raubzug unternommen hatten, mussten aufgeben und sich bei Karl dem Kahlen freikaufen. Aber sie blieben als Händler auf Noirmoutier. Wikinger-Kaufleute waren zwar nicht unbedingt gern gesehen, aber doch geduldet. Als Krieger fürchtete man sie hingegen wegen ihrer Grausamkeit.

Die Wikinger segelten mehrmals nach Amerika

Einer isländischen Saga zufolge segelte der Wikinger Leif Eriksson (der Sohn von Erik dem Roten) um das Jahr 1000 nach Christus von Grönland nach Amerika. Vermutlich landete er in Neufundland. Angeblich hatte ein Bekannter von Eriksson namens Bjami Herjölfsson bereits 15 Jahre zuvor Amerika entdeckt, nach dem er sich verirrte. Allerdings betrat er nie amerikanischen Boden, sondern segelte sofort weiter nach Grönland.

Eriksson und seine Männer errichteten an der Küste einige Hütten und überwinterten dort. Im nächsten Frühjahr kehrten sie nach Grönland zurück. Während Leif die Nachfolge seines Vaters antrat, segelte sein Bruder Thorvald nach Amerika. Dort entdeckte er die Hütten von Leif, wurde jedoch bei einem Streit mit den amerikanischen Ureinwohnern getötet. Zwei Jahre später überbrachte der Steuermann die Todesnachricht nach Grönland. Ein weiterer Bruder namens Thorstein machte sich ebenfalls auf den Weg, musste aber bald umkehren.

Erst der Isländer Thorfinn Karlsefni unternahm im Jahr 1006 den Versuch, Amerika zu kolonisieren. Mit drei Schiffen und 250 Mann Besatzung gelangte er schließlich an den Küstenstreifen, an dem auch Leif Eriksson gelandet war. Anfangs pflegten sie einen freundschaftlichen Kontakt zu den Einheimischen, doch bald kam es zu Spannungen und gegenseitigen Angriffen, bei denen die meisten Wikinger getötet wurden. Der Rest harrte zwei Jahre aus und kehrte dann nach Grönland zurück. Schließlich unternahm Leifs Halbschwester Freydis Eriksòttr noch einen Versuch, aber auch dieses Vorhaben scheiterte, weil sich die Wikinger untereinander zertsritten.

BerndT, am 25.10.2016
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Bildquelle:
Steppinstars (Prinz Madoc und die weißen Indianer)
tpsdave (Indianische Grabhügel im Wilden Westen)

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