Warum ist das so?

Ihre Schnelligkeit wird und wurde ihnen zum Verhängnis. Und mehr als nur "schnell" zu sein, wird ihnen nicht zugetraut. Dabei bleibt ihr überaus liebenswerter Charakter verborgen. Sie gelten landesüblich zudem noch als dumm, ohne dass die angebliche "Dummheit" hinterfragt wird.

Das ist jedoch ein Trugschluss:

Windhunde sind sehr intelligent. Sie tragen ihre Schlauheit jedoch nicht zur Schau. Sie bleiben gerne im Hintergrund, sind still, fast unsichtbar. Nur wenn es ins Freie geht, sie laufen dürfen, ist ihre gesamte Power und ihre immense Lebensfreude zu spüren.

 

Was zeichnet sie aus?

Sie sind extrem sauber. Sie verbiegen sich schon mal, um nicht in eine Pfütze treten zu müssen. Und - sie achten auf ihre Figur. Ja, das ist tatsächlich so - es scheint ein fest verankertes Erbe zu sein, das ihnen sagt, mit vollem Bauch lässt sich schlecht jagen. Deshalb ist ihre Aufzucht manchmal schwierig, denn sie verweigern schon mal das Futter, ohne dass der Mensch dabei sofort an Krankheit denken muss.

Die Bezeichnung "Windhund" -woher kommt sie?

Der Begriff "Windhund" stimmt nicht so ganz. Er wird auch nur in Deutschland verwendet. Er stammt zum Teil noch aus Zeiten, an die wir nicht mehr gerne erinnert werden wollen ("...hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, schnell wie Windhunde...").

In anderen Ländern werden sie unter dem Begriff "Sighthound" geführt, weil sie auf Sicht jagen, also die Nase auf dem Boden (im wortwörtlichen Sinn) nichts zu suchen hat. Es wurden Gazellen, Kaninchen, Hirsche, und sogar Wölfe und Bären schon mit ihnen gejagt. Dass man dafür schnell sein muss, versteht sich fast von selbst - und nicht nur das: auch eine gehörige Portion Mut gehört ebenso dazu - die sie zweifelsohne haben.

 

Was sind ihre Fähigkeiten?

Sie sehen ausgezeichnet. Klar, wenn man auf Sicht jagt, ist das unumgänglich. Sie haben ein sehr empfindliches Gehör, und taugen deshalb zum Familienhund nicht so richtig. Eine Schar aufgeweckter Kinder ist für einen Windhund, der sich sehr gerne zurückzieht, ein Graus - sie vertragen Lärm nicht so gut. Dazu sind sie sehr empfindsam, was dazu führt:

Herr und Hund -

das ist mit Windhunden nicht zu machen. Unterwürfigen Gehorsam verweigern sie. Sie wollen Parnter ihres Menschen sein, dafür gehen sie für ihn dann aber auch "durchs Feuer", wenns denn sein muss. Eine Hundeschule ist deshalb für die Mehrzahl der Windhunde der denkbar schlechteste Ort. Daher kommt es auch, dass sie für manche Zeitgenossen nur "blöde Köter" sind - sie denken nicht dran, "aufs Wort" zu gehorchen. Erzwingen funktioniert überhaupt nicht. Sie machen dann einfach dicht, und nichts kann sie mehr erreichen. Aber sie lernen schnell, beobachten mehr als andere Hunde und können "ihren Menschen" schnell lesen. Auch werden sie kaum einen Windhund finden, der in der Leine hängt, der zieht und keucht, das ist einfach unter ihrer Würde.

 

Für wen sind sie geeignet?

Windhunde sind meist "one man dogs". Will heißen: Eine Einzelperson, oder ein Pärchen sind ideal. Windhunde binden sich sehr eng an ihren Partner und lieben ihn fast schon abgöttisch, ohne je unterwürfig zu sein. Dabei sind sie große Schmuser, aber eben nur ihrer Kleinfamilie gegenüber. Fremden begegnen sie erst mal mit einer gehörigen Portion Abstand, was dazu führt, dass sie als unnahbar verschrien sind, und das wird ihnen wiederum als Dummheit ausgelegt.

 

Also schwierige Hunde?

Mitnichten. Sie sind genügsam, und brauchen nur IHREN Partner. Sie essen (Fresser gibt es unter ihnen nur selten) wenig, sind eigentlich sehr robust (wenn man die Ausrutscher der Überzüchtung von einigen unverantwortlichen Züchtern vergisst: Beispiel - Irish Wolfhound) und werden selten krank. Sie sind nicht wehleidig, bellen nur selten - und sind es zufrieden, wenn sie einmal am Tag für zwei/drei Stunden spazieren gehen dürfen (neben kleinen Rundgängen, denn sie sind überaus neugierig).

Was gibts noch zu ihnen zu sagen?

Eine Couch wäre schön. Windhunde liegen gern erhöht, damit sie alles "im Griff" haben und damit sie mit ihrem Menschen kuscheln können. Sie sind keine Wächter, aber wachsam. Fremde müssen sich vor ihnen in acht nehmen, denn sie schließen nicht ad hoc Freundschaften, ihre Zuneigung muss man sich erarbeiten.

Adressen zu Windhunden:

Wie alle unsere geliebten Vierbeiner, sind auch Windhunde mittlerweile in Tierheimen und auf verschiedenen Internet-Plattformen zu finden. Hier vor allem die geschundenen Galgos, und die ausrangierten Greyhounds.

Unter den Adressen: Windhundhilfe, Windhunde in Not und noch einigen mehr, finden Sie Windhunde aller Rassen, die ebenfalls dringend ein neues Zuhause benötigen. Aber auch Züchter gibt es für die insgesamt 18 Windhundrassen. Ein komplettes Züchterverzeichnis bietet der DWZRV (Deutscher Windhundzucht- und Rennverband).

Und zum guten Schluss:

Sollten Sie sich für einen Windhund entscheiden, ob vom Züchter oder aus "zweiter Hand", werden Sie -versprochen- diese Wahl nicht bereuen. Es sind zauberhafte Tiere, wenn man erst mal ihre Gunst errungen hat - denn einfach ist das Herz eines Windhunds nicht zu gewinnen - er bleibt immer souverän und wirkt manchmal sehr distinguiert - aber er ist ein echter Freund und geht mit Ihnen durch dick und dünn - wenn er Sie erst mal ins Herz geschlossen hat!

Weitere Fragen? Gerne - schreiben Sie mir.

 

 

 

Autor seit 3 Jahren
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