Was sollte ich generell beachten?

Hier finden Sie ein paar Fragen, die Sie sich vor der Anschaffung unbedingt stellen sollten:

 

Habe ich genügend Zeit, um mich um meinen neuen Mitbewohner zu kümmern? 

Katzen gelten im Allgemeinen zwar als selbstständige Wesen, dennoch benötigen sie eine ganze Menge Aufmerksamkeit. Eine Wohnungskatze benötigt dabei deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein Freigänger. Aber auch ein Freigänger genießt es, ausgiebig zu schmusen, ab und zu gebürstet zu werden und hin und wieder einem Papierkügelchen oder einer Katzenangel hinterher zu jagen. 

 

Ist meine Wohnung für die Katzenhaltung geeignet? 

Generell kommen Katzen auch mit wenig Grundfläche gut zurecht, wenn sie die Möglichkeit haben, erhöhte Kletter- und Schlafplätze zu nutzen und durch regelmäßiges Spielen ausgelastet werden. Der Platzbedarf ist auch abhängig davon, ob Sie eine Freigänger- oder Wohnungskatze bevorzugen. Sie sollten sich vor der Anschaffung

überlegen, ob Ihre Wohnung sowie Ihre Einrichtung zur Haltung einer Katze geeignet ist.

 

Was passiert, wenn meine Katze krank wird? 

Wird eine Katze krank, benötigt sie wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit als sonst. Es kostet Zeit, Kraft und Geduld, sich um ein krankes Tier zu kümmern, Medikamente zu verabreichen, kleine Malheurs zu beseitigen und Wunden zu versorgen. Nicht zu vergessen ist der finanzielle Mehraufwand. Tierarzt-, Klinik- und Arzneikosten können sich schnell zu einer bemerkenswerten Summe aufaddieren. Sie sollten diese im Notfall tragen können.

 

Was passiert mit meiner Katze, wenn ich verreisen muss? 

Anders als ein Hund muss eine Katze während Ihres Urlaubs oder Ihrer Geschäftsreise in der Regel zu Hause bleiben. Doch wer kümmert sich um Ihr Tier, wenn Sie weg sind? Haben Sie die Möglichkeit, Ihre Katze jemandem anzuvertrauen? Oder gibt es in der Nähe eine Tierpension oder einen Tiersitter, der sich um Ihre Katze kümmert? Auch Freigänger sollten nicht sich selbst überlassen werden, wenn Sie nicht zu Hause sind.

 

Konnten Sie diese Fragen positiv beantworten, überlegen Sie sich nun, welche Katze am besten zu Ihnen und Ihren Lebensumständen passt.

Eine Baby-Katze?

Baby-Katzen sind süß, daran besteht kein Zweifel. Die großen Kulleraugen, der tapsige Gang, die Unbeholfenheit. Beim Anblick eines Kittens schlägt das Herz so manches Katzenliebhabers höher. Was Sie allerdings bedenken sollten: Kitten können sehr anstrengend sein. Heute hängt das Kätzchen in Ihren Gardinen, morgen fällt es in den Futternapf und übermorgen verwechselt es den teuren Flokati-Teppich mit der Katzentoilette. Ein Baby-Kätzchen kostet Nerven. Außerdem sollte ein Kitten nicht den ganzen Tag alleine sein. Hier eignen sich zwei Wurfgeschwister. So ist die Trennung von der Mutterkatze nicht zu schmerzlich und das Kleine hat einen Spielgefährten.

Katzenkinder finden Sie bei verschiedenen Katzenzüchtern, in den Kleinanzeigen oder im Tierheim. Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie an einen seriösen Anbieter geraten. 

Eine ältere Katze?

Leider verdrängen die Baby-Kätzchen im Frühjahr den Blick auf die vielen ausgewachsenen Katzen, die auf ein neues Zuhause warten. Besonders die Tierheime sind permanent mit liebenswerten älteren Katzen gefüllt. Eine ausgewachsene Katze bringt mehrere Vorteile für den zukünftigen Halter mit: Sie ist in der Regel stubenrein. Sie hat alle katzentypischen Verhaltensweisen bereits gelernt und weiß, "was sich gehört". Sie ist selbstständiger als ein junges Kätzchen und sie hat die Rüpelphase bereits hinter sich. Gerade für Katzenanfänger eignen sich erwachsene Tiere häufig besser als Baby-Kätzchen. 

Ältere Katzen finden Sie im Tierheim, bei Tierschutzorganisationen im Ausland sowie als Abgabetiere von privaten Anbietern. Auch hier sollten Sie ein Auge auf den Zustand des Tieres und den Anbieter haben, bevor Sie sich zur Übernahme des Tieres entscheiden.

Rassekatze oder Feld-Wald-und-Wiesen-Mix?

Es gibt annähernd 100 verschiedene Katzenrassen auf der Welt. Darunter befinden sich beliebte Rassen wie Maine Coon, Britisch Kurzhaar oder Karthäuser ebenso wie skurrile und zweifelhafte Züchtungen wie die Manx, die ohne Schwanz auf die Welt kommt oder die haarlose Sphynx. Neben den offensichtlichen optischen Unterschieden variieren die verschiedenen Rassen auch in ihrem Charakter. Da wären einerseits die redseligen Siam, die alles mit einem Miau kommentieren und andererseits die schweigsame Russisch Blau, die anmutig-zurückhaltend um Ihre Beine schleicht. Sucht man nach einer Rassekatze, sollte man neben der Optik den Charakter sowie die Pflegeansprüche der Rasse berücksichtigen. Eine Main Coon oder ein Perser benötigen intensive Fellpflege. Perser brauchen zusätzlich häufig Hilfe beim Putzen der Augen oder der Nase.

Die Anschaffungskosten einer Rassekatze sind ebenfalls zu berücksichtigen. Ein Kitten eines seriösen Züchters kostet inklusive Papiere, Tierarzt-Check, Erstimpfung und Entwurmung zwischen 700 und 1200 Euro. Angebote um die 200 Euro finden sich häufig in den Kleinanzeigen. Diese Tiere stammen meist nicht von eingetragenen Vermehrern, haben keine Papiere und sind nicht auf typische Rassekrankheiten hin untersucht. Lassen Sie bitte die Finger von solchen "Schnäppchen". Nicht erst einmal war die Trauer groß, wenn das Kitten plötzlich verstarb oder die Tierarztkosten ins Unermessliche wuchsen.

Die gewöhnliche Hauskatze ist zu einem deutlich niedrigeren Anschaffungspreis zu haben. Doch auch hier sollten Sie auf der Hut vor Betrügern und Vermehrern sein. Entscheiden Sie sich für eine Katze aus privater Hand oder von einem Züchter, - egal ob Haus- oder Rassekatze, sollten Sie die Gegebenheiten vor Ort und den Umgang mit den Tieren genau beobachten. Wie sind die Tiere untergebracht? Hat die Mutterkatze Ruhe, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern? Haben die Tiere Spiel- und Rückzugsmöglichkeiten? Ist die Umgebung sauber? Welchen Eindruck machen die angebotenen Tiere auf Sie? Sind sie scheu, schwach, vielleicht sogar krank? Dann lassen Sie die Finger davon. So leid Ihnen die Tiere auch tun mögen, Sie unterstützen nur die Geldmacherei des Anbieters, wenn Sie solch ein Tier zu sich nehmen. 

Falls Sie sich für eine Rassekatze interessieren, suchen Sie sich bitte einen Züchter, der in einem anerkannten Zuchtverein eingetragen ist. Informationen hierzu finden Sie unter anderem unter:

Eine Katze aus dem Tierheim?

Leider hält sich noch immer der Glaube, Tierheim-Katzen seien verhunzt, würden beißen und kratzen und wären unerziehbar. Dass dies nicht der Fall ist, kann ich selbst bestätigen, da ich jahrelang ehrenamtlich in einem Tierheim mit Katzen gearbeitet habe. Nicht alle Tierheim-Tiere kommen aus schlechter Haltung. Manche werden abgegeben, weil der Besitzer verstorben ist oder weil sich die Lebensumstände geändert haben und die Katze traurigerweise keinen Platz mehr darin hat. Doch selbst diejenigen, die ein schlimmes Schicksal erleiden mussten, können mit Liebe und Geduld ein neues Leben beginnen. 

Wenn Sie sich für eine Katze interessieren lohnt sich der Gang in das nächstgelegene Tierheim auf jeden Fall. Sie finden Katzen jeden Alters und manchmal sogar die ein oder andere Seltenheit.

Eine Katze aus dem Ausland?

In vielen Regionen der Welt geht es den Menschen und Tieren deutlich schlechter als bei uns in Deutschland. Die Tiere haben einen niedrigeren Stellenwert, der nationale Tierschutzgedanke steckt noch in den Kinderschuhen und Fundtiere werden nach kurzer Karenzzeit getötet. Die Straßenkatzen aus Spanien, Italien oder Griechenland haben jedoch zumeist eine ganz besondere Eigenschaft: Sie sind höchst sozialverträglich. Das harte Leben auf der Straße schweißt zusammen. Getreu nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stärker" organisieren sie ihr Leben in der Gruppe. Dies macht die "Südländer" zur optimalen Zweit- oder Drittkatze in Ihrem deutschen Heim. Die Vergesellschaftung von Katzen, gerade, wenn sie bereits älter sind, ist nicht immer leicht. Eine Katze aus dem Ausland ist jedoch zumeist in der Lage, sich gut in ein bestehendes Gefüge einzugliedern. 

Wenn Sie sich jetzt für eine Katze aus dem Ausland interessieren, schauen Sie doch einmal hier vorbei:

Auch viele weitere Tierschutz-Organisationen vermitteln Tiere aus dem Ausland.

Eine behinderte Katze?

Eine behinderte Katze aufzunehmen, bedeutet je nach Behinderung einen gewissen Mehraufwand. Ich selbst habe eine behinderte Katze zu Hause und weiß, wie anstrengend das ist.

Die alteingesessene Meinung, dass man behinderte Tiere "erlösen" müsse, hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Die meisten behinderten Katzen kommen erstaunlicherweise sehr gut mit ihrer Behinderung zurecht. Ob blind, taub, dreibeinig oder schwanzlos - mit etwas Übung können diese Katzen sich fast genauso filigran bewegen wie ihre gesunden Artgenossen. Leider ist die abschreckende Wirkung einer Behinderung auf die potentiellen Interessenten meist sehr groß. Deshalb haben es die "Handicats" oft schwerer, ein neues Zuhause zu finden. Es gibt daher zahlreiche Tierschutzvereine und Aufklärungsprogramme, die sich mit der Vermittlung behinderter und kranker Tiere beschäftigen. 

Falls Sie eine behinderte oder kranke Katze aufnehmen wollen, finden Sie hier weitere Informationen:

 

Bildnachweis: Pixabay / Wikimedia

 

Ich persönlich befürworte die Tierheim-Katzen, da die Nachfrage das Angebot bestimmt und es zu viele Katzen in den Tierheimen gibt, die auf ein schönes Zuhause warten. Aber wie sehen Sie das?

Was ist für Sie beim Katzenkauf am wichtigsten?
Autor seit 2 Jahren
15 Seiten
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