Beim Fußball hört sich der Spaß auf

Die wichtigste Meldung der Woche natürlich vorab: Der FC Bayern verlor das Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea. Deutschland steht unter Schock: Mit wirtschaftlichen Problemen, drohender Hyperinflation oder gesellschaftlichen Umbrüchen kommt man ja noch zurecht. Aber eine Niederlage im Fußball, da bricht des wackeren Teutonen Herz! Und dann gießt auch noch eine FDP-Politikerin Öl ins Feuer, indem sie ihre Abneigung gegenüber dem FC Bayern kundtat. Die absehbaren Reaktionen: Empörung und Rücktrittsforderungen. Da versteht der Deutsche schließlich keinen Spaß! Dass die Volkstreter jedem Deutschen gigantische Schuldenberge aufbürden, beständig an der Steuerschraube drehen, die Rest individueller Freiheiten sukzessive im Sinne des Allgemeinwohls einschränken, das geht hin. Aber der Fußball ist eine zu ernste Angelegenheit, um Gleichgültigkeit zu signalisieren.

Wir dürfen gespannt sein, wann sich der Kreis des politischen Kabuki-Theater schließen und die FDP-Politikerin sich öffentlich entschuldigen wird.

Verehrteste, Sie sehen wie eine echte Schlampe aus!

Haben SIe im Juni schon was vor? Falls nicht, hier ein Veranstaltungstipp: Warum nehmen Sie nicht am SlutWalk in Innsbruck teil? Oder schicken Ihre Tochter hin? Der gute Zweck steht dabei im Vordergrund:

Unser Ziel ist es, durch die starke Symbolik von als aufreizend wahrgenommener Kleidung zur Schlampe zu werden! Dies um einerseits den Begriff der Schlampe selbst zu einem weiblichen zu machen und andererseits, um uns durch die Selbstbenennung als Schlampe mit den als "Schlampen" bezeichneten Frauen solidarisch zu erklären.

Schließlich ist "Schlampe" eine überaus positiv besetzter Begriff. Ich meine, welche Frau fühlt sich nicht geschmeichelt, wenn man sie als Schlampe bezeichnet? Probieren Sie es doch gleich einmal aus! Gehen Sie auf die Straße hinaus, gucken Sie sich nach einer hübschen Frau um und komplimentieren Sie diese, dass sie wie eine Schlampe aussehe!

Aber ernsthaft: Am Interessantesten an diesen Aktionen ist das streng kollektive Weltbild:

Wenn Slut alles oder jede_r heißen kann, dann heißt es letztlich wieder nichts.

Stimmt: Einfach alle Unterschiede ausmerzen, abweichende Meinungen verbieten, alle Unebenheiten einstampfen. Erst wenn alle 7 Milliarden Menschen dieselben Gedanken teilen, dasselbe tun und dasselbe fühlen, sind wir alle gleich. Willkommen in der schönen, neuen Welt der Gleichförmigkeit.

Totale Toleranz mit Intoleranten

Aus der Abteilung "Da bezahlt man doch gerne Steuern!": Islamist, der bei der "Pro NRW"-Demo in Bonn zwei Polizisten niedergestochen hat, erhält Hartz IV. Sicher: Rechtspopulisten könnten darin eine seltsame Widersprüchlichkeit erkennen, nämlich, dass eine Gesellschaft jemanden, der sie offen verachtet, finanziell aushalten muss. Andererseits wird Toleranz in hiesigen Breiten großgeschrieben. Selbstverständlich sollte ein Islamist das Recht haben, seine Abscheu gegen den Westen öffentlich zu äußern. Und wenn ihm deshalb keine Zeit bleibt, sich einen Job zu suchen oder sonstwie nützlich zu machen, muss er eben entsprechend alimentiert werden. Das sind die unantastbaren Grundrechte in unserem toleranten System.

Ausgenommen von dieser totalen Toleranz sind natürlich die Mitglieder der "Pro NRW" - das geht ja nun gar nicht...

Kampf gegen Rechts viel zu lasch

Überhaupt muss endlich mehr gegen die Rechten unternommen werden! Nicht jene Rechten, die das Christentum, den Westen und die Werte der Aufklärung hassen, nein, die rechten Deutschen natürlich. Deshalb reichten mehrere Abgeordnete im Bundestag inen Antrag auf "Mehr Unterstützung für Initiativen gegen Rechts in der Gastwirtschaft" ein. Ich muss gestehen, mir dieser Problematik bislang viel zu wenig bewusst gewesen zu sein. Dabeigehen die Rechten auf hinterlistige Weise vor:

Häufig ist es für Gastwirte jedoch nicht sofort ersichtlich, dass es sich um eine Veranstaltung von Personen oder Gruppierungen mit rechtsradikalem Hintergrund handelt. Immer wieder werden Räumlichkeiten unter falschen Angaben angemietet, beispielsweise für private Geburtstagsfeiern, Sommer- oder Weihnachtsfeste. Trotz des Hausrechts der Gastwirte herrschen unter ihnen häufig Unkenntnis und Unsicherheit darüber, wie man rechte Veranstaltungen in den eigenen Räumen verhindern kann

Vorsicht also, falls sie Gastwirt sind und eine Gruppe junger Menschen Saal 88 für den Geburtstag ihres geliebten Opas Adolf anmieten wollen. Präventiv sollten Sie deshalb einen Ratgeber anfordern, der "Merkmale für eine frühzeitige Erkennung" aufzeigt. Beispielsweise, wenn die vermeintlichen Festgäste im Kübelwagen anreisen, sich nach der Anwesenheit jüdischstämmiger Gäste erkundigen oder das Zimmer im Ostflügel vehement ablehnen.

Interessant ist hierbei unter anderem Folgendes:

Der Bundesgerichtshof hat am 9. März 2012 entschieden, dass nicht nur Privatleute, sondern auch Unternehmer ihr Hausrecht grundsätzlich frei ausüben können und dass die Erteilung eines Hausverbots als Ausdruck der Privatautonomie in der Regel auch nicht gerechtfertigt werden muss.

Man korrigiere mich, falls ich falsch liegen sollte, aber gilt diese meiner Ansicht nach völlig korrekte Sichtweise auch, wenn ein Unternehmer Frauen, Schwulen, Schwarzen, Moslems oder Leuten mit Hasenscharten den Zutritt in seine Räumlichkeiten verweigert? Oder verstieße dies nicht gegen die Gesetze? Auch hierbei zeigt sich, dass "Toleranz" ein bewusst schwammig formulierter Begriff ist und Intoleranz zu Unrecht in Verruf geraten ist.

Egal: Es gibt noch viel zu tun beim Kampf gegen Rechts! Ärzte müssen das Recht haben, Patienten die Behandlung zu verweigern, wenn ihnen diese zu rechts erscheinen. Und natürlich sollten Lebensmittelhändler, die "Rechten" Bier oder Lebensmittel verkaufen, zur Rechenschaft gezogen werden. Schließlich ist das Beihilfe zum Rechtsextremismus, oder? Daraus könnte man bestimmt spannende Fernsehreportagen machen: "Jetzt bei 'Exploitiv': Unser als Rechtspopulist verkleideter Mitarbeiter kauft bei Lebensmittelhändler wie ein ganz normaler Kunde Obst und Gemüse und wird dabei nicht verhaftet. Alles zu diesem Skandal gleich nach der Werbung."

attac gründet eine Börse!

Im harten Kampf gegen den neo-liberalen Kapitalismus entfesselter Finanzmarkt-Heuschrecken, müssen wir leider einen empfindlichen Rückschlag melden. Ausgerechnet unsere Mitstreiter von attac sind uns in den Rücken gefallen! Allen Ernstes eröffnete attac eine Börse, nämlich die Mitfahrbörse, die so ziemlich allen menschenverachtenden Neo-Liberalismen frönt: Ohne jegliche Regulierung und frei von Vorgaben, können Fahrgemeinschaften gegründet werden. Unfassbar! Ungehinderter Personen- und Warenverkehr ohne Zölle! Also praktisch ungezügelter Kapitalismus in seiner abscheulichsten Form! Ich bin enttäuscht. Auf gar nichts mehr ist Verlass in dieser hedonistischen Welt...

Gefährliche Religionen

Können wir uns wenigstens noch auf Glaubensgemeinschaften verlassen? Nur bedingt. Die Gläubigergemeinschaft der EU erfreut sich in Griechenland trotz üppiger Früh-, Mittags- und Abendmahle in Form umgedrehten Ablasshandels geringer Beliebtheit, und wie eine Studie zeigt, besteht beim Besuch religiöser Websites ein dreimal höhere Risiko sich einen Virus einzufangen, als auf Pornoseiten. Für besorgte Eltern heißt das: Lassen Sie Ihren Nachwuchs ruhig auf Pornoseiten surfen! Schreiten Sie aber konsequent ein, wenn er sich plötzlich für religiöse Seiten zu interessieren beginnt. Denn was ist schon ein Blowjob gegen eine Fatwa?

Eine solche hat der Großajatollah Nasser Makarem Schirasi gegen einen in Deutschland lebenden iranischen Rapper ausgesprochen. Ich weiß ehrlich nicht, was erstaunlicher daran ist: Dass es in Deutschland iranische Rapper gibt oder dass religiöse Führer ein Todesdekret erlassen können. Begründung für die Fatwa: Der Rapper soll in einem seiner Lieder den zehnten Imam der schiitischen Muslime beleidigt haben.Vermutlich fühlten sich die nicht erwähnten Imame dadurch zurückgesetzt und gekränkt. Oder wie der skurrile Großajatollah ausführt:

"Jegliche Beleidigung heiliger (schiitischer) Imame durch einen Muslim wird als Blasphemie und Apostasie ausgelegt."

Meine Damen und Herren: Willkommen im aufgeklärten 21. Jahrhundert!

 

Wobei: Mittlerweile sollte uns nichts mehr allzu sehr erschüttern können. In Deutschland setzen sich inzwischen ausgerechnet Grün-Politiker für die Kirche ein und fordern eine Kulturabgabe statt Kirchensteuer

Mit der allgemeinen Kulturabgabe wollen die Grünen-Politiker vor allem auch verhindern, dass immer mehr Gläubige die Kirche verlassen. "Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten?", fragen sie in einem Diskussionspapier.

Der eine oder andere Leser wird sich verwundert die Augen reiben. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass natürlich auch die GrünInnen dem zwangsbeglückenden Kollektivismus frönen und die Freiheit des Individuums fürchten, wie der Teufel das Weihwasser, um im Jargon zu bleiben. Das genannte Diskussionspapier trägt übrigens den schönen Namen: "Der Geist Gottes wohnt in uns". Und bei aller Nächstenliebe: Dafür ist nun einmal Miete fällig...

Kurz&ungut

Sie haben trotz Hasenpfote, zahlreicher fünfblättriger Kleeblätter und eines Hufeisens über der Tür einfach kein Glück? Dann fehlt Ihnen einfach der richtige Glücksbringer! Wie wäre es mit traditionellen asiatischen Glücksbringern?

Sechs geröstete und mit Blattgold überzogene menschliche Föten sind bei einem Briten in Bangkok entdeckt worden.

Auf uns Europäer mag dies zunächst befremdlich wirken, aber:

In Teilen Asiens gilt der Besitz von konservierten Föten als glücksbringend. Oft werden sie in Häusern und Geschäften in kleinen Schreinen aufbewahrt.

Werte Damen: Wenn Ihnen ein Verehrer seine kleine Sammlung zeigen möchte, fragen Sie nach, ob es sich um Briefmarken, Schmetterlinge oder doch etwas anderes handelt...

"Muss... Fernseher... ausschalten..." 

 

In San Diego nahm der erste Fernsehsender ausschließlich für Hunde den Betrieb auf. Der erste amerikanische Fernsehsender für Hunde, wohlgemerkt. In Europa wenden sich die Produzenten ohnehin nur noch an lobotomierte Hunde...

Autor seit 6 Jahren
837 Seiten
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