(Quelle: Pixabay)

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Wer hat's erfunden?

Weder Frankreich, noch die Franzosen sind für den Ausdruck "sich verfranzen" verantwortlich. Auch die Antwort, dass "sich verfranzen" ursprünglich aus dem Schneiderhandwerk kommt, stimmt nicht.


"Sich verfranzen" ist ein Ausdruck aus der Luftfahrt, der im Ersten Weltkrieg entstand. Damals verwendete man häufig Doppeldeckerflugzeuge, um von A nach B zu fliegen. Vorne im Flugzeug saß der Pilot, den man "Emil" nannte – egal, ob er Emil hieß oder nicht.


Sein Co-Pilot saß hinter ihm, und er wurde "Franz" genannt, egal, welchen richtigen Namen er hatte.


Die Aufgabe des Co-Piloten "Franz" war es, dem Piloten "Emil" zu sagen, wie er zu fliegen hatte. Franz hatte dazu eine Landkarte, die er richtig lesen und interpretieren musste. Seine Erkenntnisse musste er Emil so vermitteln, dass Emil mit dem Flugzeug den richtigen Weg flog. Es gab Tage, während derer alles klappte, aber es gab auch Tage, an denen sich Emil verflog, weil Franz sich mit der Karte vertan hatte.


So entstand der Ausdruck "sich verfranzen" für "sich verirren, die Orientierung verlieren".

 

Über Doppeldecker-Flugzeuge

Einige der ersten Flugzeuge waren Doppeldecker-Flugzeuge.


Als Doppeldecker-Flugzeuge gelten Flugzeuge mit zwei vertikal übereinanderliegenden Tragflächen.Sie sind eine Weiterentwicklung von Eindecker-Flugzeugen – also Flugzeugen mit einer Tragfläche. Die beiden Tragflächen der Doppeldeckerflugzeuge sind miteinander verbunden und deswegen stabiler.


Die Gebrüder Wright, Pioniere der Luftfahrt, führten viele Flüge mit motorisierten Doppeldecker-Flugzeugen durch – sowohl unbemannte, als auch bemannte Flüge. Die Erkenntnisse, die sie gewannen, waren für die Luftfahrt bahnbrechend. Für deutsche und französische Flugzeugbauer waren die, von den Gebrüdern Wright konzipierten, Doppeldecker eine technische Grundlage für eigene, bessere Doppeldecker-Flugzeuge.

 

Aber nicht nur Doppeldecker-Flugzeuge bereicherten die Luftfahrt, sondern auch Dreidecker (also Flugzeuge mit drei Tragflächen übereinander) und Flugzeuge mit mehr übereinanderliegenden Tragflächen.


Der Luftwiderstand beim Fliegen kann und konnte jedoch von Eindecker-Flugzeugen besser bewältigt werden als von Doppeldecker-Flugzeugen.


Deswegen wurden Eindecker-Flugzeuge im Laufe der Jahre mehr und mehr verbessert. Die modernen Flugzeuge, die beispielsweise Passagiere und Luftfracht befördern, sind eine Weiterentwicklung der historischen Eindecker-Flugzeuge.



Über die Vornamen Emil und Franz


Emil ist ein Vorname, der in vielen Ländern und in vielen Sprachen existiert, beispielsweise Emilio in Italien und in Spanien.


Der Name hat sich aus dem lateinischen Vornamen Aemilius entwickelt. Nach dem Altertum verschwand der Name lange Zeit in der Versenkung.


Dem europäischen Bestseller "Emile ou De l'éducation" (Emil oder über die Erziehung) ist es zu verdanken, dass der Name Emil wieder sehr bekannt wurde. Auch in Deutschland erlebte der Vorname Emil eine Renaissance. Viele Eltern tauften ihre Söhne auf einmal Emil.


Der Ursprung des Vornamens Franz kann eindeutig auf den Vater des Franz von Assisi zurückgeführt werden. Sein Sohn wurde geboren, als dieser Vater auf Reisen in Frankreich weilte. Der Vater begann später, seinen Sohn "Francesco" zu rufen, obwohl er eigentlich Giovanni hieß.


Nachdem Franz von Assisi den Franziskaner-Orden gegründet hatte, verbreitete sich der Vorname Franz rasant. Besonders in Bayern und in Österreich war Franz lange ein gefragter Vorname- wie auch die Vornamen der Kaiser Franz I., Franz II. und Franz-Joseph I. zeigen.

(Quellen: ZDF, Sendung "Volle Kanne", Februar 2016, und de.wikipedia.org)

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