Die Herkunft des Wortes Taxi

Das Wort Taxi soll von Taxameter kommen, dem Gerät zur Fahrpreisermittlung, welches von dem Deutschen Friedrich Wilhelm Gustav Bruhn Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurde.
Das lateinische Wort taxa bedeutet Gebühr. Bereits um 1880 wurden seine Taxameter auf Pferdedroschken montiert. Das Gerät maß die Radumdrehungen. Da es von den Fahrern nicht manipulierbar war, bauten die Fahrzeugbesitzer es zur Kontrolle ihrer Fahrer freudig ein. Der erste Daimler-Victoria von Wilhelm Maybach wurde 1897 mit einem Taxameter ausgestattet. In seiner Fabrik für Präzisions-Messapparate tüftelte er an vielen Erfindungen, die er sich patentieren ließ. Er erfand u.a. das Tachometer und den Höhenmesser, der in der Luftfahrt genutzt wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Taximeter sowohl von Droschken als auch von Kraftfahrzeugen genutzt. Die Kurzbezeichnung Taxi ging langsam auf das gesamte Fahrzeug über.

Frauentaxi

Taxis gibt es mittlerweile in vielen Formen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten findet man z.B. rosafarbene Frauentaxis. Diese werden von Frauen in einer ebenso rosa Uniform gesteuert und sollen Frauen sicher ans Ziel bringen. Da Frauen nicht mit fremden Männern sprechen sollen, was beim Taxifahren schwierig ist, erleichtern die bonbonfarbenen, klimatisierten Gefährte den sichern Transport. In Dubai bin ich einmal mit meinem Mann vom Flughafen aus in einem Frauentaxi gefahren. Auf meine erstaunte Frage, ob sie denn nicht nur Frauen transportiere, antwortete die Fahrerin, dass Frauentaxis nicht nur von Frauen mit Kindern, sondern auch von ganzen Familien genutzt werden. Der Transport meines Mannes war also kein Problem für sie.

In einigen deutschen Städten werden mittlerweile Frauentaxis zum sicheren Transport am Abend und in der Nacht angeboten. Diese von Fahrerinnen gesteuerten Taxis gibt es z.B. in Bad Neuenahr, Wiesbaden oder Hainburg.

Sammeltaxi

In vielen Ländern wie z.B. der Türkei fahren Sammeltaxis. Diese preisgünstige Variante fährt, wenn genügend Gäste an Bord sind. Auch auf der Fahrtstrecke kann ein- und ausgestiegen werden. Sammeltaxis sind ein hautnahes Erlebnis, sie können recht voll werden, Kontakt zur Bevölkerung ist Ihnen sicher. Dolmuş soll in türkisch auch so viel wie "voll" bedeuten.

Oldtimer-Taxi

In Kuba kommt man in den Genuss von wahren Autoschätzen. In Havanna wird man in alten amerikanischen Straßenkreuzern kutschiert. Ob Cadillac, Chevrolet, Cheyenne oder Dodge, die Gefährte sind weit über 30 Jahre alt. Von ihren Besitzern liebevoll gepflegt, tuckern sie durch die holprigen Straßen der Stadt.

Verkehrsstau in Bangkok

Verkehrsstau in Bangkok (Bild: Reisefieber)

Wassertaxi

Städte, die am Wasser liegen oder mit Kanälen durchzogen sind, bieten meist Wassertaxis zum Transport. So ist eine Fahrt auf dem Chao Phraya in Bangkok bedeutend schneller, als wenn man sich durch den Verkehrsstau auf den Straßen quälen muss. Luftiger ist sie auch! Wassertaxis sind eine preiswerte Alternative zur Gondel in Venedig. Als Abras in Dubai transportieren sie Gäste für wenige Cent, pardon Dirham über den Fluss der Stadt den Creek. In allen Städten mit Verkehrsstau sollte man nach ihnen Ausschau halten. Es ist immer ein besonderes Erlebnis.

Manche Luxushotels wie das Resort Madinat Jumeirah nahe des Burj al Arab in Dubai transporieren ihre Gäste im Wassertaxi zu ihren Zimmern.

Wassertaxi im Madinat Jumeirah, Dubai

Wassertaxi im Madinat Jumeirah, Dubai (Bild: Reisefieber)

Rikscha, Tuktuk, Trishaw

Als motorisierte Version wie Tuktuk (Auto- oder Motorradrikscha) oder als Trishaws (Fahrradrikscha) brausen sie durch asiatische Städte und zwängen sich noch in die kleinste Lücke im Verkehr. Die Fahrt kann halsbrecherisch sein wie z.B. in Indien, bei der ich die Verkehrsregeln nie verstanden habe, aber wir kamen durch.
Als Fahrrad-Rikschas kommen sie auch in deutschen Städten in Mode.

Tuktuk (Bild: Reisefieber)

Wucher bei Taxifahrten

Anfang 2014 staunten wir nicht schlecht, als in den Medien zu lesen war, dass ein Taxifahrer in Berlin knapp 400 Euro für eine Fahrt vom Flughafen Berlin-Tegel in sein nur 10 Kilometer entferntes Hotel abgenommen wurde. In so manchen Urlaubsländern fühlen wir uns dann und wann über das Ohr gehauen, aber in Deutschland? Wie kann so etwas passieren? Der Taxifahrer nutzte die Unwissenheit der Urlauber aus Mexiko, Argentinien, Spanien und Finnland. Kurz nach dem Geldwechsel ist man mit der fremden Währung nicht so vertraut und kann die Geldscheine noch nicht auseinanderhalten. So hatte der Mexikaner bereits drei Hunderterscheine hingelegt, der Fahrer behauptete jedoch es seien Zehner gewesen und verlangte einen vierten. So mancher Taxifahrer fährt schon einmal Umwege oder gibt falsches Wechselgeld, aber dieser Wucherpreis ist mehr als kriminell. Der Fahrer stand außerhalb der offiziellen Halteplätze und nahm gezielt Ausländer ins Visier. Der Fall wird jetzt vor Gericht verhandelt. In Deutschland sind diese Fälle bisher allerdings eine Ausnahme.

 

Taxi Driver, Robert De Niro, 1976

Taxi Driver, Robert De Niro, 1976 (Bild: AllPosters)

Worauf soll ich bei Taxifahrten achten?

In deutschen Taxis findet sich die Ordnungsnummer des Taxis als gelber Aufkleber in der Fahrzeugheckscheibe. Lassen Sie sich eine Quittung ausstellen, der Taxifahrer ist dazu verpflichtet. Eine Quittung enthält den Start und Endpunkt der Fahrt, das Kfz-Kennzeichen, die Ordnungsnummer und den Preis. In den USA prangt die Lizenz mit Bild des Fahrers und allen Details z.B. im Innern des Wagens.

An Flughäfen, Bahnhöfen und vielen anderen Orten gibt es ausgezeichnete Taxistände mit lizenzierten Taxis. Bevorzugen Sie diese Taxis. Kriminelle Fahrer stehen häufig etwas entfernt von diesen Plätzen und sprechen Gäste zum Teil direkt an, um ihre Dienste anzubieten.

Achten Sie darauf, dass das Taxameter eingeschaltet ist. Erkundigen Sie sich vorher nach dem ungefähren Preis, damit Sie keine Überraschung erleben.

In manchen Flughäfen finden sich Preistafeln mit den Preisen für Taxi oder Sammeltaxi. Erkundigen Sie sich vor der Reise im Internet über die Preise, fragen Sie Ihre Hotelrezeption oder die Touristinformation. Der Preis für ein Sammeltaxi wird schon einmal an einem Schalter im Voraus bezahlt, da die Routen der Gäste zusammengelegt werden. Die Gäste mit der gemeinsamen Route erhalten eine Quittung und werden dann aufgerufen.

In manchen Ländern gibt es keine Taxameter. Dann muss der Preis unbedingt vorher ausgehandelt werden. Klären Sie dabei genau, dass der Preis pro Taxi gemeint ist und nicht pro Gast. Halten Sie bei Fahrtende möglichst das Geld passend in der Hand, um schnell zahlen zu können und nicht auf Wechselgeld warten zu müssen. Lassen Sie sich vorher beim Geldwechsel daher auch genügend kleinere Geldscheine geben.

Taxirechner - wie ermittele ich den richtigen Preis?

Wer Taxipreise für Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und den USA ermitteln möchte, findet auf der Seite Taxirechner den richtigen Preis. Geben Sie den Start- und Zielpunkt der Reise und klicken Sie auf los. Verbindliche Taxipreise werden von Städten, Kreisen und Gemeinden festgelegt. Die Preise sind Richtpreise und können Sie bei Wartezeiten (Stau), geänderten Routen (Baustellen, Veranstaltungen) und dem Befahren mautpflichtiger Straßen oder Brücken ändern.

Die Taxipreise sind in den einzelnen Ländern und Städten sehr unterschiedlich. So liegen die Preise für die Schweiz an der Spitze der Skala, asiatische Länder wie Indien, Indonesien, China, Vietnam und Thailand sind für uns sehr günstig. Tokio wiederum ist sehr hochpreisig. Eine Übersicht der weltweiten Taxipreise (Stand 2010) bietet die Seite Travelzoo.

Platz ist im engsten Taxi
Fünf Frauen mit Koffern wollen in ...

Fünf Frauen mit Koffern wollen in ein Taxi (Bild: Reisefieber)

Taxis in London

Taxis London (Bild: PublicDomainPictures /Pixabay)

Taxierlebnisse

In Istanbul hatten wir für unsere Fahrt zum Flughafen im Hotel für fünf Personen ein großes Taxi bestellt. Was kam, war ein normales Taxi. Der Fahrer war sich ziemlich sicher, dass alle fünf Frauen, plus Fahrer und Gepäck in den Wagen passen. Er baute schon mal den Ersatzreifen aus und quetschte hier und drückte da, während wir etwas verzweifelt um den Wagen standen. Er wollte mit offenem Kofferraum fahren. Ob da alle Koffer den Flughafen erreicht hätten? Nach etwas längerer Diskussion überzeugten wir den Rezeptionisten, dass er uns ein zweites Taxi rufen sollte.

Dunkle Ängste standen wir in Jakarta, Indonesien aus. Unser Flieger hatte erhebliche Verspätung. Wir erreichten am späten Abend, statt nachmittags den Flughafen. Wir hatten geplant, unser Geld bei Ankunft zu wechseln, da dies nur im Land möglich war. Bei Ankunft hatten alle Geldwechselstuben zu, Automaten gab es damals nicht. Wir waren die letzten Gäste im Flughafen und wurden quasi herausgekehrt. Kein offizielles Taxi weit und breit. Eigentlich soll man nicht in nicht lizenzierte Taxis steigen, das war uns bewusst. Im Dunkeln wurden wir von einem Herrn angesprochen und wir sind mit dem Privattaxi gefahren. Sicher fühlten wir uns nicht. Hinzu kam, dass damals im Land keine Dollarreiseschecks angenommen wurden, auch im Hotel wollte diese keiner tauschen und wir mussten dem armen Mann unsere Deutsche Mark geben, deren Wert er nicht kannte. Seit diesem Tag versuchen wir bei Fernreisen je nach Land, den Transfer bereits von zu Hause aus zu buchen und haben Bargeld in Euro und US-Dollar in kleinen Stückelungen dabei.

In Delhi, Indien wollten wir zu einem berühmten Platz mit vielen Geschäften. Der Fahrer erklärte uns, dass die Geschäfte aufgrund eines Feiertages heute geschlossen seien, er uns aber ein anderes Geschäft zeigen könne. Natürlich war das ein Laden, für den er Provision bekam. Dieses Problem findet man häufiger. Heute wissen wir, dass wir auf unser ursprüngliches Fahrziel hätten beharren sollen.

Preisdiskussionen waren das häufigste Problem. Aber auch hier hatten wir sowohl negative wie positive Erlebnisse. Wenn man einen guten Fahrer erwischt, sollte man ihn auch für die Rückfahrt buchen und sich zu einer festen Uhrzeit wieder an einem festen Platz wieder abholen lassen. In Jamaika waren wir sehr froh über die Möglichkeit. Von Fernsehwerbung angestachelt, fuhren wir zur Wahl der Miss Negril mit dem Taxi. Selbst der Fahrer musste den Weg erfragen, wir gelangten zu einem großen Hof mit einer Autowaschanlage. Im Inneren stellten wir fest, dass es sich um eine sehr authentische Veranstaltung handelt. Wir hatten durchaus Spaß, fühlten uns aber nicht unbedingt sicher. Mit einem anderen Touristen waren wir die einzigen drei blassen Gestalten. Unser Fahrer wollte uns daher auch direkt vor der Tür wieder abholen. Wir waren sehr froh!

Reisefieber, am 14.11.2013
0 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
Reisefieber (Woher kommt der Begriff Urlaub?)

Laden ...
Fehler!