Die Rikschafahrt als Erlebnistour - Im Affenzahn durch Delhi

Meine erste Fahrt mit einer Rikscha erlebte ich in Indien. Unser Fahrer sauste in schnellem Tempo durch die Altstadt von Delhi, kreuz und quer durch den brodelnden Stadtverkehr, nach Verkehrsregeln, die wohl nur ihm bekannt waren. Auf dem Markt konnten wir die Händler mit ihren Obst- und Gemüseständen aus unserer ruhigen Position nahezu unbemerkt beobachten. Die engen Gassen mit ihren bunten Geschäften waren überfüllt mit Menschen. Wir kamen durch Straßen, die wir sonst wohl nie entdeckt hätten. Es war eine einmalige Erfahrung, die wir in den Folgejahren in vielen Städten gerne wiederholten.

Decorated Rickshaw, Dhaka, Dhaka, Bangladesh (Bild: Richard I'Anson / AllPosters)

Die Historie der Rikscha

Ursprünglich wurden die Rikschas, was auf Japanisch Mannkraftmaschine bedeutet, von Personen gezogen. Die erste Rikscha wurde von einem Europäer in Tokio erfunden. Sie bestand nur aus einem auf dem Handwagen montierten Stuhl und war als Transportmittel für die Europäer gedacht. Nach und nach folgten die ersten Fahrradrikschas in China und motorbetriebene Fahrzeuge (mit Motorrad oder Trike). Diese Tuktuks oder Trishaws knattern als preiswerte Taxis lautstark durch die asiatischen Innenstädte. Mittlerweile werden die klimafreundlichen Gefährte, zum Teil auch mit Hilfsmotor, in Deutschland hergestellt.

Quelle Rikschageschichte: Pro-Rikscha

Mit dem Fahrradtaxi durch Köln - Vom Christopher Street Day bis zur normalen Stadtrundfahrt.

Während eines Aufenthaltes in Köln genossen wir eine Fahrt durch das Getümmel des Christopher Street Days. Die Stadt war voller Menschenmassen und wir saßen genüsslich in der Rikscha und fuhren vorbei an vollen Cafés und Straßen. Es war ein bisschen wie im Kölner Karneval mit Stimmung, Musik und verkleideten fröhlichen Menschen. Bei einer anderen Fahrt entdeckten wir neue Sehenswürdigkeiten der Stadt wie z.B. das Jupp-Schmitz-Plätzchen mit dem Denkmal für den Komponisten bekannter Karnevalshits, den Frauenbrunnen oder die alte Stadtmauer. Wir ließen uns treiben und sagten dem Radler einfach, dass wir etwas Neues entdecken wollten. Die Fahrer kennen sich in ihrer Stadt aus, zeigen auch unbekannte Orte und markante Plätze. Sie geben Insidertipps zu Geschäften und Restaurants. Wer es probieren will, auch Kurztouren sind möglich. Das Fahrradtaxi bringt den Besucher auf Wunsch auch nur zum Hotel oder in das nächste Restaurant.

Die Köln Rikschas der Firma Rikolonia können vor dem Bahnhof gemietet werden. Der Preis richtet sich nach der Länge der Fahrt (ab 30 Minuten). Auch Taxifahrten zum Hotel sind möglich. Erfischend sind Brauhaustouren, bei der man mit einem kühlen Kölsch in der Hand von Brauhaus zu Brauhaus gefahren wird. Ein Geschenk für Verliebte wäre eine Champagnerfahrt im Mondenschein oder eine Picknicktour mit Blick auf den Dom.

Berlin - eine Rikscha als Retter

Ausgerechnet während des Berlin-Marathons besuchten wir die Stadt. Nachdem wir den Läufern zugeschaut hatten, wollten wir zurück in unser Hotel. Alle Straßen um uns herum waren gesperrt. Was tun? Unsere Rettung war ein Pedelics, eine Fahrrad-Rikscha mit Hilfsmotor. Unser Fahrer zeigte uns neue Seiten der Stadt. Wir sahen, wie grün Berlin doch ist. So fuhren wir über verschlungenen Wegen durch Parks, während die Berliner auf den Wiesen picknickten. Berlin Rikscha Tours bietet eine große Auswahl an interessanten Touren in original chinesischen Rikschas, ob Hackesche Höfe, Kreuzberg, Checkpoint Charly oder Tiergarten. Im Winter fährt man warm in kuscheligen Decken eingepackt mit einem Glühwein in der Hand zu den Weihnachtsmärkten. Wer lieber selbst strampeln will, die Rikscha kann man auch mieten.

Rikschas von A wie Aachen bis U wie Ütersen

Wer für den nächsten Stadtausflug eine Rikschatour sucht, wird auf der Seite Pro Rikscha fündig. Es werden die Betreiber für die meisten Bundesländer und Städte aufgeführt. In den meisten größeren Städten wird dieser Service angeboten.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile überwiegen: Rikschatouren sind eine außergewöhnliche und bequeme Art, eine Stadt zu besichtigen. Auf individuelle Wünsche wird eingegangen. Die trainierten Fahrer sind geschult und informieren gerne über ihre Stadt. Auf meine Rückfrage gaben sie zu, ihre Arbeit gerne zu machen und zum Teil hauptberuflich. Mancher hat früher 8 Stunden monoton im Büro gesessen. Es ist umweltfreundlich und klimaneutral.

Nachteil: Eine Rikschatour ist sicherlich teurer als eine Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch Bus und Straßenbahn fahren auch nicht ausschließlich für den Besucher.

Reisefieber, am 21.07.2013
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Bildquelle:
a.sansone (Lechweg - Wie es ist an einem Wildfluss zu wandern)
Eigenwerk (Kann man im Sommer auf die Zugspitze?)

Autor seit 3 Jahren
164 Seiten
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