Was ist die Novel Food Verordnung und warum sollte sie überarbeite werden?

Der freie Handel in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der ganzen Welt wurde in den letzten Jahren auch durch biochemische, biotechnische und gentechnische Verfahren in der Lebensmittelherstellung intensiviert. Nahrungsmittel werden in Flugzeugen, Schiffen, per Bahn und per Lastkraftwagen und Transportern weltweit hin und her transportiert. Aus diesem Grund wurde eine Regelung notwendig, in der festgelegt wird, welche Lebensmittel in den Verkehr gebracht, welche unbedenklich importiert und welche irreführend sind und nicht importiert werden dürfen. Schon bei ihrer Einführung wurde die Novel-Food-Verordnung und ihre Prüfkriterien stark kritisiert. Im Bezug auf die Gentechnik muss bei herkömmlichen Lebensmitteln zum Beispiel auf der Verpackung nur auf das "mögliche Vorhandensein genetisch veränderter Organismen" hingewiesen werden. Kriterien über eine Einfuhr von Klonfleisch fehlten. Die Fachleute des LandFrauenverbandes reagierten bestürzt, als sie sahen, dass die überarbeitete Food-Verordnung sich nicht gegen die Einfuhr von Klonfleisch aussprach.

Was sagt der LandFrauenverband zum Fleisch von geklonten Tieren?

Die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Brigitte Scherb, bedauert die gescheiterten Überarbeitung der Novel-Food-Verordnung. Sie hatte fest mit einer Kennzeichnungspflicht für Fleisch von Klontieren oder sogar mit einem Verbot des Inverkehrbringens dieser Lebensmittel durch die EU-Mitgliedstaaten gerechnet. Es gehe beim Verkauf und Verzehr dieser Lebensmittel nicht nur um den unbedenklichen Verzehr von Fleisch von Tieren, die nicht durch eine natürliche Vermehrung entstanden sind, sondern zusätzlich um eine ethisch-moralische Komponente. Momentan sei es für mündige Bürger nicht möglich, selbst über sein Konsumverhalten zu entscheiden. Brigitte Scherb ist der Meinung, dass alle Verbraucher das Recht haben, nach den eigenen Vorstellungen zu handeln. Der Deutschen LandFrauenverband ist davon überzeugt, dass eine Lebensmittelproduktion aus geklonten Tieren und deren Nachkommen weder aus Verbraucher-, noch aus Tierschutzgründen vertretbar sei. Diese Organisationen sehen in der Gesellschaft, in Deutschland,so gut wie keinen Rückhalt und Akzeptanz für diese Produkte. Eine Notwendigkeit, diese Lebensmittel auf den Markt zu bringen besteht aus Sicht des LandFrauenverbandes auch nicht, denn die Versorgungslage mit Eiweiß in der EU- ist sehr gut und Fleisch von geklonten Tieren sei nicht unbedingt preiswerter. Des weiteren entspräche die Produktionsweise den Ansprüchen des Tierrechtes nicht und das Klonen von Tieren könne langfristig die genetische Vielfalt gefährden.

Kühe auf der Weide

Kühe auf der Weide (Bild: Pixabay)

Weltweit haben Verbraucher keine Einwände gegen geklontes Fleisch

Nach dem altem Recht der Novel Foot Verordnung wird importiertes Fleisch von Klontieren in Deutschland zugelassen und braucht auch nicht gekennzeichnet werden. Für Verbraucher in den USA und in Argentinien ist der Handel mit den Produkten von Klon-Tieren, so erklärt Brigitte Scherb, Alltag geworden. Diese Entwicklung hat aus deutscher Sicht eine Überarbeitung des europäischen Einfuhrgesetzes dringend notwendig gemacht.

Würste (Bild: Pixabay)

Was sagt der Naturkostverband zum Fleisch von geklonten Tieren?

Kritiker des Klonens und der Gentechnik, die auch im Bundesverband Naturkost-Naturwaren (BNN) organisiert sind, weisen darauf hin, dass die Läden ihres Verbandes auf den Verkauf dieser Lebensmittel verzichten. Sie regen zusätzlich den Kauf regional angebauter biologischer Lebensmittel und die bevorzugte Nutzung von biologischem Saatgut an. Ihrer Meinung nach bietet die Novel-Food-Verordnung zu viel Spielraum für Interpretationen. Dass die alte Regelung nachgebessert wurde, hat sie, so die DeutschenLandfrauen im Bezug auf den Verkauf von Fleisch geklonter Tiere, auch nicht viel besser gemacht.

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