Die Zählergebnisse der Feldhasen 2022

Wie der Deutsche Jagdverband mitteilt, hoppelten, wegen des vergangenen milden Winters, im Frühjahr 2021 im Schnitt 16 Feldhasen (Lepus europaeus) pro Quadratkilometer über die Felder in Deutschland.

Damit setze sich, so der DOM-Sprecher Torsten Reinwald, eine positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Sie sei, mit zwei Feldhasen mehr als noch bei der letzten Zählung 2020, einer der höchsten Werte seit Beginn der bundesweiten Erhebung vor rund 20 Jahren.

Reinwald hofft, dass sich der Aufwärtstrend auch 2022 fortsetze, denn im März 2022, als die ersten Junghasen geboren wurden, sei die Witterung diesmal relativ trocken und damit hasenfreundlich gewesen.

Die Zählung erfolgt im Frühjahr und Herbst, in 460 ausgewählten Gebieten, von Jägerinnen und Jägern beim Wildtier-Monitoring des Deutschen Jagdverbandes, DJV.
Dabei sind regionale Unterschiede zu verzeichnen. 2021 war der Bestand demnach im Nordwestdeutschen Tiefland, einem Gebiet, das von der dänischen Grenze bis ins nördliche Rheinland reicht, mit 25 Langohren pro Quadratkilometer besonders dicht.
Im Nordostdeutschen Tiefland wurden hingegen nur sechs Feldhasen pro Quadratkilometer gezählt.
Die Deutsche Wildtierstiftung schätzt, dass in Deutschland mehr als zwei Millionen Feldhasen (Lepus europaeus) leben.

Nach dem guten Start ins Jahr 2021, war es für die Hasen im Verlauf des Jahres schwieriger weitergegangen. Auf den warmen März folgte der kälteste April seit 40 Jahren und im Juli und August folgten regional viele Dauer- und Starkregen.

Zwar registrierten die Jägerinnen und Jäger bei der zweiten Zählung im Herbst bundesweit im Vergleich zur ersten Zählung im Frühjahr im Schnitt noch 10 Prozent mehr Feldhasen pro Fläche, fiel jedoch geringer aus als zuvor. 2020 lag der Zuwachs über das Jahr noch bei 25 Prozent. Die nächste Zählung im Herbst wird zeigen, was die aktuelle Junghasen-Saison für den Bestand gebracht hat.

Warum müssen sich die Experten Sorgen um den Fortbestand der Feldhasen machen?

Feldhase, DJVHoffmann sowie viele Naturschützer, sehen den gemeinen Feldhasen, aber auch die Rebhühner durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die ständig anwachsende Fläche von Mais und anderen Energiepflanzen, die der Biogasverwendung dienen, gefährdet.

Mit einer Auswertung der WILD-Dateien der Jahre 2004 bis 2009, aus Rheinland-Pfalz, wurde nachgewiesen, dass sich der Anbau von Mais nachteilig auf den Bestand der Feldhasen auswirkt. Es ist gewiss, dass sich diese Ergebnisse bundesweit übertragen lassen.

Wie das "Deutsche Maiskomitee" mitteilt, erweiterte sich die Anbaufläche für Mais von 15.000 Quadratkilometern im Jahr 2000, auf 25.000 Quadratkilometer im Jahr 2012. Das bedeutet, so schlussfolgert das Bundesamt für Naturschutz, dass sich das artenreiche Grünland, das von den Feldhasen bevorzugt wird, drastisch verringert. Dadurch ist die biologische Vielfalt der Arten gefährdet.

Nicht nur Kinder hören und erkennen gerne die Stimmen von heimischen Wildtieren.

WILD Hasenzählung mit Jäger Anton Maas

Eine Lebensversicherung für den Osterhasen

Dass die Energiewende nicht zur Vernachlässigung des Artenschutzes führen darf, darin sind sich, so Dr. Daniel Hoffmann Energieerzeuger und Naturschützer, wie Landwirte, Jäger und Ornithologen einig. Sie Beführworten eine Artenschutzstrategie für die Feldflur. Es sollen in der gesamten Bundesrepublik, mosaikartig, ökologische Vorrangflächen eingerichtet werden. Es könnten zum Beispiel Blühstreifen in der Agrarlandschaft sein. Diese sind hasenfreundlich. Wenn die betroffenen Landwirte einen finanziellen Ausgleich erhalten, so sehen es die Praktiker, sei diese Art des Schutzes für den "Osterhasen" eine Art Lebensversicherung.

Ein ergänzender Artikel: Zeitumstellung: Warum für Tiere auf der Straße eine Gefahr?

Was benötigen Hasen, um gut leben zu können?

Damit sich Hasen gut vermehren können, muss das Wetter warm und freundlich, der Lebensraum weit und die Fressfeinde, wie der Fuchs zum Beispiel, gering sein. Da Hasen ursprünglich in der Steppe zu Hause sind, lieben sie das weite Land ebenso wie Hecken in Feldern, die sie vor Feinden schützen und Wildkräuter, die sie gerne fressen. Sind diese Bedingungen nicht vorhanden verringert sich die Population oft schnell. Damit sich Hasen und anderes Niederwild gut entwickeln, fordert der DJV eine effektive Fangjagdt von Raubwild. Auch in einer zurückhaltenden Bejagung der Feldhasen sei, so Hoffmann, der gesetzlich geforderte Hegeauftrag zu sehen.

Nicht genug Daten um eine verlässliche Zukunftsprognose zu geben

Die erste Zählung erfolgte 2002 und als besonders gute Hasenjahre galten 2004, 2005 und 2006. Wie die neuen Ergebnisse zeigen, ist das Niveau der ersten Zählung, nach normalen Populationsschwankungen, wieder erreicht. Wie der Wildbiologe und Präsident des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) Dr. Daniel Hoffmann erwähnt, ist aber die Zeit von 12 Jahren zu kurz um eine verlässliche Aussage zur Entwicklung des Bestandes der Feldhasen zu geben.

Was rät aktuell der Naturschutzbund um dem Feldhasen zu helfen?

Der Feldhase, Vorbild für unseren Osterhasen, verschwindet aus Europas Agrarlandschaft. Die intensive Landwirtschaft lässt ihm kaum mehr Platz und Nahrung. Um diese Zustände zu beenden muss die EU jetzt, mit einer neuen Agrarpolitik reagieren. Deshalb fordert der Naturschutzbund (NABU), mit dem Motto: Gib mir deine Stimme, alle Naturliebhaber auf, eine Sprachnachricht im Namen der Feldhasen und anderer bedrohter Tierarten an EU-Abgerdneten zu senden.
Aufwändige Geräte sind dazu nicht notwenig. Das Mikro im Smartphone oder Tablet reicht dafür aus.

MonikaHermeling, am 26.03.2013
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Bildquelle:
M. Steininger - Die Persönliche Note (Alles rund um Osterhase und Osterei: Bräuche, Traditionen – und Auf...)
Monika Hermeling (Ostern und der Palmsonntag in Deutschland)

Autor seit 10 Jahren
257 Seiten
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